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„Sein Verhalten ist stets einwandfrei und vorbildlich.“ (Zeugnisbegutachtung)

Ein Leser sendete mir sein zu erwartendes Abschlusszeugnis zu, das ich hier im Weiteren nicht kommentieren werde. Es geht mir vielmehr um den Satz „Sein Verhalten ist stets einwandfrei und vorbildlich.“

Zunächst hört sich der Satz ja vielversprechend an. „Stets einwandfrei“ und „vorbildlich“. Nur fehlen hier mindestens zwei, wenn nicht sogar vier Wörter. Wem gegenüber war sein Verhalten einwandfrei? Umgangssprachlich würde man sagen, gegenüber allen. Allerdings hat es sich in Arbeitszeugnissen eingebürgert, diesen Satz als einen der zentralen Bewertungssätze anzusehen, von dem sich einiges ableiten lässt.

Richtigerweise heißt dieser Satz in etwa so:

„Sein Verhalten zu Vorgesetzen, Mitarbeitern (Wenn geführt wurde), Kollegen und Kunden (insofern Kundenkontakt bestand) war(!) stets zu jeder Zeit einwandfrei und vorbildlich.“

Es „war“ einwandfrei, weil das Zeugnis üblicherweise am letzten Arbeitstag bzw. mit dem Ausscheiden überreicht wird. Das „ist“ deutet auf ein Zwischenzeugnis hin bzw. auf einen Zeugnisschreiber, der nicht richtig im Bilde ist.

Ganz wichtig sind jedoch die Aufzählung und die Reihenfolge der Personengruppen. Die Vorgesetzten müssen immer vor den Mitarbeitern und Kollegen stehen. Einzige Ausnahme sind die Kunden, die dürfen auch vor den Vorgesetzten stehen.

Warum ist das so? Es deutet zeugniskundige Bewerbungsempfänger darauf hin, dass, wenn die Vorgesetzten nicht vor den Mitarbeitern und Kollegen stehen, es evtl. zu einem Streit zwischen Zeugnisempfänger und seinen Vorgesetzten gekommen sein könnte. Vielleicht war der Mitarbeiter sogar renitent oder streitlustig und hat jedes Mal seinen Chef in Frage gestellt.

Fehlen bei Führungskräften die Mitarbeiter, kann das auf mangelnde Führungsqualitäten hindeuten. Beim Berater oder Vertriebsbeauftragten, der kein einwandfreies Verhalten zu Kunden hatte, mag es auch heißen, dass er oder sie nicht kundentauglich sind.

In genderneutralen Zeiten sehe ich auch schon Mal „die KollegInnen“ oder „die Kolleginnen und Kollegen“. Bei dieser Formulierung ist Vorsicht geboten, es kann unter Umständen darauf hindeuten, dass der männliche Bewerber gegenüber Kolleginnen nicht die notwendige Sorgfalt im sozialen Verhalten hat walten lassen.

Haben Sie eine dieser Formulierungen im Arbeitszeugnis, wundern Sie sich nicht, wenn Sie im Bewerbungsgespräch gefragt werden, ob Sie mal Ärger mit dem Vorgesetzten hatten oder ob es im Unternehmen Probleme mit den weiblichen Kollegen gab.

Fest steht, dass es nicht so sein muss, wie im Zeugnis beschrieben, sondern lediglich so sein kann. Häufen sich solche Aussagen in aufeinander folgenden Zeugnissen, kann es sogar sein, dass Sie gar nicht erst zum Gespräch eingeladen werden.

Wenn Sie die Möglichkeit habe, auf das bevorstehende Zeugnis Einfluss zu nehmen, sollten Sie hier unbedingt drauf achten!

Weitere Tipps und Antworten auf Fragen zu den Themen Beruf, Karriere und Bewerbung finden Sie auf www.bewerber-abc.de . Ihre Fragen sind jederzeit willkommen.

 

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Terminverschiebung zum Vorstellungsgespräch

Sie haben einen Termin zum Vorstellungsgespräch mit dem Unternehmen vereinbart, bei dem Sie sich vor kurzem beworben haben. Herzlichen Glückwunsch!

Der Termin rückt näher und aus irgendeinem Grund (beruflich, privat, gesundheitlich) können Sie diesen nicht wahrnehmen. – Was ist idealerweise zu tun?

Warum ich das frage? Nun, weil ich es sehr oft erlebe, dass sich der Bewerber nicht im klaren ist, was bei mangelhafter Kommunikation für Konsequenzen zu erwarten sind. Es werden grundlegende Fehler gemacht, nicht nur von Berufsanfängern.

Am schlechtesten ist natürlich, nichts zu sagen und den Termin verstreichen zu lassen. Das kommt einer Absage gleich und deutet auf stark mangelnde Priorität des Bewerbers für dieses Unternehmen diese Stelle hin. Sie können sicher sein, dass zukünftige Bewerbungen bei diesem Unternehmen (und einzelnen Bewerbungsempfängern, die ja auch manchmal die Unternehmen wechseln und sich meist sehr gut an solche Fälle erinnern können) aussichtslos sein werden.

Eine E-Mail zu senden, ist aus meiner Sicht ebenfalls keine gute Lösung. Wenn diese mit dem Text „Ich kann zu unserem Bewerbungstermin am …. um….. aus xy Gründen nicht zu Ihnen kommen.“ beendet ist, reicht das in keinem Fall aus und deutet auf wenig Einfühlungsvermögen Ihrerseits hin.

Bitte geben Sie unbedingt an, wann Sie wieder verfügbar sind oder schreiben Sie etwas in der Art „Bitte senden Sie neue Terminvorschläge ab dem x.y. zu, da ich sehr gerne die Gelegenheit nutzen möchte, mich bei Ihnen vorzustellen. Es tut mir außerordentlich leid, dass mir ein beruflicher/privater dringender Termin dazwischen gekommen ist.“.

Am besten ist es, wenn Sie anrufen. Wenn Sie den Termin erst 1-2 Tage vorher absagen, geht an einer telefonischen Absage kein Weg vorbei. Sagen Sie, dass es Ihnen leid tut, dass der andere Termin beruflich/privat sehr wichtig ist und kurzfristig (nicht von Ihnen) einberaumt worden ist und Sie es versucht haben, diesen zu verschieben, leider ohne Erfolg. Bitten Sie im Gespräch um einen neuen Termin und betonen Sie (s.o.) wie wichtig Ihnen das Gespräch ist.

Sollten Sie den Ersatztermin erneut verschieben müssen, sieht es für den weiteren Bewerbungserfolg noch schlechter aus. Die Ansprechpartner beim Unternehmen unterstellen Ihnen dann endgültig mangelnde Priorität für Ihre Bewerbung bzw. fehlende Ernsthaftigkeit.

Natürlich ist auch jeder Termin von Ihnen telefonisch oder per E-Mail zu bestätigen. Notieren Sie sich den Termin mit 1-2 Tagen „Vorabinfo-Termin“ im Kalender, prüfen Sie die Anfahrstrecke und –zeiten unter evtl. Berücksichtigung des (Berufs-)Verkehrs und seien Sie pünktlich da. Bei größeren Unternehmen sind evtl. Anmeldeprozeduren am Pförtner und betriebsinterne Wege mit einzukalkulieren. In der Regel bezieht sich die Uhrzeit auf den Beginn des Gesprächs und nicht die Ankunft auf dem Firmenparkplatz.

Sollten Sie sich, egal aus welchem Grund, verspäten, rufen Sie bitte ca. 30 min vorher an und sagen, dass Sie (verkehrsbedingt) aufgehalten wurden und in ca. xy min da sein werden. Bei Verspätungen, die voraussichtlich länger als eine Stunde dauern, fragen Sie auch hier am besten, ob der Termin nicht besser verschoben werden sollte.

Versetzen Sie sich am besten in die Lage, dass Sie selbst auf einen wichtigen Gesprächspartner warten und stellen Sie sich dabei vor, wie Sie behandelt werden möchten in Bezug auf Termintreue bzw. Terminverschiebung.

Weitere Tipps zu Beruf, Bewerbung und Karriere finden Sie unter www.bewerber-abc.de

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Neue Themenübersicht im Bewerber-A!B!C

Liebe Leserinnen und Leser,

die Menge der Beiträge und Fragen hat mich dazu veranlasst, das Inhaltsverzeichnis auf www.bewerber-abc.de zu überarbeiten.

Unter www.bewerber-abc.de/bewerber-abc finden Sie jetzt die einzelnen Beiträge nach dem jeweiligen Themengebieten geordnet.

Viel Spaß beim Lesen, viel Erfolg beim Bewerben!

Inhalt des Bewerber-A!B!C:

Berufswahl / Wohin passe ich?

Die Auswahl von Branche, Beruf, Unternehmen und Stellen

Die schriftliche Bewerbung

Schriftliche Bewerbung
Mein Profil
Mein Lebenslauf
Der ‚optimale‘ Lebenslauf
Bewerbung auf Englisch – falsche Freunde, Tipps & Tricks
Das Bewerbungsfoto
Interview mit dem Fotografen Markus Bollen
Mein Anschreiben
Die „3+1“ Regel im Bewerbungsschreiben (von Dr. Johanna Dahm)
Welche Reihenfolge bei den Unterlagen
Versenden, nachfragen, dokumentieren, verbessern

Bewerbungsgespräch

Das Erstgespräch, Davor/Danach
Ist man eigentlich noch Herr seiner Sprache?
Das Vorstellungsgespräch
Gesprächsleitfaden für die Bewerbung 
Die Kleidung
Fragen im Bewerbungsgespräch
Spezielle Fragen
Unzulässige Fragen
Eigene Fragen des Bewerbers
Weitere Gespräche und Auswahlverfahren
Das Video Interview
Probearbeiten
Vertragsverhandlung

Auf den Punkt gebracht – Erlebnisse im Bewerbungsgespräch
Wohin mit den Händen im Bewerbungsgespräch

Start in den Beruf

Der erste Tag, die Probezeit
Mitarbeitergespräche – Bewerbung on-the-Job

Kündigung

Die Absage – Kündigung vor Dienstantritt
Kündigung

Arbeitszeugnisse

Arbeitszeugnis
Das Zwischenzeugnis

Sonstiges (Weiterbildung, Ehrenamt, persönliches)

Das Ehrenamt in der Bewerbung

Karriere

Karriereplanung
Die Weihnachtsfeier – Vorsicht Karrierefalle
Netzwerke, wichtig für die Karriere?
No give – No get! – Netzwerkknigge

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Leserfrage: „Soll ich zum alten Arbeitgeber zurückkehren?“ (nach längerer Zeit)

Bei der Rückkehr zum alten Arbeitgeber gibt es ein paar Punkte zu beachten.
(Ich will Ihnen das nicht ausreden, nur zum (nach)denken anregen.)

  1. Sie sind dort mal weggegangen. Warum? Sind die Gründe dafür jetzt nicht mehr relevant?
  2. bzw. Sie wurden dort gekündigt. Warum? Sind die Gründe dafür jetzt nicht mehr relevant?
  3. Wie reagieren Vorgesetzte und Kollegen auf den ‚Heimkehrer‘?
  4. Und wie werden Sie auf Ihre alten Kollegen reagieren?
  5. Werden Sie die gleiche Stelle oder eine erweiterte Position, evtl. mit Führung übernehmen?
  6. Hat sich etwas an der Struktur/Führung sowie der Kommunikation im Unternehmen geändert?

Der Beruf hat viel mit einer Beziehung gemeinsam und die Jobsuche auch viel mit der Partnersuche.

Es gibt meist gute Gründe, warum einer nicht zur alten PartnerIn zurückgeht. Und oft hört man, dass es nach kurzer Zeit erneut vorbei ist, weil beide noch im alten Denk- bzw. Handlungsmuster sind.

Die Enttäuschung bei der Rückkehr an alte Stelle ist größer und kommt schneller, wenn das, was man sich davon versprochen hat (alles Neu, alles besser, keine alten Fehler mehr) doch nur das gleiche ist.

Auf der anderen Seite kennen Sie sich mit Unternehmen, den Menschen, den Produkten und Dienstleistungen sowie der internen Kommunikation schon aus.

Unternehmen wollen keine Mitarbeiter beschäftigen, sie müssen. Produktions- und Umsatzziele lassen sich nur erreichen, wenn das Unternehmen die dafür notwendigen Mitarbeiter mit den erforderlichen Kenntnissen hat.

Aus Sicht des Unternehmens ist es von Vorteil auf ehemalige Mitarbeiter zurückzugreifen. Man kennt Sie und weiß was Sie können. Soweit -so schlecht.
Meist wird übersehen, dass Sie sich in der Zeit außerhalb des Ex-Arbeitgebers weiter entwickelt haben. Aus dem ‚Stift‘ (altes Wort für Lehrling) ist jetzt ein Meister geworden. Es gilt auf beiden Seiten bei der Rückkehr mit Fingerspitzengefühl voranzugehen und die positiven und negativen Seite der Rückkehr abzuwiegen.

Haben Sie Fragen zu Bewerbung, Beruf und Karriere? Schauen Sie auf www.bewerber-abc.de oder kontaktieren Sie mich unter christof.wirtz@abc.jetzt

 

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Das Zwischenzeugnis

Vor gut 2 Wochen habe ich auf Twitter und Facebook einen Artikel der ingenieurkarriere.de (VDI Verlag) mit dem Thema „Gehört ein Zwischenzeugnis (bei Ingenieuren) in die Bewerbung?“ gepostet.

In „Das Arbeitszeugnis“ bin ich im Herbst letzten Jahres schon näher auf das Endzeugnis“ eingegangen, welches Sie nach dem Verlassen des Unternehmens erhalten.

In Ergänzung dazu möchte ich die Unterschiede zwischen den beiden Zeugnissen erläutern.

Der erste sichtbare Unterschied sind die beiden unterschiedlichen Zeitformen. Beim Zwischenzeugnis „ist“ Herr Müller beschäftigt, beim Arbeitszeugnis „war“ Frau Schmitz dort tätig.

Das erste endet mit einem Satz, der in etwa so aussehen könnte: „Wir danken Frau Müller für alles bisher Geleistete und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit ihr.“ Hingegen heißt es beim Endzeugnis in etwa so: „Wir danken Herrn Meyer für die stets sehr gute Zusammenarbeit und wünschen ihm privat und beruflich alles Gute und viel Erfolg.“

Wann kommt das Zwischenzeugnis zum Einsatz?

  • Beim Wechsel der Abteilung bzw. des Bereichs
  • Bei Wechsel des Vorgesetzten
  • Bei Wechsel in ein verbundenes Unternehmen
  • Bei Übernahme durch ein anderes Unternehmen
  • Bei drohender Aufhebung, Kündigung oder Insolvenz des Unternehmens
  • Wenn Sie Ihrem jetzigen Arbeitgeber klar machen wollen, dass Sie auf dem Absprung sind

Wie bitte? Ein Zwischenzeugnis wird in der Regel nur dann benötigt, wenn der Mitarbeiter dieses woanders einsetzen möchte. Sollten Sie nach einem Zwischenzeugnis fragen, ohne dass einer der ersten 5 Punkte erfüllt ist, wird nahezu automatisch davon ausgegangen, dass Sie auf dem Sprung bzw. in der Vorbereitung einer Bewerbungsphase sind. Es ist also Vorsicht geboten.

Warum Vorsicht? Es kann natürlich Vorgesetzte geben, die Ihren Wunsch nach einem Zwischenzeugnis zum Anlass nehmen, Ihnen eine Gehaltserhöhung oder einen Wechsel in eine höhere Position anzubieten. Sinnvoll ist es aus meiner Sicht allerdings nicht, den Wunsch nach einem Zwischenzeugnis als Werkzeug für ein Beförderungsgespräch einzusetzen. Auch nicht als ultima ratio.

Auf der anderen Seite ist es für Sie sehr wichtig, bereits Erreichtes schriftlich festzuhalten und durch die Unterschrift eines Dritten (hier Vorgesetzte) zu bekunden. Sie wissen nicht, wie die neue Abteilung, der neue Vorgesetzte, der neue Gesellschafter mit Ihnen zurechtkommt und wie sich das weitere Berufsleben entwickelt.

Ein Muss im Bewerbungsprozess ist ein Zwischenzeugnis nicht. Wenn Sie eins haben, mit dem Sie unzufrieden sind, müssen Sie es auch nicht mit in Ihre Bewerbungsmappe packen. Es bleibt Ihnen überlassen.

Ein Zwischenzeugnis für die aktuelle Beschäftigung ist ausreichend. Bitte keine weiteren oder gar alle Zwischenzeugnisse mit reinpacken. Da verlieren nicht nur Sie die Übersicht. Ein Endzeugnis ersetzt in der Regel alle vorhergehenden Zeugnisse. Es sei denn, es wird darin Bezug genommen. Dann sollten Sie diese Dokumente auch mit versenden.

Und zum Schluss: Mitarbeiterbesprechungsprotokolle, Mitarbeiterbewertungsbögen, Vorgesetztenbewertungsbögen, Personalentwicklungspläne…. all das gehört nicht in eine Bewerbung.

Weiterführende Links:

Welche Reihenfolge bei den Unterlagen?

 

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Wenn Sie Fragen dazu haben, können Sie mich gerne unter christof.wirtz@abc.jetzt anschreiben.

 

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Leserfrage: Wie wichtig sind Netzwerke für die Bewerbung, den Beruf, die Karriere?

Antwort: Unbezahlbar.

Aufgrund des Beitrags „No give – no get!“ von letzter Woche erreichten mich zahlreiche Kommentare und Anfragen. Insbesondere, ob das Netzwerken nicht Privatvergnügen sei oder ob es für das berufliche Weiterkommen wirklich notwendig sei.

Jede Art von persönlichem Netzwerk, sei es ein beruflich/fachliches, ein Führungskräftenetzwerk, ein Alumninetzwerk oder andere Formen, um mit anderen Menschen in einen persönlichen Kontakt zu treten, können helfen, wenn es um neue berufliche Perspektiven geht.

In beide Richtungen übrigens. Sie können neue Mitarbeiter über Ihre Netzwerke finden und auch neue Arbeitgeber für sich.

Welche Netzwerke sind die richtigen und was muss ich dort machen?

Die erste Frage ist meist sehr individuell zu beantworten und hängt von den jeweiligen Zielen und Wünschen ab. Ich rate zu 2-4 Netzwerken mit unterschiedlicher Ausprägung. Davon sollte ein Netzwerk aus dem Bereich (fachlich, regional) stammen, aus dem Sie kommen. Das zweite sollte in dem Bereich angesiedelt sein, in den Sie gerne reinmöchten. Ein überregionales Netzwerk ist sinnvoll, wenn Sie flexibel und umzugsbereit sind. Das gleiche gilt im weiteren Sinne auch für internationale Netzwerke.

Wer nur deswegen in ein Netzwerk geht, um sich selber einen Vorteil zu verschaffen, wird in aller Regel Schiffbruch erleiden.

Gemäß der Regel „No give, no get“ ist es an Ihnen, sich in das Netzwerk mit Ihren Aktivitäten einzubringen. Wie oft, wie lange und in welchem Umfang hängt von Ihnen ab. Je aktiver Sie sind, desto nachhaltiger sind die Impressionen, die Sie von sich hinterlassen. Auch lernen Sie mehr Kontakte kennen, wenn Sie öfters und länger in Ihrem Netzwerk aktiv sind.

Es sind dabei zwei Arten von Menschen, die Sie weiterbringen können. Der direkte Kontakt (zu anderen Menschen) und der Multiplikator (der Ihnen weitere Kontakte zu anderen Menschen oder Multiplikatoren eröffnet). Wichtig sind auf jeden Fall die Multiplikatoren. Menschen, die viele andere Menschen kennen und immer eine Idee haben, mit wem sie Sie vernetzen können.

„Und welche Netzwerke empfehlen Sie?“ – Als Ingenieur den VDI e.V. www.vdi.de und als angehende Führungskraft auf jeden Fall die Wirtschaftsjunioren (WJD/JCI) www.wjd.de. Bei den Wirtschaftsjunioren sind es die einzelnen Kreise bzw. Chapter in größeren Städten, die einen regionalen Bezug haben, im Landes- bzw. Bundesverband ein überregionales und auf europäischer Ebene und darüber hinaus ein internationales Netzwerk bieten.

Auch die Industrie- und Handelskammer oder eine Handwerkskammer ist nicht nur das Selbstverwaltungsinstrument der Industrie und des Handels bzw. der Handwerksunternehmen. Mit der jeweiligen gewählten Vollversammlung, die aus Vertretern der Mitgliedsunternehmen besteht, sind beide wertvolle regionale Netzwerke.

Natürlich ist für den Kleinunternehmer, den Selbstständigen oder den Handwerker vor Ort, der Schützenverein, die Freiwillige Feuerwehr und andere Hilfsverbände oder Ortsvereine auch wertvolle nicht zu unterschätzende Netzwerke.

Inwieweit auch eine Parteimitgliedschaft Sie beruflich weiterbringen kann, vermag ich nicht einzuschätzen, da mir hier die Erfahrung fehlt.

„Und wie bekomme ich jetzt was raus aus meinem Netzwerk?“ – Meist von ganz alleine. Fragen Sie und Ihnen wird geholfen. Wenn Sie nur fordern und nichts einbringen, werden Sie schnell in der Ecke stehen.

No give, no get!

Frohes Netzwerken!

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ni-give-no-get

Netzwerken: „No give – No get!“

Vor einigen Wochen wurde ich direkt von einem Netzwerkbekannten angesprochen, ob ich nicht in xy-Hausen Bewerber für eine Sowieso-Position hätte oder jmd. empfehlen kann. Auf meine Antwort, dass ich mein Netzwerk aktivieren soll, kam zunächst die Antwort, es solle bezahlbar sein. Bis dahin hatten wir in keiner Weise über Kosten, Angebot etc. gesprochen. Gleichwohl bekam ich eine detaillierte Stellenbeschreibung unaufgefordert zugesendet. Und ein Honorar wolle man auch nicht zahlen, eher so als Mund-zu-Mund Tipp im Netzwerk nur so zur Info. Aber man würde sich sehr freuen, wenn ich etwas fachspezifisch weiterhelfen könne.

Zugegeben, ich war etwas verdattert und sprachlos. Arbeiten ja bitte, bezahlen nein danke? (Die mich kennen, ahnen was in mir vorging.)

Ich erinnerte mich vor kurzem von diesem Restaurantbesitzer gehört zu haben. Dieser suchte Musiker, die bei ihm spielen dürfen um bekannt zu werden. Gage würde man nicht zahlen, jedoch würden die Gäste die Musiker ja bestimmt buchen, wenn die gut spielen würden.

Diesen kurzen Text ohne die Antwort schickte ich demjenigen, der mich angefragt hatte. Auf seine recht unreflektierte Erwiderung entschloss ich mich dazu, ihm auch die Antwort einer Band zu senden: „Antwort: Wir sind eine Gruppe Musiker. Wir suchen ein Restaurant, das gelegentlich bei uns Catering macht, um bekannt zu werden. Wir haben zwar kein Geld, aber wenn Ihr Essen schmeckt, können wir das gern regelmäßig machen. Das wäre eine gute Reklame für Ihr Restaurant.“

Daraufhin sagte er mir, dass er lediglich um einen Freundschaftsdienst gebeten hätte, er mit offenen Karten spiele und keine Diskussion haben wolle. Zudem wäre damit jetzt Ende der Diskussion. Also konfrontierte ich ihm mit der Frage, ob er mir den auch kostenfrei Dienstleistung XY oder das Dingsbums-Produkt liefern würde.

„Nee, also…

  1. habe er um ein Ende der Diskussion gebeten (dem ich unhöflicherweise – wie ich halt so bin – nicht nachgekommen bin).
  2. war er doch offen und ehrlich (ok – Vergangenheitsform – Freud lässt grüßen) und
  3. das ein Sowieso-Produkt von der Konzeption ja schon 2 Tage brauchen würde und was das alles kosten würde. (Mensch hat der es immer noch nicht kapiert?).“ Danke für die nette Diskussion, die er jetzt doch endlich beenden wolle. (Müll abladen und weg?)

Meine Antwort im O-Ton: „Es ist gut zu wissen, dass Du um das Ende der Diskussion bittest und mich damit mundtot machen möchtest. Ich finde das von Dir nicht fair! Meinst Du, dass meine Arbeit wertlos ist? Was denkst Du, was es an Zeit und Geld kostet sich ein Netzwerk aufzubauen, um solche Stellen besetzen zu können? Nett finde ich die Diskussion nicht, ich habe lediglich versucht Dir mit einem Lächeln im Gesicht auf Deinen ‚Faustschlag‘ zu antworten, in der Hoffnung, dass Du was mitbekommst. P.S: Offen und ehrlich, war ich bin ich und werde ich sein.“

Wer kann solche Kontakte gebrauchen? Mein Motto war (und ist) immer:

„No give – No get!“

Was können Sie denn jetzt daraus für Ihren Bewerbungsprozess mitnehmen?

Sie dürfen um alles bitten, nicht jedoch um das Ende einer Diskussion.

  1. Beenden Sie die Diskussion, in dem Sie schweigen. Nicht sprechen und dann den anderen das Wort abdrehen.
  2. Wenn Sie um etwas bitten, seien Sie bereit eine Gegenleistung zu erbringen. Idealerweise die, die Ihr gegenüber braucht.
  3. Geben Sie Informationen von sich an Ihren Gesprächspartner. Er wird es Ihnen danken.
  4. Wenn jemand zu Ihnen etwas durch die Blume sagt, versuchen Sie hinter die ‚Geschichte‘ zu blicken und nicht lustige Antworten an der Oberfläche zu geben.
  5. Handeln Sie im Beruf, im Netzwerk nach dem Motto „Geben ist seliger denn nehmen!“ und versuchen Sie gleichzeitig die vom Stamme „Nimm“ zu erkennen, die nach dem umgekehrten Prinzip handeln.

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Wohin mit meinen Händen im Bewerbungsgespräch?

In einem meiner Gespräche mit einem Kandidaten beim Kunden fiel mir auf, dass der Kandidat unsicher war und nicht wusste, wohin mit seinen Händen.

In der Folgezeit habe ich verstärkt bei den Gesprächen darauf geachtet, was Kandidaten mit ihren Händen machen und wie die Reaktion auf Kundenseite dazu ist. Im Nachgang habe ich dann bei Auffälligkeiten mit dem Kandidaten darüber gesprochen, was er bzw. sie denn damit ausdrücken wollte.

In den meisten Fällen war es den Bewerbern überhaupt nicht bewusst, dass sie mit den Händen ‚gesprochen‘ haben. Dennoch erzeugt die Körpersprache eine nicht zu unterschätzende Wirkung beim Gegenüber.

Im heutigen Beitrag möchte ich zunächst auf die Hände und Arme eingehen, Anmerkungen und Hinweise zur Körpersprache insgesamt sowie zur Mimik folgen in einem späteren Artikel.

Hände auf oder unter den Tisch?

Arme verschränken ja oder nein?

Aus meiner Sicht gehören die Hände bei einem Gespräch im Sitzen auf die Tischplatte, die Arme auf keinen Fall. Auch ein Verschränken der Arme im Gespräch ist – egal ob sitzend oder stehend – ein Abwehr-/Schutzsignal an den anderen und somit zu vermeiden. Die Ausnahme bildet eine Gesprächssituation, in der Sie etwas bewusst durch die Armverschränkung unterstreichen wollen (z.B. die Uneinsichtigkeit einer anderen Person).

Gefaltete Hände mit abgestütztem Ellenbogen auf dem Tisch machen in der Kirche einen frommen Eindruck, helfen Ihnen auf keinem Fall im Bewerbungsgespräch. Auch der abgestützte Kopf auf der Hand geht auf gar keinen Fall. Den meisten haben das schon die Eltern beigebracht.

Manch Bewerber lässt sich schon beim Bewerbungsfoto mit der Hand am Kinn oder stark gestikulierend ablichten. Weder beim Foto und auf gar keinen Fall beim Bewerbungsgespräch bringt Sie das einen Schritt weiter nach vorne. Es wirkt zu überheblich.

Wenn Sie sich bei der Beantwortung von Fragen an den Kragen oder den Hals fassen, deutet das daraufhin, dass es Ihnen unangenehm ist (der Kragen wird zu eng, der Hals schwillt an).

Sie fassen sich bei der Antwort an Ihre Nase? Schon Pinocchio wurde unterstellt, dass seine Nasenspitze beim Lügen wächst. Auch im Gespräch liegt die Vermutung nahe, dass Sie sich bei einer solchen Geste von der Wahrheit entfernen.

Sie wundern sich und reiben sich die Augen? Sie nesteln an Ihrer Brille während des Gesprächs oder fummeln unter oder auf dem Tisch mit einem Stift? Alles Zeichen, die als Unsicherheit gewertet werden.

Bitte zeigen Sie auch nicht mit dem Stift in der Hand auf Ihre Gesprächsteilnehmer. So manch einer fühlt sich dabei bedroht oder angegriffen und lächelt nur, weil der Stift kein Dolch bzw. keine Pistole ist.

Ihre Kleidung sitzt. Den Sitz überprüfen Sie vor Verlassen Ihrer Wohnung, evtl. korrigieren Sie kurz vor dem Gespräch an einem geeigneten Ort noch mal den Sitz von Krawatte, Rocksaum oder ähnlichem. Im Bewerbungsgespräch wirkt das mitunter sehr irritierend.

Der Gipfel, den ich in einem Gespräch erlebt habe, war, dass sich der Bewerber die Nasenhaare richtete, während er sprach. Ich denke nicht, dass das weiter zu kommentieren ist. Auf jeden Fall wurde dieser weder vom Kunden mit Handschlag verabschiedet noch eingestellt.

Und wohin jetzt mit meinen Händen, mögen Sie sich fragen.

Auf den Tisch, Handflächen in bequemer Haltung nach unten, die Finger leicht gekrümmt. Bitte achten Sie auf die Nagelpflege vor dem Gespräch, auf keinem Fall während des Gesprächs.

Zur Unterstützung dessen, was Sie sagen, dürfen Sie Ihre Hände nutzen. Ob Sie jetzt stark gestikulieren oder eher zurückhaltend die Hände überhaupt nicht oder nur wenig nutzen, ist Ausdruck Ihres Charakters. Hiervon abzuweichen, bedeutet hartes Training, sonst wirken Sie zu unglaubwürdig. Auch bringt es nichts, sich zu sehr zu verstellen. Am Ende bekommen Sie einen Job, dem Sie nicht gewachsen sind oder in dem Sie unterfordert sind.

Natürlich können Sie sich mit einem entsprechenden Training zum Trainer, Speaker, Moderator usw. ausbilden, um zu verstehen, was bestimmte körpersprachliche Gesten und Signale bedeuten bzw. wie diese in unterschiedlichen Kulturkreisen interpretiert werden. Nicht jede Hand- oder Körperhaltung hat überall die gleiche Wirkung.

Für das Bewerbungsgespräch reicht es in der Regel so zu sein, wie Sie sind und auf die oberen Beispiele zu achten.

 Mit den besten Wünschen für ein gesundes, glückliches und erfolgreiches 2017 begrüßt Sie das Bewerber A!B!C Team im neuen Jahr.

Mit Ihren Fragen und unseren Tipps zu Bewerbung, Karriere und Job geht es auch in diesem Jahr weiter auf www.bewerber-abc.de

Wir freuen uns auf Ihre Fragen und Anregungen.

 

 

 

2017-01

Frohes neues Jahr!

Das Team von Bewerber A!B!C wünscht allen Leserinnen und Leser ein gesundes, glückliches und erfolgreiches 2017.

Mögen alle Ihre Veränderungswünsche im positiven Sinne in Erfüllung gehen. Oder, wie ein japanisches Sprichwort sagt:
„Fürchte dich nicht vor langsamen Veränderungen, fürchte dich vor dem Stillstand.“

Wenn Sie Fragen zu Karriere, Bewerbung, Führung von Mitarbeiter, Verhalten von Vorgesetzten oder dem Beruf haben, freuen wir uns von Ihnen zu hören und lesen.

Heute Nachmittag geht es mit der ersten Folge von Bewerber A!B!C im neuen Jahr direkt weiter. „Wohin mit meinen Händen im Bewerbungsgespräch?“

Ihr Bewerber A!B!C Team
(powered by A!B!C AG und A!B!C Personalberatungs GmbH)

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Auf den Punkt gebracht – Erlebnisse im Bewerbungsgespräch

In meinen gut 10 Jahren als Personalberater und auch aus Bewerbungsgesprächen davor, fällt mir immer wieder auf, wie unpräzise zum Teil einfache Fragen beantwortet bzw. letztendlich nicht beantwortet werden.

Meist stellt der zukünftige Arbeitgeber eine Frage wie z.B.: „Wie viele Mitarbeiter haben Sie bei XY geführt?“. Jeder, der jetzt denkt, „Ok, einfache Frage, jetzt kommt irgendeine Zahl“ sieht sich alsbald enttäuscht, da der Bewerber anfängt, davon zu berichten, was damals bei XY so alles vorgefallen ist. Gelegentlich kommt es dabei zu Entschuldigungsversuchen, die das Gegenüber vollends zur Verwirrung bringen. Zum Schluss wird die Ausgangsfrage vergessen und die Antwort bleibt aus.

Das Resultat ist, dass der Bewerber die Stelle nicht bekommen wird. „Sechs! –Setzen!“

Ich habe mich oft gefragt, woran es liegt. Ist die Anspannung so groß, dass anstelle der Antwort auf eine simple Frage der Kandidat versucht, einen Fehler zu rechtfertigen. Oder ist es schlichtweg die Ignorierung des Fragestellers bzw. das Nicht Verstehen seiner Frage?

Viele Stellenangebote beinhalten die Frage nach dem Gehaltswunsch,. Auch diese Frage wird oft vom Kandidaten nicht beantwortet.

Warum gehen viele Bewerber so unaufmerksam mit dem Fragesteller um?

Es ist aus meiner Sicht eine Zentrierung auf die eigene Situation, in der der Gefragte steckt. Vollkommen mit sich selber und der anstrengenden Situation beschäftigt, hat der Kandidat nur eins im Kopf: „Schnell wieder raus hier.“.

Ja, Bewerbungsgespräche sind anstrengend und sie erfordern ein hohes Maß an Konzentration. Der Bewerber muss zuhören, dabei gedanklich Antworten formulieren und vorausahnen, wohin der Fragesteller das Gespräch leiten möchte. Wer fragt, der führt, heißt es nicht umsonst.

Was können Sie konkret mitnehmen?

  1. Bereiten Sie sich vor. Formulieren Sie anhand Ihres Lebenslaufs Fragen, die Ihnen gestellt werden können und geben Sie sich darauf eine Antwort. (siehe auch Bewerber A!B!C – 11. Das Vorstellungsgespräch.)
  2. Bereiten Sie sich vor. Formulieren Sie eigene Fragen, die Sie im Gespräch stellen werden. (siehe auch Bewerber – A!B!C 16. Eigene Fragen des Bewerbers.)
  3. Bereiten Sie sich vor. Nehmen Sie das Gespräch ernst. Nutzen Sie diese Chance, die Sie nur einmal haben, Ihr Gegenüber und das Unternehmen kennen zu lernen.
  4. Antworten Sie präzise auf die Fragen, die Ihnen gestellt werden.
  5. Locker bleiben, freundlich sein und Interesse zeigen.

Mit den besten Wünschen für eine besinnliche Vorweihnachtszeit, ein frohes Fest und einen „Guten Rutsch ins neue Jahr!“ verbschiedet sich das Bewerber A!B!C Team in die Winterpause. Im nächsten Jahr geht es weiter auf www.bewerber-abc.de, Ihren Fragen und unseren Antworten.

Frohe Weihnachten!