Leitfaden für das Bewerbungsgespräch

Gesprächsleitfaden für das Vorstellungsgespräch

Vorbereitung für Bewerbungsgespräche

Wer gut vorbereitet in ein Bewerbungsgespräch geht, hat bessere Chancen, die Informationen zu erhalten, die für eine spätere Entscheidung benötigt werden. Er/Sie kann sich in der Regel besser darstellen, hat also auch größere Chancen, einen Vertrag angeboten zu bekommen.

Nicht alle Bewerbungsgespräche sind vom Ablauf her gleich. Mal stellt sich das Unternehmen zu Beginn ausführlich vor, mal wird nach kurzer Vorstellung der Gesprächspartner der Bewerber gebeten, erstmal von sich zu berichten.

Doch egal wann, irgendwann sind Sie an der Reihe, sich zu präsentieren. Gehen Sie in 50% der Fälle davon aus, dass Ihre Gegenüber Ihre Unterlagen nicht oder nur oberflächlich bzw. vor längerer Zeit durchgelesen haben. Die anderen 50% sind bestens informiert und ihrerseits gut vorbereitet. Der Nachteil, Sie wissen nicht, wann Sie auf welche 50% treffen. Gehen Sie daher besser davon aus, etwas ausführlicher zu berichten.

Ich empfehle dringend die chronologische Berichterstattung: von der Schule, über Ausbildung und/oder Studium in den Beruf und ab da die einzelnen Stationen.

Je länger der jeweilige Abschnitt zurückliegt, desto kürzer können Sie sich fassen, es sei denn, es handelt sich um stellenrelevante Erfahrungen, die Sie gemacht haben oder wichtige persönlichkeitsbildende Situationen,

Je näher Sie der aktuellen Position kommen, desto ausführlicher werden Sie. Bei jeder Stelle sind folgende Punkte wichtig:

  • Warum habe ich die neue Position angenommen?
  • Welche guten, welche schlechten Erfahrungen habe ich gemacht?
  • Was habe ich gelernt?
  • Warum habe ich diese Position zu Gunsten der folgenden verlassen?

Bei Führungskräften kommen noch folgende Aspekte hinzu:

  • Wie habe ich geführt?
  • Wie haben meine Mitarbeiter und meine Vorgesetzten mein Führungsverhalten bewertet?
  • Was war meine schwierigste Entscheidung?

Bei Vertriebsmitarbeitern:

  • Meine größten Erfolge.
  • Was habe ich aus Niederlagen gelernt?

Beobachten Sie im Gespräch Ihre Gegenüber. Zeigen diese sich eher gelangweilt oder folgen sie gespannt Ihren Ausführungen? Zeigen sich „Sorgenfalten“ auf der Stirn? Alles Indizien, dass Sie zu viel oder zu wenig berichten. Fragen Sie nach! „Ist das für Sie zu ausführlich?“ oder „Möchten Sie, dass ich an dieser Stelle etwas weiter ausführe?“

Halten Sie dabei guten Blickkontakt, was nicht heißen soll, dass Sie permanent Ihre Gesprächspartner anstarren.

Beantworten Sie alle Fragen, die man an Sie richtet, gut vorbereitet und konkret. Schweifen Sie nicht zu weit von der eigentlichen Frage ab und vermeiden Sie jegliche Entschuldigungsversuche.

Vorbereitung auf Fragen, die Ihnen gestellt werden könnten:

  • Welches Ziel habe ich in den nächsten 5 Jahren? Was mache ich, um dieses Ziel zu erreichen?
  • Welche speziellen Interessensgebiete habe ich?
  • Wie wirke ich nach außen? Mit wem „kann ich“, mit welchen Menschen nicht?
  • Welche Stärken habe ich? Was mache ich gerne?
  • Welche Schwächen habe ich? Was möchte ich auf gar keinen Fall tun?
  • Check-Liste mit allen wichtigen Fragen.

Fragen zu Stelle und Funktion:

  • Wie sieht ein typischer Arbeitstag in der betreffenden Stelle/Funktion aus?
  • „Typische“ berufliche Entwicklung in den ersten 3-5 Jahren? Mittelfristige Aussichten?
  • Was sollte man in dieser Funktion besonders gut können?
  • Welche fachlichen und persönlichen Voraussetzungen sind unbedingt notwendig?
  • Fach- oder Führungsfunktion in 5 Jahren? (Vorsicht! Wirkt bei Absolventen oft übermotiviert.)
  • Welche persönlichen Stärken sind wichtig für die Position?
  • Welche „Schwächen“ darf ein Bewerber für die betrefeenden Stelle nicht haben?
  • Gibt es Besonderheiten?
  • Gehaltliche Entwicklung? (sollte nicht Priorität 1 haben!)
  • Weiterbildung (fachlich und überfachlich)?

Fragetechnik:

  • Offene Fragen sind zu bevorzugen, damit nicht nur mit ja/nein geantwortet wird (z.B. Welche, Warum, Wie, Was).
  • Halten Sie Blickkontakt. Lassen Sie den anderen ausreden und fragen Sie nach, wenn Ihre Frage nicht beantwortet wird.
  • Fragen Sie auch mal einen Gesprächsteilnehmer, warum er/sie bei dieser Firma ist oder fragen Sie, was ihm/ihr an ihrem/seinem Job besonders gut gefällt.

Der zeitliche Rahmen sollte ungefähr so ausschauen:

1/3 Unternehmen stellt sich vor
1/3 Sie stellen sich vor
je 1/6 gegenseitige Fragen

Auf keinen Fall sollten Sie mit mehr als drei Seiten eng beschriebenen Fragen im Gespräch auftauchen. Idealerweise ein bis max. zwei Seiten mit Stichworten, die Sie im Gespräch abhaken.

Fragen Sie nicht, was schon beantwortet wurde.

Suchen Sie vorab im Internet nach Informationen zum Unternehmen, nutzen Sie dazu nicht ausschließlich die firmeneigene Webpage, sondern auch Beiträge und Kommentare in der Presse oder anderen Portalen. Beschäftigen Sie sich dabei ebenso mit den Fragen zur aktuellen Situation des jeweiligen Markts, Zukunftsperspektiven und Standortperspektiven. Je nachdem, ob es sich um ein inhabergeführtes Unternehmen oder eine börsennotierte AG handelt, ob es ein Konzern oder ein KMU (Kleines/Mittlere Unternehmen) oder gar ein Startup ist, sind Ihre Fragen dabei zu priorisieren und zu überarbeiten.

Haben Sie Fragen zu Bewerbung, Lebenslauf oder Vorstellungsgespräch? Schreiben Sie mir christof.wirtz@abc.jetzt

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Christof Wirtz Bewerber-ABC

Wechselmotivation

Heute geht es um die Bewerber, die bei ihrem alten Arbeitgeber gekündigt haben, um eine neue Stelle anzutreten. Es geht weniger um die Bewerber, denen gekündigt worden ist, oder die, die einen Aufhebungsvertrag unterzeichnet haben.

Hier stellt sich die Frage, wie meine Wechselmotivation, also die Absicht, die hinter der Kündigung steckt am besten dargestellt werden kann.

Wenn Sie kündigen, haben Sie bereits einen neuen Anstellungsvertrag unterzeichnet. Alles andere ist zu vermeiden bzw. Blindflug, der nicht im Sinne Ihrer Karriere ist. Wenn Sie einen neuen Job haben, bitten Sie nicht um Kündigung, Sie kündigen selber. Sollten Sie früher aus Ihrem alten Anstellungsvertrag rauskommen wollen, also früher als die von Ihnen vereinbarte Kündigungsfrist, geht das in der Regel nur über einen Aufhebungsvertag unter Zustimmung Ihres alten Arbeitgebers.

Gründe für die Kündigung

Was hat Sie dazu bewegt, den alten Arbeitgeber zu verlassen?

  • Gehalt
  • Weiterentwicklung
  • Arbeitszeiten
  • Reisetätigkeiten
  • weniger pendeln
  • (drohende) wirtschaftliche Lage
  • Kollegen
  • Verhalten des Vorgesetzten
  • Arbeitsumfeld
  • Aufgabenstellung weicht von ursprünglichen Vereinbarungen ab
  • Zielsetzungen unrealistisch
  • neue Vorgesetzte
  • Verkauf oder Zukauf von Unternehmen(steilen)
  • (mangelnde) Perspektive

Diese Liste lässt sich sicher noch um einige Punkte erweitern. Ob es beim neuen Arbeitgeber besser ist, wird sich (hoffentlich) zeigen. Wie groß Ihr Anteil an den Beweggründen ist, will Ihr Gegenüber im Bewerbungsgespräch feststellen. Es liegt oft an beiden Seiten, wenn es zu einer Kündigung kommt.

Gehalt, Weiterentwicklung

Wenn Sie vortragen sich persönlich, inhaltlich, von Ihren Führungsaufgaben her oder gehaltlich weiterentwickeln zu wollen, sind das gute Wechselmotivationen, die in der Regel keine größeren Probleme im Gespräch verursachen, es sei denn, Sie wechseln öfter alle zwei Jahre.

Arbeitszeiten

In Bezug auf Arbeitszeiten kommt es darauf an, wieviel Sie in der vorhergehenden Stelle mehr gearbeitet haben. Bei einer Reduktion auf Teilzeit wird, auch wenn es mittlerweile einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt, immer ein Fragezeichen bleiben wie z.B.: „Macht er/sie das bei uns auch?“.

Weniger reisen, weniger pendeln

Oft wollen Mitarbeiter aus Vertrieb und Beratung, wenn sie eine Familie gründen, verständlicherweise weniger reisen bzw. weniger pendeln und denken über einen Wechsel nach. Dass dieser oft mit Gehaltseinbußen einhergeht, ist ein anderes Thema. Dieser Grund ist offen und klar kommuniziert für jeden nachvollziehbar, birgt dennoch die Gefahr, dass „Macht er/sie das bei uns auch?“ im Raume unbeantwortbar stehen bleibt.

Wirtschaftliche Lage

Ob die schlechte wirtschaftliche Lage sich abzeichnet, schon eingetreten ist oder gar erste Auswirkungen in Formen von Entlassungen im Unternehmen zeigt. Jeder versteht, dass Ihre Verantwortung in erster Linie sich selbst gegenüber und der eigenen Familie gehört. Doch auch hier gibt es Stolpersteine. Sind Sie als Vorgesetzter, im Vertrieb oder anderen verantwortlichen Positionen spürbar an dieser Misere (mit) beteiligt? Es bleibt zudem die Frage offen, ob Sie nicht länger hätten ausharren und mitkämpfen sollen, um den drohenden Schaden abzuwenden. Hier ist es wichtig, sich gut und intensiv mit möglichen Fragestellungen auseinander zu setzen. Es gibt unterschiedliche Typen in Bewerbungsgesprächen. Während der eine eine solche Situation verstehen kann und ähnlich handeln würde, bringt der andere keinerlei Verständnis für Ihre Handlung auf. Vorbereitung ist wichtig, situatives Gespür für Ihre Gesprächspartner ebenfalls.

Verhalten der Kollegen, Verhalten des Vorgesetzten

Größte Vorsicht ist geboten, wenn das Verhalten „der anderen“ Kollegen oder gar Vorgesetzten Ihren Wechsel begründen sollen. Es bleibt immer etwas an Ihnen selber haften. Bringen Sie sich dabei nicht in eine Opferrolle. Gestehen Sie selber Fehler ein, z.B. „ Ich habe die Situation vor Ort und das Spannungsfeld unterschätzt.“ Idealerweise vermeiden Sie diese Begründung für Ihren Wechsel. Waren es gar Spannungen mit dem Vorgesetzten, ist allergrößte Vorsicht geboten. Ein guter Mitarbeiter hat keine Spannungen mit dem Vorgesetzten. Alles andere wird Ihnen zum Verhängnis. Dieser Punkt ist zu vermeiden und nur in ganz wenigen Ausnahmesituationen anzuwenden, z.B. bei Übergriffen am Arbeitsplatz oder anderem persönlichem Fehlverhalten des Vorgesetzten.

Arbeitsumfeld

Sie hat das Arbeitsumfeld gestört. Ok, lassen Sie sich bitte etwas Besseres einfallen. Dieser Wechselgrund ist zu profan. In jedem Unternehmen gibt es Situationen, die nicht allen gefallen. Deshalb wechselt man nicht. Auch hier mag es im Einzelfall Ausnahmen geben, wenn es wirklich schlimm gewesen ist. Bitte nur im äußersten Notfall verwenden und keinesfalls mehrmals hintereinander.

Aufgabenstellung weicht von ursprünglichen Vereinbarungen ab

Aufgabenstellungen ändern sich im Laufe der Zeit. Weichen diese von dem ab, was ursprünglich im Arbeitsvertrag oder (schriftlichen) Nebenabreden vereinbart worden ist, ist es erstmal ein Zeichen von Flexibilität und Loyalität, wenn Sie sich den geänderten Bedingungen anpassen und Ihren Arbeitgeber so gut es geht dabei unterstützen. Das ist die erste Pflicht eines guten Angestellten und vor allem einer guten Führungskraft. Manchmal sind es sogar die Springer im Unternehmen, die alles machen können und vieles schon gemacht haben, die zur Führungskraft berufen werden. In einigen Unternehmen ist die Jobrotation auf Führungsebene Standardprogramm und Auswahl für höhere Positionen.

Zielsetzungen unrealistisch

Unrealistische Zielvorgaben oder Zielvereinbarungen sind ein schwieriges Thema, weil die Bewertung des Ziels bzw. der Unerreichbarkeit viel Erfahrung im jeweiligen Segment voraussetzt. Auch bei neuen Arbeitgebern werden die Latten hoch gehängt und man erwartet, dass Sie alle Kraft einsetzen, um die Ziele zu erreichen und nicht gelangweilt drüber stolpern oder gar ohne die Latte zu reißen drunter her wandern.

Neue Vorgesetzte

Neue Vorgesetzte bringen insbesondere für in direkter Linie berichtende Führungskräfte die Gefahr mit, dass „die Chemie nicht stimmt“ oder diese ihr eigenes Team mitbringen. Auf der anderen Seite des Bewerbungstischs wird sich die Frage stellen, warum lässt man denn einen so guten (wie Sie selber von sich sagen) Mitarbeiter/Führungskraft gehen? Es gilt sehr gut abzuwägen, ob diese Wechselmotivation sinnvoll ist oder nicht. Im Zweifel, wenn Sie ein etwas besseres / ungefährlicheres Argument haben, nutzen Sie dieses.

Verkauf oder Zukauf von Unternehmen

Unproblematisch bei der Wechselmotivation ist in der Regel der Verkauf oder Zukauf von Unternehmen(steilen). Insbesondere, wenn Sie selber gegangen sind.

Mangelnde Perspektive

Die (mangelnde) Perspektive oder (vermeintliche) Weiterentwicklung ist der meistgebrauchte Grund, um einen Wechsel zu begründen. Genau deshalb ist dieser Begriff sehr abgenutzt und wird gerne als „Ausweich“-Floskel genutzt. Machen Sie sich darauf gefasst, dass Sie so einfach nicht davon kommen. Hier wird im Bewerbungsgespräch gerne nachgehakt, manchmal auch erst nach ein paar weiteren Sätzen. („Kommen wir noch mal auf Ihre Weiterentwicklung zurück…“). Wenn nichts Brauchbares, oder Stimmiges von Ihnen kommt, bricht dieses Argument wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Übrig bleibt „Der rückt aber nicht mit der ganzen Wahrheit raus.“ Dies ist unbedingt zu vermeiden ist.

Möchten Sie wissen, was ich zu Ihren Wechselmotivationen zu sagen habe? Schreiben Sie mir christof.wirtz@abc.jetzt

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Recruiting 4.0 Computer oder Mensch? Wer findet die richtigen Mitarbeiter in Zukunft?

Recruiting 4.0 Computer oder Mensch? Wer findet die richtigen Mitarbeiter in Zukunft?

http://www.rs1.tv/index.php?idcatside=2387&sid=1281ba5567ce5de3cd687395949b9a90

„Die Mensch Maschine, Halb Wesen und halb Überding.“ Schon vor rund 40 Jahren hat die Band Kraftwerk also schon prognostiziert, dass Maschinen, also z.B. Computer, vieles besser können werden als wir. Aber ist das heute tatsächlich so? Alexander Lampe geht im „Remscheider Wirtschafts-A!B!C“ genau dieser Frage nach.

Sind es Logarithmen und Bots, die passgenau den richtigen Bewerber für eine Stelle finden, oder spielt der Mensch in diesem Prozess doch noch eine entscheidende Rolle?

Sind Computerprogramme wirklich objektiv und was ist mit weichen und vielleicht entscheidenden Faktoren bei Personalempfehlungen?

Viele Fragen, viele Antworten, wie immer bei rs1.tv

 

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Smalltalk im Bewerbungsgespräch: WarmUp und CoolDown

WarmUp

Im modernen Bewerbungsgespräch findet vor der eigentlichen Bewerbungsrunde in der Regel ein WarmUp in Form eines Smalltalks statt.

„Wie war Ihre Anfahrt?“ oder „Haben Sie gut her gefunden?“ leiten diesen Part direkt nach der Begrüßung ein. Es folgen ca. 3-5 Minuten, in denen sich die Gesprächspartner verbal „beschnuppern“ und erste non-verbale Informationen austauschen. Stimmlage, Stimmfrequenz, Sympathie, Mimik, Gestik all das spielt neben den eher belanglosen Inhalten eine wichtige Rolle.

„Oh mein Gott, die Anfahrt war die reine Katastrophe. Ein Stau nach dem anderen.“ ist aus meiner Sicht keine gute Antwort, auch wenn es der Realität entspricht. Besser wäre an der Stelle „Es gab verkehrsbedingt ein paar Herausforderungen. Da ich früh mit einem Puffer losgefahren bin, konnte ich zum Glück noch rechtzeitig hier sein.“

Versuchen Sie in Ihren Antworten den SmallTalk weiter im Fluss zu halten. Antworten Sie offen, ohne abzuweisen und stellen Sie offene Fragen wie z.B. „Heute bin ich meinem Navi gefolgt und über die A3 und die A1 zu Ihnen gekommen. Das sind natürlich sehr stark befahrene Autobahnen. Haben Sie Kollegen, die aus meiner Richtung kommen? Welche Routen werden von ihnen genutzt?“ Diese Antwort ist wesentlich besser geeignet, um sich als guter Gesprächspartner zu präsentieren, als nur einsilbig Antworten zu geben.

Allerdings sollten Sie das WarmUp nicht überreizen. Irgendwann gibt es Signale vom Gesprächspartner, dass er jetzt mit dem Bewerbungsgespräch beginnen möchte. Jetzt noch weiter über Gott, die Welt und das Wetter zu plaudern, ist kontraproduktiv.

In Vertriebs- und Führungspositionen hingegen wird auch vom Bewerber erwartet, dass er seinerseits aktiv an diesem Part mitwirkt. Sie sollten dabei nicht primär über sich reden. Bringen Sie den anderen dazu, zu reden, fragen Sie offen und zeigen Sie, dass Sie sich thematisch gut auf das Gespräch vorbereitet haben.

Wie finde ich spannende Themen für das Vorstellungsgespräch? In der WarmUp Phase sollten Sie nicht direkt zu stark auf die Position und das Fachliche eingehen. Lesen Sie lokale Nachrichten in der Presse oder online, verfolgen Sie den News-Kanal auf der Firmenhomepage, auf welchen Messen wurde in der letzten Zeit ausgestellt, gab es lokale Ereignisse im Umfeld des Unternehmen etc.. Wichtig ist es, keine sensiblen Themen wie Politik, Weltanschauung oder Religion anzusprechen. Diese Bereiche sind private, meist sensible Punkte, mit denen Sie sich schnell unbeliebt machen können.

„Auf Ihrer Website habe ich gesehen, dass Sie im letzten Jahr ein Unternehmen hinzugekauft haben.“ oder „Sie waren doch auf der XY-Messe in ABC-Stadt im vorigen Monat. Haben Sie ein Feedback von Ihren Vertriebskollegen erhalten?“ Mit diesen Fragen zeigen Sie, dass Sie sich informiert haben und gewinnen manchmal auch wertvolle Informationen zur Unternehmenskommunikation.

CoolDown

Zum Ende des Gesprächs werden oft noch Informationen ausgetauscht und die weiteren Schritte besprochen. Sie sollten aktiv nachfragen, ob das Gespräch aus Sicht der Teilnehmer gut verlaufen ist, ob noch Punkte fehlen und wie es weitergeht.

Auch hier gilt, beachten Sie die Signale zum Gesprächsende. In einigen Gesprächen habe ich erlebt, dass der Bewerber diese nicht verstanden hat und nochmal von vorne anfing, seinen Werdegang zu erzählen. Das kommt bei den Arbeitgebervertretern nicht gut an und führt oft dazu, dass dieser Bewerber nicht weiter verfolgt wird.

Bei der Verabschiedung sind wie bei der Begrüßung Höflichkeitsfloskeln, Händedruck und Augenkontakt wichtig. Auch wenn Sie denken oder sogar wissen, dass es nicht mehr weitergeht. Bewahren Sie Haltung. Und die bitte, bis Sie das Gebäude oder Werk verlassen haben und um die nächsten zwei Ecken gebogen sind. Auf dem Flur fluchen, den Pförtner beschimpfen, die Sekretärin beim Verlassen ignorieren oder sich am Werkszaun erstmal eine Zigarette anzünden – Alles „No-Go’s“.

Weitere Hinweise zum Bewerbungsgespräch oder der Stimmbildung finden Sie unter den jeweiligen Links.

Wenn Sie Fragen haben, kontaktieren Sie mich bitte über christof.wirtz@abc.jetzt .

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Christof Wirtz Bewerber-ABC

Curriculum Vitae (CV) vs. Lebenslauf

Das CV ist die internationale Form der Bewerbung, die seit einigen Jahren auch in Deutschland immer stärker Einzug hält.

Im Gegensatz zum Lebenslauf enthält das internationale Curriculum Vitae selten persönliche Angaben. Alter, Geschlecht, sozialer Status und sogar ein Bild sind oft verpönt bzw. dürfen in einigen Ländern auch nicht mehr im CV auftauchen. Da wir uns auf Bewerbungen in Deutschland konzentrieren, gehe ich hierauf nicht näher ein.

Im Unterschied zum Lebenslauf ist das CV chronologisch rückwärts aufgebaut und geht von der aktuellen Position zeitlich nach hinten.

Inzwischen gibt es auch viele Mischformen, die zwar mit Schule, Ausbildung und Studium beginnen, dann aber die berufliche Laufbahn verkehrt herum darstellen. Ich schreibe hier „bewusst verkehrt herum“, da es für viele Menschen leichter ist einen Werdegang in der richtigen zeitlichen Reihenfolge zu lesen. Warum, erkläre ich in den folgenden Abschnitten und ebenso, in welchen Fällen das CV sinnvoller sein kann.

Curriculum Vitae von Hans Mustermanncv1

Lebenslauf von Hans Mustermanncv2.png

Entscheiden Sie selber, was ist einfacher zu lesen? Für mich ist es einfacher, den Lebenslauf nachzuvollziehen als das Curriculum Vitae zu studieren. Meist lese ich einen CV auch einfach von hinten nach vorne.

Mein idealer Lebenslauf sähe in diesem Fall übrigens so aus:

Lebenslauf von Hans Mustermann

cv3

Im weiteren listen Sie ab der zweiten Seite ihre Tätigkeiten chronologisch rückwärts mit der letzten Position beginnend auf. Zu jeder Position schreiben Sie ausführlich welche Tätigkeiten sie durchgeführt haben, welche Erfolge Sie gehabt haben und idealerweise auch Ihre Wechselmotivation.

Ausnahmen!

Ein CV kann jedoch von Anfang an gestalterisch wichtig sein, wenn in den frühen Berufsjahren eine völlig andere berufliche Orientierung vorgelegen hat, als es in den letzten Jahren der Fall war.

Lebenslauf von Hanna Mustermann

cv4.png

Jetzt ist es sinnvoller, das Ganze rückwärtsbetrachtet aufzubauen, da die ersten Berufsjahre in eine völlig andere Richtung gehen. Im Zweifelsfall, falls Sie sich nicht sicher sind, versuchen Sie es mit einem ähnlichen schlanken Muster, wie ich es Ihnen hier aufgezeigt habe und probieren beide Formen oder auch noch eine dritte Mischform aus. Zeigen Sie diese Freunden, Bekannten oder einem Personalberater. Welche stellt Ihre Entwicklung besser dar?

Wenn Sie Fragen haben, kontaktieren Sie mich bitte unter christof.wirtz@abc.jetzt .

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Christof Wirtz Bewerber-ABC

„Schreiben Sie mir einen Lebenslauf?“ – Leserfrage

Vor der Sommerpause habe ich hier und auf verschiedenen Social Media Plattformen gefragt, was Sie liebe Leserinnen und Leser zu dem Thema „Ob eine Lebenslauf auch von Dritten geschrieben werden kann“ sagen.

Die Auswertung der Rückmeldungen hat mich überrascht.

Rund ein Drittel findet diesen Service gut und empfehlenswert, ein knappes Drittel steht dem Ganzen neutral gegenüber und etwas mehr als ein Drittel hält vom fremderstellten Lebenslauf überhaupt nichts.

Im letzten Drittel fanden sich neben einigen Bewerbern überwiegend Bewerbungsempfänger aus Unternehmen. Bei den Befürwortern und den Neutralen im übrigen keine Personaler oder Entscheider.

Das zeigt ganz deutlich, dass Unternehmen und deren am Einstellungsprozess beteiligten Mitarbeiter den authentischen Lebenslauf selbst entworfen, selbst formuliert und selbst geschrieben von den Bewerbern haben möchten.

Auf meine Frage, warum das so ist antworteten die meisten unisono „Die Bewerbung ist die erste Arbeitsprobe.“

Als Personalberater kann ich diese Auffassung nur unterstreichen. Sie können sich Hilfestellung bei der Erstellung des Lebenslaufs holen und diesen auch z.B. von einem Personalberater oder in einer Karriereberatung prüfen lassen und sich Hinweise zur Optimierung holen. Entwerfen und schreiben müssen Sie ihn selber.

Weitere Antworten von mir zu Bewerbungsunterlagen finden Sie unter: Mein Lebenslauf und in den kommenden Wochen hier auf www.bewerber-abc.de .

Ich freue mich weiterhin auf Ihre Fragen und Anregungen.

 

Christof Wirtz Bewerber-ABC

„Schreiben Sie mir einen Lebenslauf?“ – Leserfrage

Leserfrage:

Eine Bewerberin rief mich heute an und fragte, ob ich ihr einen Lebenslauf schreiben könne.

Was halten Sie von diesem Service? Ist es sinnvoll, das sich Bewerber ihre Lebensläufe schreiben lassen oder denken Sie, „Das geht auf keinen Fall?“.

Ich bin gespannt auf Ihre Zuschriften und Reaktionen.

Erste Antworten von mir zum fremderstellten Bewerbungsunterlagen finden Sie Mein Lebenslauf .

Das Bewerber-A!B!C verabschiedet sich in die Sommerpause. Wir sind ab dem 1. September wieder für Sie da.

Ihr Team von www.bewerber-abc.de wünschte allen Leserinnen und Lesern erholsame Sommerferien und gute Reise!

 

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Traumjobs

Berufswahl leicht gemacht – und schwer gefallen.

Berufswahl:

Wo passe ich hin, was mache ich nach der Schule?

Soll ich eine Ausbildung machen oder soll ich studieren?

Welchen Beruf soll ich erlernen? Welche Fachrichtung soll ich studieren?

Welche Branche passt zu mir und welche Unternehmensgröße? Eher das kleine mittelständische Unternehmen familien-inhabergeführt oder doch ein Konzern?

Soll ich vor dem Studium nicht besser noch eine Ausbildung machen, zur Sicherheit?

 

Das sind einige und gewiss nicht alle Fragen, die sich von Klasse 9 an heutigen Schülerinnen und Schülern stellt.

So viel vorweg, eine pauschale Antwort finden Sie hier nicht. Ich möchte Sie auf diese Fragen vorbereiten und Sie in die Lage versetzen, Ihre Antwort selber zu finden. Wenn Sie Eltern oder Lehrerin/Lehrer sind, können Sie mit dieser Vorbereitung auch Ihren Kindern und Schülerinnen und Schülern weiterhelfen.

Es ist immer gut, vorab sich selber kennen zu lernen. Stellen Sie sich Frage, wo Sie sich wohlfühlen. In welchen Situationen, Momenten und bei welchen Tätigkeiten. Entweder beobachten Sie sich in konkreten Situationen oder Sie stellen sich diese im Geiste vor.

Schreiben Sie das auf, was Sie fühlen. Als Überschrift nutzen Sie bitte das Wort „Stärken“.

Der Prozess kann durchaus ein paar Tage oder 2-3 Wochen dauern. Lassen Sie sich Zeit. Aber bitte nicht der „Auffschieberitis“ verfallen und alles am letzten Tag machen. Sie sollten sich auch vorab ein Datum setzen, an dem Sie fertig sein wollen. (Nervt das schon, fühlen Sie sich dabei unter Druck gesetzt? Bitte auf einem zweiten Blatt notieren.)

Als nächstes nehmen Sie sich ein weiteres Blatt. Stellen Sie sich jetzt bitte Situationen vor, die Ihnen eher unangenehm sind oder bei denen Sie sich nicht wohl oder unsicher gefühlt haben.

Schreiben Sie das auf, was Sie fühlen. Als Überschrift für die zweite Seite nutzen Sie bitte das Wort „Schwächen“.

Sie haben jetzt ein Grundgerüst Ihrer Stärken und Schwächen. Bauen Sie Ihre Stärken aus und arbeiten Sie an den Schwächen, die für Sie bzw. in Ihrem zukünftigen Beruf später wichtig werden können.

Anhand dieser Basis können Sie zusammen mit Berufsberatern ein erstes Bild skizzieren, was zu Ihnen passen könnte.

Wo finden Sie die Berufsberater?

Auf zahlreichen Ausbildungsmessen sowie bei der Agentur für Arbeit und auch an Schulen gibt es Veranstaltungen zum Thema. Sie haben schon konkrete Berufsbilder im Sinn oder Ihre Eltern und Verwandten empfehlen Ihnen den einen oder anderen Beruf?
Informieren Sie sich dazu im Internet, suchen Sie nach entsprechenden Anforderungsprofilen und Ausbildungsbildern bzw. Berufsbildern und auch schon mal nach späteren Aufstiegsmöglichkeiten, falls Ihnen danach ist.

Diese Anforderungsprofile können Sie mit Ihren Stärken/Schwächen abgleichen. Was brauche ich, was bringe ich mit.

Um festzustellen, ob Ihnen das Ganze denn auch wirklich Spaß macht, gibt es die Möglichkeit, über Praktika, Ferienjobs oder Betriebsbesichtigungen die Unternehmen und Berufe vor Ort kennen zu lernen.

Wichtig hierbei ist, dass Sie sich auch gut mit Ihren Fragen auf die Tage im Schnupperjob vorbereiten.

Ist es alles so, wie ich mir das vorgestellt habe ist nicht die richtige Frage, die Sie sich stellen sollten. Stellen Sie sich vor, Sie sind 3,5 oder 10 Jahre älter und haben die Ausbildung in dem Beruf gemacht, in den Sie jetzt ein paar Wochen reingeschnuppert haben. Fühlen Sie sich in Ihrer Vorstellung immer noch wohl? Wollen Sie mehr oder doch was ganz anderes? Was fehlt Ihnen zum Wohlfühlen? Wo liegen die Punkte, die Sie nicht mögen, bei denen Sie sich unsicher und unwohl fühlen?

Liegt das alles nur am Beruf, am Unternehmen oder den Kollegen und Vorgesetzten? Oder gibt es auch was in Ihrem Inneren? Was sind Sie bereit, dafür zu geben, dass sich das ändert oder an sich zu ändern, um den passenden Beruf zu finden?

Glücklich werden kommt nicht von „viel erhalten“. Eher von „viel an andere geben“ und „mit sich und seiner Umwelt zufrieden und im Reinen zu sein“. Wenn Sie andere verändern wollen, fangen Sie am besten bei sich selber an, denn glücklich wird durch Ihre Absicht, andere zu ändern, niemand. Der/die andere nicht und Sie selber erst recht nicht. Sie werden immer wieder Neues finden, was geändert werden sollte.

Wenn alles gepasst hat, super. Probieren Sie dennoch was anderes im Praktikum während der Schule mal aus. Es schadet nicht und wird Sie entweder in Ihrer Ansicht bestärken oder Sie finden etwas, dass noch besser passt.

Wenn Sie sich für einen Beruf entschieden haben, kommt die Frage nach Ausbildung, Studium oder duales Studium (mit Ausbildungsabschluss). Hier ist es sinnvoll, darüber nachzudenken, was das langfristige Ziel ist. Wollen Sie Führungskraft werden oder reicht Ihnen eine Sachbearbeiterposition aus?

Wollen Sie gar in Forschung und Lehre sollten Sie eine Promotion anstreben. Ebenso verhält es sich bei den meisten Vostandspositionen in größeren Unternehmen.

Je mehr und je früher Sie sich mit sich und Ihren Wünschen und Fähigkeiten beschäftigen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit das Passende zu finden. Bitte bedenken Sie immer dabei, dass das Scheitern nur ein weiterer Schritt zu Ihrem Erfolg ist. Sowohl Thomas Alva Edison (Erfinder der Glühbirne) als auch Michael Air Jordan (Basketballspieler) und viele andere, haben auf Ihrem Weg zum Erfolg viele Misserfolge einstecken müssen. Ja sie waren sogar die Grundlage dafür, dass sie erfolgreich geworden sind. Ohne die Misserfolge und die Überwindung des Scheiterns wären sie nicht das geworden, was sie erreicht haben.

Noch ein wichtiger Tipp zur Zielerreichung. Schreiben Sie sich Ihre Ziele auf. Ein kleines Notizbuch, das Sie einmal im Jahr rausholen und schauen wie weit Sie auf dem Weg zu Ihrem Ziel gekommen sind. Sozusagen, Ihr Karrierelotse bzw. Ihr Karrierelogbuch. Was will ich in 1, 3 und 5 Jahren erreicht haben. Im nächsten Jahr schauen Sie sich an, was Sie im Jahr 1 erreicht haben und passen evtl. Jahr 3 und 5 an und legen ein neues Ziel für das nächste Jahr fest. Weitere Tipps zur Wahl von Branche, Unternehmen und Beruf.

Sie haben bis hierhin alles gelesen und wissen nun noch weniger als zuvor? Nein, bestimmt nicht. Fangen Sie langsam mit den ersten Schritten an und holen Sie sich Feedback zu Ihren Stärken und Schwächen von Eltern, Freunden und Familie. Auch Lehrer können weiterhelfen.

Nutzen Sie die Chancen der Berufsberatung bei der Agentur für Arbeit und weiteren Veranstaltungen. Fragen Sie Nachbarn und Bekannte oder der Eltern bzw. ältere Geschwister, was wichtig ist im jeweiligen Beruf und auch was anders war beim Übergang Schule/Ausbildung, Schule/Studium und dem späteren Beruf. Der viel beschrieben Praxisschock ist keiner, wenn Sie sich auf die bevorstehenden Änderungen vorbereiten.

Sie haben noch Fragen zum Thema Berufswahl, Studienwahl, Branchenwahl oder stehen vor Veränderungen?

Bitte melden Sie sich bei christof.wirtz@abc.jetzt .

Weitere Informationen zu Beruf, Karriere und Bewerbung finden Sie auf www.bewerber-abc.de

 

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Christof Wirtz Bewerber-ABC

Jobwechsel und Lücken im Lebenslauf begründen

Jeder, der sich schon mal beworben hat, kennt die Frage nach seinen Lücken im Lebenslauf. „Warum haben Sie damals das Unternehmen verlassen?“ oder „Was war der Grund, dass Sie gewechselt haben?“. Einige liefern die Wechselmotivation mittlerweile sogar schriftlich im Lebenslauf nach den größten Erfolgen mit.

Ähnlich ist es bei den Lücken, die entstehen, wenn der eine Job schon beendet ist und der nächste erst einige Zeit später anfängt bzw. Sie länger auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind.

Grundsätzlich gibt es fünf Grundtypen der Kündigung

Kündigung des Arbeitnehmers Insolvenz des Unternehmens Aufhebungsvertrag im gegenseitigen Einvernehmen Betriebsbedingte Kündigung Verhaltensbedingte Kündigung

Siehe auch Kündigung.

Eigene Kündigung

Wenn Sie kündigen und eine neue Stelle haben (unterschriebener Vertrag), ist alles gut. Sie sollten sich nur eine Antwort für die Frage nach der Wechselmotivation überlegen, die Sie in den kommenden Jahren bei weiteren Wechseln geben, wenn Sie gefragt werden.

Haben Sie selber gekündigt und keine neue Stelle, dann wird das mit der Antwort schon schwieriger. Niemand sollte ohne wichtigen Grund kündigen, wenn keine neue Beschäftigung da ist. Hier wird meist die Antwort, die Sie geben hinterfragt und es bleiben meistens Zweifel, ob Ihre Antwort richtig ist. Je länger die Auszeit ist, desto schwieriger wird der Wiedereinstieg in den Job. Liegt das Ganze schon eine Weile zurück und haben Sie mittlerweile eine neue Beschäftigung gefunden, wird hier an der Stelle oft stärker nachgefragt. Viele Unternehmen befürchten, dass der Kandidat diese Verhaltensweise erneut an den Tag legt und „die Flinte zu schnell ins Korn wirft“.

Kündigung nach Insolvenz des Unternehmens

Ist Ihr alter Arbeitgeber insolvent geworden oder drohte eine Insolvenz, gab es Unregelmäßigkeiten bei der Gehaltszahlung oder zeichneten sich Lieferantensperren ab, dann ist es aus Ihrer Sicht nicht nur ihr gutes Recht, sondern auch Ihre Pflicht, sich nach einem neuen Arbeitgeber umzuschauen. Aus Sicht Ihres insolventen Arbeitgebers sieht das evtl. wie Fahnenflucht aus. Seien Sie sicher, dass Sie außer guter Worte meist nichts bekommen werden, wenn Sie bis zum Ende bleiben. Etwas schwieriger wird es für leitende Angestellte, Vertriebsmitarbeiter und Geschäftsführung, wenn Insolvenz und wirtschaftliche Schieflage des Unternehmens die Wechselmotivation sind. Diese Gruppen sind für Erfolg und Misserfolg stärker mitverantwortlich als die anderen Mitarbeiter. Hier gilt es, die eigenen Fehler im Vorfeld zu analysieren und mit einer gut ausgewogenen Antwort sich im Gespräch auf weitere Nachfragen einzustellen.

Aufhebungsvertrag (im gegenseitigen Einvernehmen)

Der Aufhebungsvertrag „im gegenseitigen Einvernehmen“ wird oft von Bewerbern als der bevorzugte Weg gesehen. Entweder Sie möchten schneller, unter Umgehung der vereinbarten Kündigungsfrist das Unternehmen verlassen oder Ihr (neuer) Vorgesetzter möchte sich von Ihnen (warum auch immer!) trennen und bietet diesen sanften Ausstieg mit „Abwrackprämie“ und/oder Freistellung mit Lohnfortzahlung bis zum Ende der Kündigungsfrist an. Meist verlockende Angebote mit Ausblick auf 3 bis 9 Monate bezahlten Sonderurlaub.

Hier ist größte Vorsicht geboten!

Ihr Arbeitgeber oder dessen Vertreter hat nur ein Ziel. Er möchte Sie (warum auch immer!) loswerden und ist bereit, dafür zu zahlen. Es geht ihm nicht um Ihr Wohlergehen. Und genau das ist es, was Ihnen später im Bewerbungsgespräch Ihre Antwort schwer macht. Sie nennen einen Wechselgrund, im Arbeitszeugnis steht eine wohlgemeinte Floskel und beim Referenzanruf (ja, die Anrufe gibt es, insbesondere in Führungspositionen) kommt der ehemalige Arbeitgeber nach einigem Nachfragen mit der Antwort raus. Oder aber der Gesprächspartner, oft der Entscheider, hat Zweifel an Ihrer Begründung. „Warum auch immer wollte der neue den Mitarbeiter denn jetzt wirklich loswerden, was verheimlicht er mir bzw. was weiß er gar nicht über sich?

Alles drei für Ihr Bewerbungsgespräch schwierige Stolperfallen. Auch hier müssen Sie sich sehr gut vorbereiten. Der Königsweg lautet: „Keine Aufhebungsverträge!“ (im Sinne zukünftiger Bewerbungsgespräche.

Betriebsbedingte Kündigung

Die betriebsbedingte Kündigung aufgrund Auftragseinbruch, nach Unternehmensverkauf oder -zukauf, aufgrund wirtschaftlich schwerer Lage, in nationalen/regionalen Krisenzeiten etc. ist eine Antwort, die, wenn sie auch so im Zeugnis formuliert ist oder durch größere Entlassungen von Kollegen belegbar ist, ist eine brauchbare Antwort. Sie ist allerdings keine gute Antwort.

Warum werden Sie evtl. vor anderen entlassen? Ist der betriebsbedingte Grund evtl. nur vorgeschoben, wollte man sich von Ihnen trennen, ohne Ihnen eine Abfindung zahlen zu müssen? Werden Sie erst nach der dritten oder vierten Kündigungswelle erfasst, fragt sich der neue Bewerbungsempfänger, warum Sie sich nicht von selbst schon früher um eine neue Perspektive bemüht haben. Ähnlich wie im Falle der Insolvenz sind die wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch bei Vertrieb, leitenden Angestellten und Geschäftsführung schwieriger zu begründen.

Verhaltensbedingte Kündigung

Eine verhaltensbedingte Kündigung, egal aus welchem Grund, ist zu vermeiden. Egal, wie Sie ihr Verhalten begründen werden, es wird Ihnen in der Bewerbung äußerst schwer fallen, überhaupt in ein Gespräch rein zu kommen. Im Gespräch selber ist fast nur der Weg eines Eingeständnisses eines „sehr großen Fehlers“ unter „Nichtbeachtung der möglichen Folgen“ möglich.

„Generell vermuten die Bewerbungsempfänger immer das Schlimmste beim Bewerber.“ So mögen Sie oder andere Bewerber denken. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten Mitarbeiter aus HR oder Fachabteilung und auch aus Führungsebenen genau das nicht machen. Viele sehen erst mal das Positive am Bewerber. Allerdings sehen die durch lange Jahre Praxis geschulten Augen in Lebensläufen und Zeugnissen schon mal die kleinen Haken und fragen nach, was ja auch ihre Pflicht ist.

Viele Bewerber sind sich der Sprengkraft, die in ihren Unterlagen schlummern, nicht bewusst und gehen sorglos damit um. Ein wenig Vorbereitung hilft in den allermeisten Fällen aus, um die Klippen im Gespräch zu meistern.

Vermeiden Sie bitte alle Arten der Kündigung, außer Sie kündigen selber. Vermeiden Sie Lücken und beschäftigungslose Zeiten. Wenn das nicht geht, suchen Sie nach einer plausiblen und vertretbaren Antwort, ohne sich bei der Begründung in Widersprüche zu begeben oder in die Opferrolle. Beides führt zum Ausschluss aus dem Bewerbungsverfahren in den allermeisten Fällen.

Versuchen Sie, sich bei Personalberatern oder Coaches Hilfe für die Begründungen zu Ihrem beruflichen Lebensweg zu holen. Auch das Gespräch mit einem Dritten kann Ihnen schon aufzeigen, ob Ihre Begründungen bewerbungstauglich sind.

Wenn Sie spezielle Fragen haben, können Sie mich unter christof.wirtz@abc.jetzt kontaktieren.

www.bewerber-abc Tipps und Tricks zu Beruf, Karriere und Bewerbung.

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Christof Wirtz Bewerber-ABC

Die Lebenslaufvorlage.

In meinen Karriereberatungsgesprächen beim VDI werde ich ab und an gefragt, was ich von Lebenslaufgeneratoren und einer Lebenslaufvorlage halte. In meiner täglichen Arbeit als Personalberater sehe ich gelegentlich die Ergebnisse, wenn ein Bewerber eine Lebenslaufvorlage nutzt.

Als Konzeptpapier sehe ich durchaus Einsatzmöglichkeiten für die automatisierte Lebenslauferstellung. Das Ergebnis kann aber nicht ein versandfertiger Lebenslauf sein. An diesem Dokument muss noch individuell gearbeitet werden. Schließlich ist es Ihre erste Arbeitsprobe. Daran werden Sie gemessen!

Vorlagen für Word finde ich prinzipiell nicht schlecht. Was mich stört ist, dass die Hälfte der genutzten Vorlage die erste Standardvorlage ist und weitere 30-40% aus den drei folgenden Vorlagen bekannter Schreibsoftware bestehen. Wo bleibt da die Individualität?

Ein ganz besonderes „No go“ sind aus meiner Sicht die Logos und Reklamehinweise auf gängigen CV-Generatoren-Websites in den versandten Unterlagen.

Natürlich sind die gerade bei großen Unternehmen eingesetzten Bewerbungsportale letztendlich auch nichts anderes als ein standarisierter Prozess für die Masse an Bewerbern, die hier abzufertigen ist. Aus den meist unstrukturierten Daten vieler einzelner Bewerber werden so die für die digitalisierte Weiterbearbeitung notwendigen Daten gleich zu Beginn in den Standarddatenprozess erfasst.

Auch hier bleibt Ihre Individualität auf der Strecke und wird dem (Standard Bewerbungs-) Prozess geopfert. Was im großen Konzern ja durchaus sinnvoll sein kann.

Entwerfen Sie ihre eigene Lebenslaufvorlage. Aus meiner Sicht am liebsten minimalistisch mit wenig Begrenzungslinien oder Rahmen (Ihr CV braucht keinen grafischen Halt!) und ohne Schnörkel.

Nutzen Sie nur eine Schriftart in max. 2 Größen und wenig Unterstreichungen und Darstellung in „fett“ (bold). Die Wahl der Schriftart bleibt Ihnen freigestellt. Aus meiner Sicht ist „Times New Roman“ etwas in die Tage gekommen, „Arial“ ist zwar etwas frischer, aber auch schon sehr oft verwendet. Die Schriftart muss auf dem Monitor und auf dem Papier gut lesbar sein. Schreibschriftarten oder zu stark verfremdete Schriftarten bitte direkt weglassen.

Ihre Unterschrift bitte auf keinen Fall mit einer Schreibschriftart nachempfinden! Entweder einscannen oder, was nicht so ideal ist, ohne Unterschrift versenden.

Die Dokumente sind als PDF zu versenden. Bitte nicht als Worddatei und auch nicht als Bilddatei.

Weiterführende Links:

Der optimale Lebenslauf

CV – Curriculum vitae – Lebenslauf auf Englisch (Gastbeitrag von Harald Schneider)

Weitere Beiträge zu den Themen Bewerbung, Beruf und Karriere finden Sie unter www.bewerber-abc.de .

Wenn Sie Fragen dazu haben, können Sie mich gerne unter christof.wirtz@abc.jetzt anschreiben.

 

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