Christof Wirtz Bewerber-ABC

Kündigung

Sie haben die Kündigung erhalten, Sie wollen kündigen?

Zunächst möchte ich auf den Fall eingehen, dass Ihnen gekündigt wurde. Grundsätzlich ist es aus der Karrieresicht zu vermeiden, dass Ihnen gekündigt wird. Der Königsweg ist und bleibt, dass Sie einen neuen Arbeitgeber gefunden haben und selbst kündigen, bevor es dazu kommt.

Auch die Auffassung einiger Bewerber, dass ein Aufhebungsvertrag im gegenseitigen Einvernehmen besser wäre als eine eigene Kündigung beim Arbeitgeber stimmt in keinem Fall.

Eine Kündigung kann aus verschiedenen Gründen erfolgen.

  • Verhaltensbedingt (Es gab Vorfälle, Abmahnungen sind erste Anzeichen)
  • Aus betrieblichen Gründen (Umstrukturierung, Auftragseinbruch, Führungswechsel)
  • Insolvenz, Firmenauflösung
  • Leistungsbezogene Kündigung (schlechte Verkaufszahlen)

Die wahren Gründe werden selten im späteren Arbeitszeugnis beschrieben. Zum einen dürfen dort nur positive Dinge über Sie berichtet werden. Zum anderen möchte sich das Unternehmen gerne schnell und geräuschlos vom unliebsam gewordenen Mitarbeiter trennen und willigt daher in ein ‚sanfteres‘ Zeugnis ein. Einige Kündigungsgründe aus Sicht des Unternehmens sind auch gelegentlich nicht juristisch haltbar und es kommt zu nachgezogenen Aufhebungsverträgen.

Generell gilt, je mehr Fragezeichen der spätere Bewerbungs- und Zeugnisleser hat, desto mehr sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie zum Gespräch eingeladen werden. Gegebenenfalls müssen Sie sich auf unangenehme Fragen in diese Richtung vorbereiten z.B. „Berichten Sie mal, was bei XY AG zur Kündigung geführt hat.“ oder „Gab es bei XX GmbH Probleme mit Ihrem Vorgesetzten?“

Kündigungsfrist aktiv nutzen

Auf jeden Fall sollten Sie bei einer Kündigung schnellstens mit der aktiven Bewerbung beginnen. Ein Hoffen, dass die Kündigung nach einem Rechtsstreit zurück genommen wird bringt Sie nicht weiter, im Gegenteil, Sie vergeuden wertvolle Zeit. Gerade freigestellte Mitarbeiter sollten aktiv die Zeit nutzen, um etwas Neues zu finden. Auch ein Ausharren bis zum letzten Tag in einer Transfergesellschaft zeugt nicht vom Willen, etwas zu verändern. Ich kann verstehen und nachvollziehen, dass der Gekündigte frustriert ist und dies auch in irgendeiner Form den alten Arbeitgeber spüren lassen möchte. Nur hilft das Ihnen in keiner Weise bei der Suche nach neuen Aufgaben. Es belastet Sie und Ihren Bewerbungsprozess und stielt Ihnen wertvolle Zeit. Sehen Sie das Ganze positiv und blicken Sie in eine bessere Zukunft, statt in Frust und Ärger auf die Vergangenheit zurück zu blicken.

Eigene Kündigung

Wie steht es mit Ihrer Kündigung für den Fall, dass Sie eine neue Beschäftigung gefunden haben?

Sobald der neue Anstellungsvertrag von beiden Seiten unterzeichnet wurde, können Sie kündigen. Auch wenn formaljuristisch ein Arbeitsvertrag mündlich durch Zusage im Gespräch zustande kommen kann, nützt Ihnen das nichts, wenn Sie es nicht beweisen können. Bitte beachten Sie das!

Ihre Kündigung ist schriftlich beim Arbeitgeber einzureichen. Der Brief enthält Datum, Unterschrift und den Zeitpunkt, zu dem Sie kündigen wollen. Er ist entweder im Unternehmen (bei Vorgesetzten, HR, etc.) abzugeben oder per Post (am besten Einschreiben mit Rückschein) unter Wahrung der Fristen zu versenden. Idealerweise lassen Sie sich die Abgabe bestätigen.

Wenn Sie das Gesicht wahren wollen, übergeben Sie die Kündigung in einem persönlichen Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten.

Es gibt durchaus sehr unterschiedliche Reaktionen auf Mitarbeiterkündigungen. Einige werden versuchen, Sie zur Umkehr zu bewegen. Andere sind erbost und zeigen deutliche Zeichen ihrer Abneigung, fühlen sich gar persönlich verletzt. Wieder andere freuen sich im Stillen. Rechnen Sie mit allem. Es kann sein, dass man Sie sofort freistellt oder Sie bis zum letzten Tag arbeiten müssen. Meistens ist das Ende verhandelbar. Auf jeden Fall sollten Sie jetzt nicht die Füße auf den Tisch legen und Ihre restliche Arbeit vernachlässigen oder gar schlecht über Chef und Unternehmen sprechen. Ihr Arbeitszeugnis kommt erst am Ende, und Sie wollen sich ja nicht auf den letzten Metern hier noch negative Punkte einfangen.

Professionell bleiben!

Seien Sie professionell und arbeiten in alter Frische, so lange es vertraglich vereinbart worden ist. Nutzen Sie Freistellungszeiträume z.B. zur Vorbereitung auf die neuen Aufgaben und nicht nur für Haus, Garten, Reisen und Freizeit.

Und ganz wichtig, vergessen Sie nicht nach dem Arbeitszeugnis zu fragen und darauf zu bestehen. Sie haben einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis.

Noch Fragen zur Kündigung? Bitte melden Sie sich bei mir. Weitere Fragen beantworte ich gerne auf Zuschrift und nehme diese gegebenenfalls auch anonymisiert hier auf. Ihre Fragen können Sie mir per Email an christof.wirtz@abc.jetzt zu senden. Alle Daten werden vertraulich behandelt.

Alle bisher veröffentlichen Beiträge finden Sie hier: http://www.bewerber-abc.de/

3 Gedanken zu „Kündigung

  1. Pingback: Bewerber A!B!C

Kommentar verfassen