Getränke und die Kekse im Bewerbungsgespräch

Zugegeben eine Nebensächlichkeit, solange der Bewerber das Ganze auch dabei beläßt.

In vielen Bewerbungsgesprächen stehen Kaffee und Wasser, manchmal auch Softdrinks auf dem Tisch. Oder es wird zu Beginn mit der Frage „Möchten Sie etwas trinken?“ ein Getränk angeboten.

Es ist empfehlenswert, diese Frage mit „ja“ zu beantworten. „Gerne ein Glas Wasser, bitte.“ oder „Vielen Dank, für mich bitte eine Tasse Kaffee.“

Weniger gut sind „Kaffee, bitte!“ oder „Hmmh `n Wasser.“.

„Egal!“ hilft auch nicht weiter.

Gar nicht gut sind auch „Kann ich einen Tee haben?“ oder „Haben Sie auch Zero-Cola?“

Warum?

Die Getränke werden höflichkeitshalber angeboten. Es wird erwartet, dass der Bewerber sich mit dem zufriedengibt, was ihm angeboten wird. Dabei ist es ratsam, die Höflichkeitsworte „danke“ und „bitte“ zu verwenden.

Wenn Sie Extrawünsche äußern, kommt bei den meisten Gesprächspartnern der Verdacht auf, dass nicht nur der Beginn des Gesprächs schwierig wird, sondern dessen Verlauf und erst recht eine mögliche Anstellung. Hauptgrund für diesen Verdacht sind langjährige Erfahrungen mit Menschen. Es mag Ausnahmen geben, doch sogar ich bin skeptisch.

Auf ein Getränk verzichten, macht nun gar keinen sparsamen Eindruck und ist auch nicht ratsam. Im Gespräch kann es manchmal gut sein, mit einem Schluck Flüssigkeit die Lippen und die Zunge zu benetzen, um nicht mit einem trockenen Mund in einen Hustenanfall oder ständiges Räuspern abzurutschen.

Bitte stoßen Sie nicht an, wenn alle am Gespräch Beteiligten zum Glas greifen. (Wer das nicht glaubt – es ist mir schon passiert, dass ein Bewerber mit mir anstoßen wollte.)

Das Glas dann weder in einem Zug austrinken noch bis zum Ende unausgetrunken stehen lassen. Trinken Sie normal im Laufe des Gesprächs das Glas Schluck für Schluck aus, so dass es nach ca. 45 min. leer ist. Fragen Sie nur dann nach einem weiteren Getränk, wenn es für Ihre körperliche Verfassung unbedingt nötig ist oder das Gespräch deutlich länger als 90 min dauert.

Wurde das Getränk aus einer kleinen Flasche serviert, die neben Ihrem Glas steht, sollten Sie sich irgendwann nachschenken, so dass am Ende des Gesprächs das Fläschchen und das Glas leer sind.

Alkoholische Getränke, selbst wenn angeboten, gehören weder vor noch während noch nach dem Gespräch zu einem guten Eindruck des Bewerbers.

Und was ist mit den Keksen?

Fassen Sie es als Herausforderung auf. Stellen Sie sich vor, Sie sind Krümelmonster aus der Sesamstraße und sitzen vor einem Teller der leckersten Kekse. Schaffen Sie es, während des Gesprächs darauf zu verzichten? – Sehr gut!

Ok, wenn alle anderen einen Keks essen, dürfen auch Sie zugreifen. Einer reicht allerdings.

Das A!B!C Team freut sich auf Ihre Fragen und Anregungen zu den Themen Beruf, Karriere und Bewerbung. Auf www.bewerber-abc.de veröffentlichen wir jede Woche kostenfrei Tipps und Tricks zu diesen Themenbereichen.

 

4 Gedanken zu “Getränke und die Kekse im Bewerbungsgespräch

  1. Guter Einwand. Stimme mit allem überein, außer mit dem Leeren des Getränkes. M. E. ist es richtig, dass man das Glas nicht unangerührt stehen lassen sollte, aber leeren muss man es nicht. Ich habe nämlich schon erlebt, dass Bewerber, völlig überrascht vom Ende, anfingen, sich hastig den Rest des Getränkes reinzuschütten. Kein schöner Anblick! Hat m. E. etwas kleinkindhaftes, nach dem Motto: „Der Teller muss geleert werden.“

    Für mich ist es völlig okay, wenn ein Rest übrig bleibt.

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  2. Danke für den Kommentar.
    Völlig richtig! Das Glas, die Tasse am Ende des Gesprächs hastig runterstürzen ist auf jeden Fall zu vermeiden. Daher ja auch die Empfehlung zwischendurch immer wieder einen kleinen Schluck zu nehmen.
    Idealerweise, in dem Moment, in dem einer der anderen Gesprächspartner auch zum Getränk greift. Warum dieses spiegeln im Gespräch von Bedeutung sein kann (gilt auch für andere Gesten, Sitzpositionen etc. werde ich in einem der nächsten Beiträge erläutern.
    P.S.: Für mich persönlich ist das auch egal, insbesondere, wenn es sich um Berufseinsteiger handelt. Bei Vertriebspositionen oder Führungskräften achte ich schon eher darauf. Es wird Teil des Gesamtbilds sein.

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    1. Das leuchtet mir ein, erklärt aber nicht, warum das Getränk ganz leer sein sollte. Die Interviewer trinken ja auch nicht immer ganz aus, zumal sie meist noch ein Nachgespräch haben. Oder achten Sie darauf immer zu leeren und überprüfen das beim Bewerber?

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