Leitfaden für das Bewerbungsgespräch

Gesprächsleitfaden für das Vorstellungsgespräch

Vorbereitung für Bewerbungsgespräche

Wer gut vorbereitet in ein Bewerbungsgespräch geht, hat bessere Chancen, die Informationen zu erhalten, die für eine spätere Entscheidung benötigt werden. Er/Sie kann sich in der Regel besser darstellen, hat also auch größere Chancen, einen Vertrag angeboten zu bekommen.

Nicht alle Bewerbungsgespräche sind vom Ablauf her gleich. Mal stellt sich das Unternehmen zu Beginn ausführlich vor, mal wird nach kurzer Vorstellung der Gesprächspartner der Bewerber gebeten, erstmal von sich zu berichten.

Doch egal wann, irgendwann sind Sie an der Reihe, sich zu präsentieren. Gehen Sie in 50% der Fälle davon aus, dass Ihre Gegenüber Ihre Unterlagen nicht oder nur oberflächlich bzw. vor längerer Zeit durchgelesen haben. Die anderen 50% sind bestens informiert und ihrerseits gut vorbereitet. Der Nachteil, Sie wissen nicht, wann Sie auf welche 50% treffen. Gehen Sie daher besser davon aus, etwas ausführlicher zu berichten.

Ich empfehle dringend die chronologische Berichterstattung: von der Schule, über Ausbildung und/oder Studium in den Beruf und ab da die einzelnen Stationen.

Je länger der jeweilige Abschnitt zurückliegt, desto kürzer können Sie sich fassen, es sei denn, es handelt sich um stellenrelevante Erfahrungen, die Sie gemacht haben oder wichtige persönlichkeitsbildende Situationen,

Je näher Sie der aktuellen Position kommen, desto ausführlicher werden Sie. Bei jeder Stelle sind folgende Punkte wichtig:

  • Warum habe ich die neue Position angenommen?
  • Welche guten, welche schlechten Erfahrungen habe ich gemacht?
  • Was habe ich gelernt?
  • Warum habe ich diese Position zu Gunsten der folgenden verlassen?

Bei Führungskräften kommen noch folgende Aspekte hinzu:

  • Wie habe ich geführt?
  • Wie haben meine Mitarbeiter und meine Vorgesetzten mein Führungsverhalten bewertet?
  • Was war meine schwierigste Entscheidung?

Bei Vertriebsmitarbeitern:

  • Meine größten Erfolge.
  • Was habe ich aus Niederlagen gelernt?

Beobachten Sie im Gespräch Ihre Gegenüber. Zeigen diese sich eher gelangweilt oder folgen sie gespannt Ihren Ausführungen? Zeigen sich „Sorgenfalten“ auf der Stirn? Alles Indizien, dass Sie zu viel oder zu wenig berichten. Fragen Sie nach! „Ist das für Sie zu ausführlich?“ oder „Möchten Sie, dass ich an dieser Stelle etwas weiter ausführe?“

Halten Sie dabei guten Blickkontakt, was nicht heißen soll, dass Sie permanent Ihre Gesprächspartner anstarren.

Beantworten Sie alle Fragen, die man an Sie richtet, gut vorbereitet und konkret. Schweifen Sie nicht zu weit von der eigentlichen Frage ab und vermeiden Sie jegliche Entschuldigungsversuche.

Vorbereitung auf Fragen, die Ihnen gestellt werden könnten:

  • Welches Ziel habe ich in den nächsten 5 Jahren? Was mache ich, um dieses Ziel zu erreichen?
  • Welche speziellen Interessensgebiete habe ich?
  • Wie wirke ich nach außen? Mit wem „kann ich“, mit welchen Menschen nicht?
  • Welche Stärken habe ich? Was mache ich gerne?
  • Welche Schwächen habe ich? Was möchte ich auf gar keinen Fall tun?
  • Check-Liste mit allen wichtigen Fragen.

Fragen zu Stelle und Funktion:

  • Wie sieht ein typischer Arbeitstag in der betreffenden Stelle/Funktion aus?
  • „Typische“ berufliche Entwicklung in den ersten 3-5 Jahren? Mittelfristige Aussichten?
  • Was sollte man in dieser Funktion besonders gut können?
  • Welche fachlichen und persönlichen Voraussetzungen sind unbedingt notwendig?
  • Fach- oder Führungsfunktion in 5 Jahren? (Vorsicht! Wirkt bei Absolventen oft übermotiviert.)
  • Welche persönlichen Stärken sind wichtig für die Position?
  • Welche „Schwächen“ darf ein Bewerber für die betrefeenden Stelle nicht haben?
  • Gibt es Besonderheiten?
  • Gehaltliche Entwicklung? (sollte nicht Priorität 1 haben!)
  • Weiterbildung (fachlich und überfachlich)?

Fragetechnik:

  • Offene Fragen sind zu bevorzugen, damit nicht nur mit ja/nein geantwortet wird (z.B. Welche, Warum, Wie, Was).
  • Halten Sie Blickkontakt. Lassen Sie den anderen ausreden und fragen Sie nach, wenn Ihre Frage nicht beantwortet wird.
  • Fragen Sie auch mal einen Gesprächsteilnehmer, warum er/sie bei dieser Firma ist oder fragen Sie, was ihm/ihr an ihrem/seinem Job besonders gut gefällt.

Der zeitliche Rahmen sollte ungefähr so ausschauen:

1/3 Unternehmen stellt sich vor
1/3 Sie stellen sich vor
je 1/6 gegenseitige Fragen

Auf keinen Fall sollten Sie mit mehr als drei Seiten eng beschriebenen Fragen im Gespräch auftauchen. Idealerweise ein bis max. zwei Seiten mit Stichworten, die Sie im Gespräch abhaken.

Fragen Sie nicht, was schon beantwortet wurde.

Suchen Sie vorab im Internet nach Informationen zum Unternehmen, nutzen Sie dazu nicht ausschließlich die firmeneigene Webpage, sondern auch Beiträge und Kommentare in der Presse oder anderen Portalen. Beschäftigen Sie sich dabei ebenso mit den Fragen zur aktuellen Situation des jeweiligen Markts, Zukunftsperspektiven und Standortperspektiven. Je nachdem, ob es sich um ein inhabergeführtes Unternehmen oder eine börsennotierte AG handelt, ob es ein Konzern oder ein KMU (Kleines/Mittlere Unternehmen) oder gar ein Startup ist, sind Ihre Fragen dabei zu priorisieren und zu überarbeiten.

Haben Sie Fragen zu Bewerbung, Lebenslauf oder Vorstellungsgespräch? Schreiben Sie mir christof.wirtz@abc.jetzt

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