Archiv der Kategorie: Bewerbung

Christof Wirtz Bewerber-ABC

Jobwechsel und Lücken im Lebenslauf begründen

Jeder, der sich schon mal beworben hat, kennt die Frage nach seinen Lücken im Lebenslauf. „Warum haben Sie damals das Unternehmen verlassen?“ oder „Was war der Grund, dass Sie gewechselt haben?“. Einige liefern die Wechselmotivation mittlerweile sogar schriftlich im Lebenslauf nach den größten Erfolgen mit.

Ähnlich ist es bei den Lücken, die entstehen, wenn der eine Job schon beendet ist und der nächste erst einige Zeit später anfängt bzw. Sie länger auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind.

Grundsätzlich gibt es fünf Grundtypen der Kündigung

Kündigung des Arbeitnehmers Insolvenz des Unternehmens Aufhebungsvertrag im gegenseitigen Einvernehmen Betriebsbedingte Kündigung Verhaltensbedingte Kündigung

Siehe auch Kündigung.

Eigene Kündigung

Wenn Sie kündigen und eine neue Stelle haben (unterschriebener Vertrag), ist alles gut. Sie sollten sich nur eine Antwort für die Frage nach der Wechselmotivation überlegen, die Sie in den kommenden Jahren bei weiteren Wechseln geben, wenn Sie gefragt werden.

Haben Sie selber gekündigt und keine neue Stelle, dann wird das mit der Antwort schon schwieriger. Niemand sollte ohne wichtigen Grund kündigen, wenn keine neue Beschäftigung da ist. Hier wird meist die Antwort, die Sie geben hinterfragt und es bleiben meistens Zweifel, ob Ihre Antwort richtig ist. Je länger die Auszeit ist, desto schwieriger wird der Wiedereinstieg in den Job. Liegt das Ganze schon eine Weile zurück und haben Sie mittlerweile eine neue Beschäftigung gefunden, wird hier an der Stelle oft stärker nachgefragt. Viele Unternehmen befürchten, dass der Kandidat diese Verhaltensweise erneut an den Tag legt und „die Flinte zu schnell ins Korn wirft“.

Kündigung nach Insolvenz des Unternehmens

Ist Ihr alter Arbeitgeber insolvent geworden oder drohte eine Insolvenz, gab es Unregelmäßigkeiten bei der Gehaltszahlung oder zeichneten sich Lieferantensperren ab, dann ist es aus Ihrer Sicht nicht nur ihr gutes Recht, sondern auch Ihre Pflicht, sich nach einem neuen Arbeitgeber umzuschauen. Aus Sicht Ihres insolventen Arbeitgebers sieht das evtl. wie Fahnenflucht aus. Seien Sie sicher, dass Sie außer guter Worte meist nichts bekommen werden, wenn Sie bis zum Ende bleiben. Etwas schwieriger wird es für leitende Angestellte, Vertriebsmitarbeiter und Geschäftsführung, wenn Insolvenz und wirtschaftliche Schieflage des Unternehmens die Wechselmotivation sind. Diese Gruppen sind für Erfolg und Misserfolg stärker mitverantwortlich als die anderen Mitarbeiter. Hier gilt es, die eigenen Fehler im Vorfeld zu analysieren und mit einer gut ausgewogenen Antwort sich im Gespräch auf weitere Nachfragen einzustellen.

Aufhebungsvertrag (im gegenseitigen Einvernehmen)

Der Aufhebungsvertrag „im gegenseitigen Einvernehmen“ wird oft von Bewerbern als der bevorzugte Weg gesehen. Entweder Sie möchten schneller, unter Umgehung der vereinbarten Kündigungsfrist das Unternehmen verlassen oder Ihr (neuer) Vorgesetzter möchte sich von Ihnen (warum auch immer!) trennen und bietet diesen sanften Ausstieg mit „Abwrackprämie“ und/oder Freistellung mit Lohnfortzahlung bis zum Ende der Kündigungsfrist an. Meist verlockende Angebote mit Ausblick auf 3 bis 9 Monate bezahlten Sonderurlaub.

Hier ist größte Vorsicht geboten!

Ihr Arbeitgeber oder dessen Vertreter hat nur ein Ziel. Er möchte Sie (warum auch immer!) loswerden und ist bereit, dafür zu zahlen. Es geht ihm nicht um Ihr Wohlergehen. Und genau das ist es, was Ihnen später im Bewerbungsgespräch Ihre Antwort schwer macht. Sie nennen einen Wechselgrund, im Arbeitszeugnis steht eine wohlgemeinte Floskel und beim Referenzanruf (ja, die Anrufe gibt es, insbesondere in Führungspositionen) kommt der ehemalige Arbeitgeber nach einigem Nachfragen mit der Antwort raus. Oder aber der Gesprächspartner, oft der Entscheider, hat Zweifel an Ihrer Begründung. „Warum auch immer wollte der neue den Mitarbeiter denn jetzt wirklich loswerden, was verheimlicht er mir bzw. was weiß er gar nicht über sich?

Alles drei für Ihr Bewerbungsgespräch schwierige Stolperfallen. Auch hier müssen Sie sich sehr gut vorbereiten. Der Königsweg lautet: „Keine Aufhebungsverträge!“ (im Sinne zukünftiger Bewerbungsgespräche.

Betriebsbedingte Kündigung

Die betriebsbedingte Kündigung aufgrund Auftragseinbruch, nach Unternehmensverkauf oder -zukauf, aufgrund wirtschaftlich schwerer Lage, in nationalen/regionalen Krisenzeiten etc. ist eine Antwort, die, wenn sie auch so im Zeugnis formuliert ist oder durch größere Entlassungen von Kollegen belegbar ist, ist eine brauchbare Antwort. Sie ist allerdings keine gute Antwort.

Warum werden Sie evtl. vor anderen entlassen? Ist der betriebsbedingte Grund evtl. nur vorgeschoben, wollte man sich von Ihnen trennen, ohne Ihnen eine Abfindung zahlen zu müssen? Werden Sie erst nach der dritten oder vierten Kündigungswelle erfasst, fragt sich der neue Bewerbungsempfänger, warum Sie sich nicht von selbst schon früher um eine neue Perspektive bemüht haben. Ähnlich wie im Falle der Insolvenz sind die wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch bei Vertrieb, leitenden Angestellten und Geschäftsführung schwieriger zu begründen.

Verhaltensbedingte Kündigung

Eine verhaltensbedingte Kündigung, egal aus welchem Grund, ist zu vermeiden. Egal, wie Sie ihr Verhalten begründen werden, es wird Ihnen in der Bewerbung äußerst schwer fallen, überhaupt in ein Gespräch rein zu kommen. Im Gespräch selber ist fast nur der Weg eines Eingeständnisses eines „sehr großen Fehlers“ unter „Nichtbeachtung der möglichen Folgen“ möglich.

„Generell vermuten die Bewerbungsempfänger immer das Schlimmste beim Bewerber.“ So mögen Sie oder andere Bewerber denken. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten Mitarbeiter aus HR oder Fachabteilung und auch aus Führungsebenen genau das nicht machen. Viele sehen erst mal das Positive am Bewerber. Allerdings sehen die durch lange Jahre Praxis geschulten Augen in Lebensläufen und Zeugnissen schon mal die kleinen Haken und fragen nach, was ja auch ihre Pflicht ist.

Viele Bewerber sind sich der Sprengkraft, die in ihren Unterlagen schlummern, nicht bewusst und gehen sorglos damit um. Ein wenig Vorbereitung hilft in den allermeisten Fällen aus, um die Klippen im Gespräch zu meistern.

Vermeiden Sie bitte alle Arten der Kündigung, außer Sie kündigen selber. Vermeiden Sie Lücken und beschäftigungslose Zeiten. Wenn das nicht geht, suchen Sie nach einer plausiblen und vertretbaren Antwort, ohne sich bei der Begründung in Widersprüche zu begeben oder in die Opferrolle. Beides führt zum Ausschluss aus dem Bewerbungsverfahren in den allermeisten Fällen.

Versuchen Sie, sich bei Personalberatern oder Coaches Hilfe für die Begründungen zu Ihrem beruflichen Lebensweg zu holen. Auch das Gespräch mit einem Dritten kann Ihnen schon aufzeigen, ob Ihre Begründungen bewerbungstauglich sind.

Wenn Sie spezielle Fragen haben, können Sie mich unter christof.wirtz@abc.jetzt kontaktieren.

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Vorstellungsgespräch

Atmungstechniken zur Stimmbildung – Sicher durch das Vorstellungsgespräch

Kann der Bewerber sein Stimme mithilfe von Atmungstechnik verbessern und hilft das im Vorstellungsgespräch?

In meinen Seminaren gebe ich den Teilnehmern den Hinweis, noch bevor ich mich vorstelle, dass jeder die Übungen mitmachen und die Ratschläge befolgen kann, wenn sie es wollen. Keiner ist dazu verpflichtet etwas, zu tun, was sie/er nicht möchte.

Warum schreibe ich das vorab?

Die kommenden Atmungsübungen kommen zum Teil aus Präsentationstrainings und Chorübungen. Niemand muss das machen, um in ein Bewerbungsgespräch zu gehen. Je besser Sie Ihre Atmung und damit Ihre Stimme steuern können, umso besser ist es gerade in stressigen Situationen, wenn man aufgeregt ist oder die Stimme zittert.

Bevor die Stimme ganz weg ist, sollten Sie zum Glas Wasser greifen. Siehe auch Getränke und die Kekse.

Bei Präsentationen vor größeren Gruppen kann ich diese Übungen nur allerbestens empfehlen. Sie helfen langfristig, die Zwerchfellmuskulatur und Stimmbandmuskeln zu stärken und kontrollierter einzusetzen. Kurzfristig dienen sie der Entspannung vor „angespannten“ Situationen. In den meisten Fällen befinden sich die Bewerber und die Redner in einer mentalen und evtl. auch körperlichen Anspannungssituation. Jeder, der schon mal eine Rede gehalten hat, weiß das.

Die Stimme entsteht durch das Zusammenspiel vieler Muskeln. Über die Stimmbänder wird eine Luftsäule zum Schwingen gebracht und über die Zunge und die Mundhöhle weiter verformt. So entstehen Silben und Laute, die wir beim Hören in Wörter, Empfindungen oder wiedererkannte Geräusch verwandeln.

Übung 1 dient der Stärkung des Zwerchfells und einer besseren Nutzung der Bauchstimme.

In Übung 2 lernen Sie die Entspannung des Brustkorbs und der Reduzierung des „Frosch im Hals Effekts“ kennen.

Übung 3 dient dazu, ein hörbares Lächeln in ihr Gesicht zu bringen.

Wann können Sie diese Übungen machen? Am besten erst mal für sich im stillen Kämmerchen. Wenn Sie die Übung im Beisein von Partnern, Freunden oder Kollegen machen, sollten sie diese etwas darauf einstimmen, das es sonst zu lustigen Momenten kommen könnte.

Später machen Sie die Übung im Aufzug, im Auto, hinter der Bühne (Achtung Mikro nach dem Test wieder ausschalten!) oder an einem geeigneten ruhigen Platz.

Übung 1

Atmen Sie tief in den Bauch ein. Ganz tief. Der Bauch wölbt sich nach vorne.

Halten Sie die Luft etwas 2-3 Sekunden an und lassen Sie sie ruhig durch den Mund wieder ausströmen.

3-4 Sekunden warten und das Ganze zwei Mal wiederholen.

Nun bilden Sie die Silbe „ffttt“. Kurz schnell und prägnant wird die Luft, die Sie zuvor wie oben beschrieben per Bauchatmung eingeatmet haben wieder ausgelassen. Dabei erzeugen Sie das „ffttt“ und helfen mit Ihrer Zwerchfellmuskalturnach, in dem Sie den Bauch schnell einziehen und die Luft aus der Lunge drücken.

3 x „ffttt“.

Übung 2

Die Vokale „i, e, a, o, u“ sind in dieser Reihenfolge nicht im Alphabet dafür in der Reihenfolge wie Sie diese im Mund bilden. Probieren Sie es aus.

Mit den Lauten „mimmm“, „memmm“, „mamm“, „momm“ und „mumm“ lassen Sie und die Luft anstelle des „fftt“ (Übung 1a) raus. Auch diese Übung insgesamt dreimal.

Beide Übungen (1 und 2) benötigen einen gewissen Vorlauf und müssen in der ersten Zeit öfters durchgeführt werden, bis der gewünschte, Effekt eintritt. Später reicht es, 1-2 Mal pro Monat die Übungen zu machen.

Übung 3

Ist sehr einfach, effektiv und geht sehr schnell. Ziehen Sie bitte beide Mundwinkel für 60 s nach oben und spannen dabei Ihre Lachmuskeln an.

Gerade kurz vor einem wichtigen Gespräch entspannen Sie dabei Ihre Gesichtsmuskeln und bringen Ihren Körper dazu, ‚Fröhlichkeits-Stimmung‘ aufzubauen.

Ihre Stimme wirkt positiver, Ihre Ausstrahlung auch.

Alles Hokus-Pokus? – Na dann, Sie müssen es ja nicht ausprobieren.

Allen anderen versichere ich, wenn Sie es versuchen, werden Sie positiv überrascht sein.

Haben Sie andere Übungen oder Tipps zum Stimmtraining? – Ich freue mich auf Ihre Hinweise.

 

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Kekse, Kaffe und Wasser im Bewerbungsgespräch

Getränke und die Kekse im Bewerbungsgespräch

Wozu gibt es Getränke und Kekse im Bewerbungsgespräch?

Zugegeben eine Nebensächlichkeit, solange der Bewerber das Ganze auch dabei beläßt.

In vielen Bewerbungsgesprächen stehen Kaffee und Wasser, manchmal auch Softdrinks auf dem Tisch. Oder es wird zu Beginn mit der Frage „Möchten Sie etwas trinken?“ ein Getränk angeboten.

Es ist empfehlenswert, diese Frage mit „ja“ zu beantworten. „Gerne ein Glas Wasser, bitte.“ oder „Vielen Dank, für mich bitte eine Tasse Kaffee.“

Weniger gut sind „Kaffee, bitte!“ oder „Hmmh `n Wasser.“.

„Egal!“ hilft auch nicht weiter.

Gar nicht gut sind auch „Kann ich einen Tee haben?“ oder „Haben Sie auch Zero-Cola?“

Warum?

Die Getränke werden höflichkeitshalber angeboten. Es wird erwartet, dass der Bewerber sich mit dem zufriedengibt, was ihm angeboten wird. Dabei ist es ratsam, die Höflichkeitsworte „danke“ und „bitte“ zu verwenden.

Wenn Sie Extrawünsche äußern, kommt bei den meisten Gesprächspartnern der Verdacht auf, dass nicht nur der Beginn des Gesprächs schwierig wird, sondern dessen Verlauf und erst recht eine mögliche Anstellung. Hauptgrund für diesen Verdacht sind langjährige Erfahrungen mit Menschen. Es mag Ausnahmen geben, doch sogar ich bin skeptisch.

Auf ein Getränk verzichten, macht nun gar keinen sparsamen Eindruck und ist auch nicht ratsam. Im Gespräch kann es manchmal gut sein, mit einem Schluck Flüssigkeit die Lippen und die Zunge zu benetzen, um nicht mit einem trockenen Mund in einen Hustenanfall oder ständiges Räuspern abzurutschen.

Bitte stoßen Sie nicht an, wenn alle am Gespräch Beteiligten zum Glas greifen. (Wer das nicht glaubt – es ist mir schon passiert, dass ein Bewerber mit mir anstoßen wollte.)

Das Glas dann weder in einem Zug austrinken noch bis zum Ende unausgetrunken stehen lassen. Trinken Sie normal im Laufe des Gesprächs das Glas Schluck für Schluck aus, so dass es nach ca. 45 min. leer ist. Fragen Sie nur dann nach einem weiteren Getränk, wenn es für Ihre körperliche Verfassung unbedingt nötig ist oder das Gespräch deutlich länger als 90 min dauert.

Wurde das Getränk aus einer kleinen Flasche serviert, die neben Ihrem Glas steht, sollten Sie sich irgendwann nachschenken, so dass am Ende des Gesprächs das Fläschchen und das Glas leer sind.

Alkoholische Getränke, selbst wenn angeboten, gehören weder vor noch während noch nach dem Gespräch zu einem guten Eindruck des Bewerbers.

Und was ist mit den Keksen?

Fassen Sie es als Herausforderung auf. Stellen Sie sich vor, Sie sind Krümelmonster aus der Sesamstraße und sitzen vor einem Teller der leckersten Kekse. Schaffen Sie es, während des Gesprächs darauf zu verzichten? – Sehr gut!

Ok, wenn alle anderen einen Keks essen, dürfen auch Sie zugreifen. Einer reicht allerdings.

Weitere Informationen zum Bewerbungsgespräch finden Sie hier.

Das A!B!C Team freut sich auf Ihre Fragen und Anregungen zu den Themen Beruf, Karriere und Bewerbung. Auf www.bewerber-abc.de veröffentlichen wir jede Woche kostenfrei Tipps und Tricks zu diesen Themenbereichen.

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Fremdsprachen

Zertifikate vs. Erfahrung und Können sowie Fremdsprachen

In meinen Gesprächen werde ich des Öfteren gefragt, was der Bewerber denn tun könne, um beim nächsten Wechsel eine bessere Ausgangsposition zu haben. Wären nicht die xy-Zertifikate oder die ABC-Bescheinigung sinnvoll?

Egal ob IT, Projektmanagement, Arbeitsvorbereitung, um nur einige Bereiche zu nennen – die Arbeitswelt ist voll von Zertifikaten und Unternehmen, die Lehrgänge und Zertifizierungen anbieten.

Einige sind für bestimmte Berufe unabdingbar, z.B. Führerschein für Taxifahrer. Die meisten sind aus meiner Sicht nur „nice-to-have“. Ausnahme bilden hier hauptsächlich die Beratungsberufe. Viele Beratungsunternehmen verlangen im Vorfeld eine Zertifizierung, z.B. im IT-Umfeld den CCNE (Cisco Certified Network Engineer) oder ITIL.

Bei den meisten „anwendenden“ Unternehmen sind Erfahrung und Können wichtiger als eine Zertifizierung. Diese ist dann allenfalls als Ergänzung interessant.

Bei einigen Zertifizierungs-Lehrgängen jedoch kommen die Frisch-Zertifizierten mit viel Theorie und ganz wenig Praxis daher und wundern sich dann, wenn die zum Teil sehr zeitaufwendige Zertifizierung, die gelegentlich auch teuer sein kann, nicht den gewünschten Verbesserungseffekt im Hinblick auf die berufliche Weiterentwicklung haben.

Es gibt auch Zertifizierungen, die zeitlich befristet sind und in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden müssen. Im IT-Bereich kommen alle paar Jahre neue Software/Betriebssystem-Versionen heraus, die dann in eine Neu-Zertifizierung münden.

Generell kann man sagen, dass Zertifizierungen, die älter als 7-10 Jahre sind, nicht mehr als aktuell im Bewerbungsverfahren angesehen werden. Hat der Bewerber zudem in diesem Bereich längere Zeit nicht mehr gearbeitet oder nur wenig praktische Erfahrung sammeln können, werden diese auch schnell wertlos.

Es ist auch nicht wichtig, wie viele Zertifizierungen Sie haben. Wichtig ist, dass es die passenden für Ihre berufliche Zukunft und für Ihren Arbeitsplatz sind.

Ein Grund, warum sich viele mittelständische und kleine Unternehmen schwertun, ihre Mitarbeiter zur Zertifizierung zu senden, sind die Kosten, die Arbeitszeit, die in den Mitarbeiter investiert wird und die bei erfolgreichem Abschluss schwebende Frage „Bekomme ich jetzt mehr Gehalt? (Oder suche ich mir einen neuen Job?)“. Wer möchte schon Geld und Zeit in Mitarbeiter investieren, damit die dann teurer werden?

Es gibt Unternehmen, die ihre Mitarbeiter über Kosten- bzw. Rückerstattungen von Schulungs- und Weiterbildungskosten versuchen an sich zu binden. Inwieweit das zulässig ist oder auch nicht, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen. Es sollte in jedem Fall individuelle Vereinbarungen geprüft werden.

Fremdsprachen

Unabhängig davon wird es immer wichtiger, dass sich der Bewerber in den Fremdsprachen weiterentwickelt. Englisch ist bei vielen Berufen und in vielen Unternehmen Pflicht. Hier hat sich die TOEFL (Test of English as a foreign Language) Bewertung nahezu als Standard entwickelt.

A1 Grundkenntnisse
A2 erweiterte Grundkenntnisse

B1 nahezu fließend
B2 fließend in allen Gesprächssituationen

C1 verhandlungssicher, mit leichten Abstrichen
C2 verhandlungssicher in allen Situationen

Meine Empfehlung an alle, die in Führungspositionen kommen möchten, ist B2, besser C1. Im internationalen Vertrieb und in internationalen Führungsrollen sind es C1 bis C2.

Weitere Sprachen sind, insbesondere, wenn es um Unternehmen aus dem Ausland geht, die jeweilige Landessprache. Sprache verschafft Nähe! Neben der Sprache sind es auch zunehmend die jeweils anderen Gewohnheiten im Umgang mit Menschen, Kollegen, Vorgesetzten und Mitarbeitern sowie insbesondere die Kommunikation im interkulturellen Umfeld, die neben der Sprache zusätzlich zu meistern sind.

Je früher Sie Fremdsprachen lernen und je intensiver Sie sich mit Lust und Leidenschaft, z.B. im Urlaub damit beschäftigen, um so einfacher und besser beherrschen Sie die Sprache nachher.

Weitere Informationen zur Lebenslaufgestaltung finden Sie hier.

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Vorstellungsgespräch

Ausreden und ausreden lassen (im Bewerbungsgespräch).

Mir fällt im Bewerbungsgespräch immer öfter auf, dass gerade junge Bewerber ihre Gesprächspartner nicht ausreden lassen.

Der zukünftige Vorgesetzte stellt z.B. eine Frage zum Lebenslauf und bevor er noch den zweiten Teil des Satzes ausformulieren kann, fängt der Bewerber an zu antworten.

Ein anderes Beispiel war jüngst ein Kandidat, der bei der Vorstellung des Unternehmens an zu lächeln fing und mitten im Satz anhob, das er diese Information heute Morgen schon auf der Website gelesen habe.

Es zeugt, auch wenn sich das nach ‚alter Schule‘ anhört, von wenig Respekt gegenüber seinem Gesprächspartner, wenn man diesen unterbricht. Aus meiner Erfahrung reagieren zukünftige Vorgesetzte da sehr allergisch. Es kommt zum Abbruch des Gesprächs, die Bewerbung hört an dieser Stelle auf. Auch wenn aus formellen Gründen das Ganze noch 10.15 min weiter läuft. An dieser Stelle ist die Entscheidung gefallen, dass dieser Kandidat nicht weiter kommt.

Bei den Bewerbungsgesprächen, an denen ich teilnehmen konnte, haben wir oft nachher noch zusammen gesessen und eine erste Feedbackrunde zum Kandidaten gemacht. Die ‚nicht-ausreden-Lasser‘ wurden durch die Bank abgelehnt. Interessanterweise, konnten einige der Gesprächsteilnehmer nicht genau sagen, was sie denn am Bewerber gestört hat. Auf meinen Hinweis, ob das an den Unterbrechungen gelegen haben könnte, war das nahezu immer der Fall.

Das ‚nicht-ausreden-lassen‘ erzeugt also schon unbewusst ein Störgefühl beim Gesprächspartner. Meine Frage, die ich auch im Nachhinein an die Kandidaten gerichtet habe, war ob das beim Bewerber auch der Fall ist und warum er den anderen unterbrochen hat.

In der Hälfte der Fälle haben die Bewerber es nicht gemerkt. Vielleicht gehört es ja im privaten oder in Schule/Beruf/Hochschule schon zum normalen Umgangston, dass sich die Gesprächspartner nicht ausreden lassen.

Die andere Hälfte bestätigte, dass sie ungeduldig waren oder die Antwort so schnell wie möglich geben wollten.

Meine Empfehlung, entspannen Sie sich. Zählen Sie intern bis drei, nachdem der Gesprächspartner seine Frage oder seinen Satz beendet hat. Dieses wird oft durch ein körpersprachliches Signal und eine Betonung der letzten Silbe eingeleitet. „Der Ball liegt dann in Ihrem Feld.“

Ausreden

Auf der anderen Seite fallen mir die Ausreden ein, die so manch Bewerber auf Fragen von sich gibt. Schnell geht man dann in die Opferrolle. Die anderen (Kollegen, Vorgesetzten) oder die Konkurrenz oder die Umstande sind schuld an der eigenen Misere.

Hüten Sie sich davor! – „Die Entschuldigungsabteilung hat (im Vorstellungsgespräch) geschlossen!

In dem Moment, in dem Sie einen anderen für Ihre Situation verantwortbar machen, passieren im Gespräch auf der gegenüberliegenden Seite zwei Dinge. Man sucht nach den Fehlern, die Sie verschwiegen haben, welche zur Situation beigetragen haben könnten. Man sucht nach dem Verhaltensmuster bei Ihnen, dass Sie keine Fehler zugeben können.

Beides führt in die falsche Richtung, denn wer suchet der findet.

Gestehen Sie Fehler von sich aus ein. Geben Sie zu, dass Sie die Situation unterschätzt oder falsch verstanden haben.

Dann wird Ihr gegenüber zum einen die Fehler auch bei den anderen suchen, die an der Situation beteiligt waren und Sie ‚in Schutz‘ nehmen. Zum anderen gesteht er Ihnen die Fehler-Erkenntnis zu.

 Fazit, lassen Sie Ihr Gegenüber ausreden und vermeiden Sie Ausreden.

Weitere Infos zum Bewerbungsgespräch gibt es hier.

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Christof Wirtz Niederlassungsleiter

Blick in das Kuriositätenkabinett der Bewerbung

Bei mir löst so manche Bewerbung ein ungläubiges Staunen aus, gefolgt von dem Gedanken ‚Was will der Bewerber damit erreichen?‘

Die Palette ist reichhaltig, hier möchte ich ein paar Kuriositäten als Auszug nehmen und bitte inständig darum, dass diese auf keinen Fall nachgeahmt werden sollen.

Anschreiben

Im Anschreiben und im Lebenslauf alles klein schreiben. „sehr geehrter herr wirtz, aus ihrer stelleanzeige….“ Wozu soll das gut sein? Die einzige Erklärung, die ich darauf habe ist, dass der Bewerber die Rechtschreibung nicht beherrscht und lieber direkt alles klein schreibt, bevor es zu offensichtlich wird. Das i-Tüpfelchen aus meiner Sicht war jedoch, dass der Wohnort mit drei Großbuchstaben am Anfang geschrieben wurde. (DÜSseldorf). Spätestens an dieser Stelle fällt die Bewerbung in den ‚Absagen‘ Korb.

Bewerbungsfoto

 An das Bewerbungsfoto vor Schrankwand, im Garten oder im Urlaub am Strand habe ich mich ja schon fast gewöhnt. Auch Fotos mit Hund und Pferd oder Auto sind nicht selten. Ungekämmt, schlecht sitzende Kleidung und auch viel zu alte Fotos (> 3 Jahre) erlebe ich des Öfteren. Nur das Foto mit Bierdose und Zigarette in der Hand auf dem Campingstuhl…. Ich weiß bis heute nicht, was sich der Bewerber dabei gedacht hat.

Lebenslaufgestaltung

Verschnörkelte Rahmen im Lebenslauf, Blumenranken an der Seite des Anschreibens. Zu mindestens aus der Sicht des Bewerbungsempfängers im technischen Umfeld kann ich Ihnen sagen, dass so etwas nicht zielführend ist. Ich weiß nicht, wie andere Branchen darüber denken, jedoch wage ich zu sagen, dass eine Bewerbung im neutralen Format besser ankommt, als zu viel Geschnörkel Drumherum.

Ein weiteres Kuriosum stellen für mich Bewerber da, die entweder bei Termineinladungen kaum Zeit haben oder nur vor 8:00 und nach 19:00 Uhr zu erreichen sind. Für ein erstes Telefonat muss es auch Möglichkeiten dazwischen geben. Oft kann es ein persönliches Treffen auch am Wochenende geben. Spätestens jedoch, wenn das Unternehmen einlädt, sollten Sie sich an irgendeinem Tag in der üblichen Bürozeit (9:00-17:00) Zeit für das Gespräch nehmen können. Es deutet auf mangelnde Priorität für einen Wechsel hin, wenn Sie zu lange bei der Terminvereinbarung rumeiern.

In einem sehr gut laufenden Bewerbungsgespräch mit dem einstellenden Unternehmen hat neulich der Kandidat in den letzten 10 min (von 90 min Gespräch) eröffnet, dass er frühestens in 18 Monaten zur Verfügung stehen wird. Das hätte er besser vor dem ersten Bewerbungsgespräch gesagt, dann hätten sich alle Beteiligten viel Zeit sparen können und er hätte ein Unternehmen mehr gehabt, bei dem er sich in 18 Monaten bewerben kann.

Email-Adressen

Dass die Bewerber in der Bewerbungsphase zum Teil andere Emailadressen nehmen, wie z.B. Bewerbung_Andreas_Schmitz@abc.de, finde ich durchaus vernünftig. Zum einen haben Sie einen Account, indem es nur um Ihre Bewerbung geht und wenig andere Emails eingehen, zum anderen können Sie diesen löschen oder nicht beachten, in Zeiten, in denen Sie nicht auf der Suche sind. Allerdings gibt es auch hier Emailadressen wie Klickeridklack@…. oder schatzimuas@…. oder latexfan@…. oder giselaundbert@ die aus meiner Sicht nicht in ein Bewerbungsverfahren gehören.

Rechtschreibung

Das mancher Bewerber in Deutschland nicht gut in Deutsch ist, ist insoweit kein Problem, wenn es nicht in der Stellenausschreibung gefordert wird. Wenn im Lebenslauf allerdings Ünüvürsität (soll Universität heißen) steht, wird das aus einem Lacher im Kreis der Kollegen des Bewerbungsempfängers Ihnen nicht weiterhelfen.

Weiter Informationen zum Lebenslauf finden Sie hier.

Keiner der hier geschilderten Fälle ist erfunden! Lediglich habe ich einige Beispiele soweit abgeändert, dass keiner der Bewerber daraus direkt zu ermitteln wäre. Es soll hier auch keiner verunglimpft werden. Im Gegenteil, nutzen Sie die vielerorts angebotenen Chancen (z.B. beim VDI, bei sozialen Institutionen, beim Nachbarn, Schulkollegen, anderen Studenten und Freunden oder hier beim Bewerber-A!B!C und auf www.bewerber-abc.de ) im Vorfeld der Bewerbung Ihre Unterlagen prüfen zu lassen. Alles was oben beschrieben ist, sind vermeidbare Fehler.

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Christof Wirtz Bewerber-ABC

Anlagen, Anlagen, Anlagen – Worthülsen und Fallstricke in der Bewerbung

Anlagen

Aus aktuellem Anlass – wir erhielten eine Bewerbung mit 21 Anlagen – möchte ich heute zwei Themen gleichzeitig beleuchten: Worthülsen, wie ich sie nenne und Fallstricke in der Bewerbung in Bezug auf Anlagen.

Ein junger Mann sandte uns eine Bewerbung zu. Im Anhang waren 21 PDF Dateien mit den Bezeichnungen Anlage01.pdf,…..Anlage21.pdf beigefügt.

Das zeugt von sehr wenig Strukturierung und noch weniger Einfühlungsvermögen in Bezug auf die Empfänger des Bewerbungsschreibens.

Welche Anlage ist denn nun das Bewerbungsschreiben, welches der Lebenslauf usw.?

Da die meisten Bewerbungsempfänger mehr als eine Bewerbung am Tag auf meistens mehr als eine Stelle erhalten, ist es sinnvoll, diese Informationen in die Dateinamen aufzunehmen. Neumodische Betriebssysteme erlauben mehr als die unter DOS beschränkten acht Buchstaben. Vorsicht bei Sonderzeichen sowie Umlauten beim Versand der Unterlagen an internationale Unternehmen oder Unternehmen, die mit internationalen Portalen und Partnern arbeiten.

Beispiele für gelungene Dateinamen:

Projektleiter_Müller-Hans_Lebenslauf.pdf

(Die Unterstriche dürfen auch Bindestriche oder Leerzeichen sein!)

Müller-Hans_Anschreiben.pdf – geht auch!

Ebenso sind

Müller-Hans_002_Lebenslauf.pdf und Müller-Hans_001_Anschreiben.pdf

in Ordnung.

Weniger gut ist z.B.:

ABC-Personalberatung-Projektleiter 20032017-Lebenslauf.pdf

Aus der Sicht des Bewerbers kann dieser seine Bewerbung mit diesen Namen ordnen und sichten. Jedoch hat der Empfänger wenig davon und auf den kommt es an. Machen Sie die Bewerbungsunterlagen so einfach wie möglich für den Empfänger. (Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler!)

Wie groß darf der Anhang sein?

In den meisten Fällen 3 MB – 10 MB, üblich sind 5 MB. Sehr oft gibt es dazu Hinweise.

Die Aufteilung in die Anhänge

  • Anschreiben
  • Lebenslauf
  • Arbeitszeugnisse
  • Schulzeugnisse
  • Zertifikate und Bescheinigungen

ist durchaus sinnvoll. Mehr würde ich auf keinen Fall empfehlen.

Bitte verwenden Sie nur PDF, es sei denn, es wird ausdrücklich um etwas anderes gebeten. Keine JPG, TIF, DOC, XLS, PPT usw. Zu viele davon bleiben in den SPAM-Filtern hängen oder erzeugen zusätzlichen Aufwand beim Bewerbungsempfänger.

Nun zu den Worthülsen.

Stellen Sie sich bitte vor, Sie kommen an einen Tisch, an dem fünf verschiedene Menschen sitzen.

  • ein Gärtner
  • ein Mitarbeiter eines HiFi Unternehmens
  • ein Bänker
  • ein Golfclubbesitzer
  • ein Chemiemanager

Sie begrüßen die fünf mit den Worten: „Ich habe Ahnung von Anlagen.“

Alle fünf kennen das Wort und jeder misst ihm eine vollkommen andere Bedeutung bei:

  • Der Gärtner denkt an eine Parkanlage.
  • Der HiFi Verkäufer an eine HiFi-Anlage.
  • Der Bänker an eine Geldanlage.
  • Der Golfclubbesitzer an die Golfanlage.
  • Und der Chemiemanager an die Chemieanlage.

Und der Bewerbungsempfänger an die Emailanlagen.

Von diesen Begriffen gibt es reichlich in unserem Sprachgebrauch. Nicht nur in den verschiedenen Branchen, insbesondere auch in unterschiedlichen Altersgruppen werden dieselben Begriffe für unterschiedliche Inhalte verwendet.

Idealerweise kommunizieren Sie mündlich wie schriftlich in der Sprache des Empfängers. So stellen Sie sicher, dass diese verstehen, was Sie sagen wollen. Ihre Botschaft kommt besser an.

Weiter Informationen zum Lebenslauf finden Sie hier.

Das A!B!C Team freut sich auf Ihre Fragen und Anregungen zu den Themen Beruf, Karriere und Bewerbung. Auf www.bewerber-abc.de veröffentlichen wir jede Woche kostenfrei Tipps und Tricks zu diesen Themenbereichen.

 

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Satzbau

Der Anfang und die Verbindung – Bewerbungsschreiben, ein Ausflug in den Satzbau.

Aller Anfang ist schwer und ein guter Satzbau für das Bewerbungsschreiben bekanntlich auch. Manche Leserinnen und Leser, so das Feedback, fragen sich, wie mir immer wieder neue Themen einfallen. Ich muss dann lächeln und gestehen, dass ich bei den Themen gar nicht so kreativ bin. Ich berichte lediglich, was mir aktuell in Bewerbungsgesprächen auffällt. Es sind alles Themen, die ich im Bewerbungs- und Vermittlungsumfeld erleben durfte.

Wie auch das heutige Thema „Der Anfang und die Verbindung – ein Ausflug in den Satzbau“.

Der Anfang

Am Anfang war das „Ich“…..und dann kam das „und dann“.

„Ich“, „meine“, „mich“ – sind am Satzanfang im Bewerbungsschreiben nicht nur nicht gut, sie sind zu vermeiden. Die „und dann“-Verkettung ist im Gespräch und erst Recht im Brief und in der E-Mail zu vermeiden.

Oft sehe ich gerade bei jungen Bewerberinnen und Bewerbern, dass die Worte „Ich“, „Meine“ oder „Mich“ zu Anfang eines Satzes im Bewerbungsanschreiben oder in begleitenden Emails verwendet werden.

In einigen Fällen gehäuft und in einem Fall, der auch Anlass dieses Artikels ist, steht in nahezu jedem Satz am Anfang das „Ich“.

Auch wenn ich nach erster oberflächlicher Suche dazu keine wissenschaftliche Abhandlung finden konnte, zeigt die Erfahrung aus zahlreichen Gesprächen, dass das „Ich“ sowie „Mich“ und „Meine“ am Satzanfang verpönt sind.

Warum gilt es das zu vermeiden? Es sieht nicht nur unschön aus, es deutet auch auf mangelnde Stilsicherheit im Schriftverkehr hin.

Wesentlich bedeutender sind allerdings die Ableitungen und Schlüsse, die aus der Verwendung des „Ich“ am Satzanfang gezogen werden. Es kann darauf hindeuten, dass der Schreiber sich selbst immer gerne voran stellt bzw. sehr „ich“ bezogen ist.

Es wird, wenn es zu einem Bewerbungsgespräch kommen sollte, wahrscheinlich auf indirektem Weg versucht zu ergründen, ob der Bewerber sehr ich-bezogen ist oder nicht. Da sich gerade die Absolventen über ihren Fauxpas und die daraus gezogenen Schlüsse nicht im Klaren sind, kommt es im Gespräch dann zu der Situation, dass die „Rumbohrerei“ nach der Ich-Bezogenheit störend wirkt, weil sie für den Bewerber nicht verständlich und oft zu weiteren Fehlern bzw. Verunsicherung des Bewerbers führen kann.

Ein Satz aber darf dann doch mit „Ich“ anfangen. Im letzten Satz Ihres Anschreibens dürfen Sie schreiben: „Ich freue mich über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch in Ihrem Haus.“

Im Gespräch

Und dann kam das Gespräch.

Und dann wurde ich nach einem Getränk gefragt. Und dann habe ich mich vorgestellt.

(Wer hat jetzt noch nicht gegähnt?)

Spaß beiseite. Die einseitige Wiederholung und Verwendung des Begriffs „und dann“ ermüdet nicht nur den Zuhörer, sie deutet auf mangelnden Sprachgebrauch hin. Sehr oft reicht es, das „und dann“ einfach weg zu lassen. Bitte hängen Sie auch nicht alle Aufzählungen Ihres Schaffens nur mit „und“ oder „dann“ zusammen. Suchen Sie sich andere Worte.

Es kann helfen, sich seinen Werdegang aufzuschreiben. Listen Sie die Tätigkeiten nicht nur auf sondern verbinden Sie diese zu einer (möglichst spannenden) Geschichte, die auch Ihre Weiterentwicklung aufzeigt. Dann werden Sie sicherer und können Fehler aufdecken. Lesen Sie sich die Geschichte selber laut vor oder sprechen Sie sie in ein Diktiergerät (ein Smartphone reicht in der Regel). Sie können die Geschichte auch einem Freund oder Verwandten vortragen. Machen Sie sich Anmerkungen, wo Sie sich unsicher fühlen und wo Änderungen notwendig sind. Sie müssen nicht zum reißerischen Geschichtenerzähler werden. Es reicht, wenn Sie sich ordentlich und unfallfrei mit ein bisschen Stil vorstellen können.

Lassen Sie dabei Entspannung und Selbstsicherheit durchblicken, zeugt das von innerer Reife und bringt Sie weiter. Weitere Infos zu Anschreiben und zum Vorstellungsgespräch finden Sie unter den jeweiligen Links.

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Vorstellungsgespräch

Also lieber sein Wissen für sich behalten? – Leserfrage

Leserfrage:

„Im letzten Jahr bin ich zu einem Gespräch bei in der xy Branche (größerer Mittelstand) gegangen und habe mich auf eine Stelle im Bereich ABC beworben. Gegenüber saßen mir drei junge Damen.

Leider ging das Gespräch voll in die Hose. Eine Dame fragte, wo mein Heimatort liegt. An meinem Wohnort hat der Konzern kürzlich ein Unternehmen aufgekauft. Ich dachte das käme ganz gut an, wenn ich davon berichte. Davon wussten die drei nichts und fragten dann, wie ich darauf komme und woher ich das habe und irgendwie bekam das Gespräch dann einen Bruch, es wurde unfreundlich und war nach nicht mal 20 Minuten vorbei und habe drei Tage später eine Standardabsage per Mail bekommen.

Also lieber sein Wissen für sich behalten?“

Antwort von Christof Wirtz:

„Ihre Schilderung macht mich nachdenklich. Ihr Fazit „besser das Wissen für sich behalten“ kann ich nicht teilen. Hätte Ihnen ein erfahrener Gesprächspartner aus der Geschäftsführung gegenüber gesessen, hätten Sie damit wahrscheinlich stark punkten können.

Es ist schon ungewöhnlich, dass Ihnen drei „junge Damen“ gegenüber gesessen haben. Wissen Sie noch, welche Positionen die drei innehaben?

Evtl. haben die drei, so meine Vermutung, Ihre Äußerungen als Ablenkung vom Wesentlichen missverstanden.

Allerdings sind das für mich, ohne Details zum Gesprächsverlauf zu kennen, alles nur Vermutungen.

Haben Sie Ihre Chance genutzt, um nachzuhaken, woran es gelegen hat?

Ich hätte es vermutlich so wie Sie gemacht, um mit ein bisschen Smalltalk, der gut zur Unternehmensentwicklung passt den Einstieg in das Gespräch finden. Dass es nicht geklappt hat, ist der Hinweis, dass Sie und das Unternehmen nicht zueinander passen und keine „Bewertung“ Ihrer Person.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg.“

 (Link zu SmallTalk einfügen)

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Christof Wirtz Niederlassungsleiter

Unterschiede bei der Initiativbewerbung (Leserfrage)

Leserfrage

Ein Absolvent fragt: „Gibt es zu beachtende Unterschiede zwischen einer Bewerbung auf eine vom Unternehmen ausgeschriebene Stelle und einer Initiativbewerbung? Leider habe ich hierzu noch keinen Beitrag auf https://bewerber-abc.de gefunden.“

Antwort

Bei dem Format der Bewerbung gibt es keine Unterschiede. Es gibt Kandidaten, die eine Kurzbewerbung entworfen haben mit den wesentlichen Punkten auf einer Seite. Diese wird häufig als Teaser in einer Initiativbewerbung ohne weitere Dokumente im Anhang versendet. – Mir persönlich gefällt das nicht, es mag da andere Auffassungen geben.

Die einzigen Unterschiede die ich kenne:

  • Es gibt keine konkrete Stellenbeschreibung bei der Initiativbewerbung
  • Keine Ansprechpartner, es sei denn, Sie recherchieren die Personalverantwortlichen, die Geschäftsleitung oder einen zuständigen Fachbereichsleiter
  • Oft wird die Initiativbewerbung auch bei der Bewerbung bei einem Personalberater verwendet.

Es gibt auch das Format der Kurzbewerbung. Hier

Inhalt, Dokumente und Lebenslauf bleiben gleich. Weitere Infos zur schriftlichen Bewerbung finden Sie hier.

Auch hier sollten Sie nach 14 Tagen nachfassen und sich Notizen dazu machen.

Kostenfreie Bewerbungstipps sowie Vorbereitung auf Bewerbungsgespräch finden Sie unter www.bewerber-abc.de

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