Archiv der Kategorie: Anschreiben

Christof Wirtz Niederlassungsleiter

Blick in das Kuriositätenkabinett der Bewerbung

Bei mir löst so manche Bewerbung ein ungläubiges Staunen aus, gefolgt von dem Gedanken ‚Was will der Bewerber damit erreichen?‘

Die Palette ist reichhaltig, hier möchte ich ein paar Kuriositäten als Auszug nehmen und bitte inständig darum, dass diese auf keinen Fall nachgeahmt werden sollen.

Anschreiben

Im Anschreiben und im Lebenslauf alles klein schreiben. „sehr geehrter herr wirtz, aus ihrer stelleanzeige….“ Wozu soll das gut sein? Die einzige Erklärung, die ich darauf habe ist, dass der Bewerber die Rechtschreibung nicht beherrscht und lieber direkt alles klein schreibt, bevor es zu offensichtlich wird. Das i-Tüpfelchen aus meiner Sicht war jedoch, dass der Wohnort mit drei Großbuchstaben am Anfang geschrieben wurde. (DÜSseldorf). Spätestens an dieser Stelle fällt die Bewerbung in den ‚Absagen‘ Korb.

Bewerbungsfoto

 An das Bewerbungsfoto vor Schrankwand, im Garten oder im Urlaub am Strand habe ich mich ja schon fast gewöhnt. Auch Fotos mit Hund und Pferd oder Auto sind nicht selten. Ungekämmt, schlecht sitzende Kleidung und auch viel zu alte Fotos (> 3 Jahre) erlebe ich des Öfteren. Nur das Foto mit Bierdose und Zigarette in der Hand auf dem Campingstuhl…. Ich weiß bis heute nicht, was sich der Bewerber dabei gedacht hat.

Lebenslaufgestaltung

Verschnörkelte Rahmen im Lebenslauf, Blumenranken an der Seite des Anschreibens. Zu mindestens aus der Sicht des Bewerbungsempfängers im technischen Umfeld kann ich Ihnen sagen, dass so etwas nicht zielführend ist. Ich weiß nicht, wie andere Branchen darüber denken, jedoch wage ich zu sagen, dass eine Bewerbung im neutralen Format besser ankommt, als zu viel Geschnörkel Drumherum.

Ein weiteres Kuriosum stellen für mich Bewerber da, die entweder bei Termineinladungen kaum Zeit haben oder nur vor 8:00 und nach 19:00 Uhr zu erreichen sind. Für ein erstes Telefonat muss es auch Möglichkeiten dazwischen geben. Oft kann es ein persönliches Treffen auch am Wochenende geben. Spätestens jedoch, wenn das Unternehmen einlädt, sollten Sie sich an irgendeinem Tag in der üblichen Bürozeit (9:00-17:00) Zeit für das Gespräch nehmen können. Es deutet auf mangelnde Priorität für einen Wechsel hin, wenn Sie zu lange bei der Terminvereinbarung rumeiern.

In einem sehr gut laufenden Bewerbungsgespräch mit dem einstellenden Unternehmen hat neulich der Kandidat in den letzten 10 min (von 90 min Gespräch) eröffnet, dass er frühestens in 18 Monaten zur Verfügung stehen wird. Das hätte er besser vor dem ersten Bewerbungsgespräch gesagt, dann hätten sich alle Beteiligten viel Zeit sparen können und er hätte ein Unternehmen mehr gehabt, bei dem er sich in 18 Monaten bewerben kann.

Email-Adressen

Dass die Bewerber in der Bewerbungsphase zum Teil andere Emailadressen nehmen, wie z.B. Bewerbung_Andreas_Schmitz@abc.de, finde ich durchaus vernünftig. Zum einen haben Sie einen Account, indem es nur um Ihre Bewerbung geht und wenig andere Emails eingehen, zum anderen können Sie diesen löschen oder nicht beachten, in Zeiten, in denen Sie nicht auf der Suche sind. Allerdings gibt es auch hier Emailadressen wie Klickeridklack@…. oder schatzimuas@…. oder latexfan@…. oder giselaundbert@ die aus meiner Sicht nicht in ein Bewerbungsverfahren gehören.

Rechtschreibung

Das mancher Bewerber in Deutschland nicht gut in Deutsch ist, ist insoweit kein Problem, wenn es nicht in der Stellenausschreibung gefordert wird. Wenn im Lebenslauf allerdings Ünüvürsität (soll Universität heißen) steht, wird das aus einem Lacher im Kreis der Kollegen des Bewerbungsempfängers Ihnen nicht weiterhelfen.

Weiter Informationen zum Lebenslauf finden Sie hier.

Keiner der hier geschilderten Fälle ist erfunden! Lediglich habe ich einige Beispiele soweit abgeändert, dass keiner der Bewerber daraus direkt zu ermitteln wäre. Es soll hier auch keiner verunglimpft werden. Im Gegenteil, nutzen Sie die vielerorts angebotenen Chancen (z.B. beim VDI, bei sozialen Institutionen, beim Nachbarn, Schulkollegen, anderen Studenten und Freunden oder hier beim Bewerber-A!B!C und auf www.bewerber-abc.de ) im Vorfeld der Bewerbung Ihre Unterlagen prüfen zu lassen. Alles was oben beschrieben ist, sind vermeidbare Fehler.

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Satzbau

Der Anfang und die Verbindung – Bewerbungsschreiben, ein Ausflug in den Satzbau.

Aller Anfang ist schwer und ein guter Satzbau für das Bewerbungsschreiben bekanntlich auch. Manche Leserinnen und Leser, so das Feedback, fragen sich, wie mir immer wieder neue Themen einfallen. Ich muss dann lächeln und gestehen, dass ich bei den Themen gar nicht so kreativ bin. Ich berichte lediglich, was mir aktuell in Bewerbungsgesprächen auffällt. Es sind alles Themen, die ich im Bewerbungs- und Vermittlungsumfeld erleben durfte.

Wie auch das heutige Thema „Der Anfang und die Verbindung – ein Ausflug in den Satzbau“.

Der Anfang

Am Anfang war das „Ich“…..und dann kam das „und dann“.

„Ich“, „meine“, „mich“ – sind am Satzanfang im Bewerbungsschreiben nicht nur nicht gut, sie sind zu vermeiden. Die „und dann“-Verkettung ist im Gespräch und erst Recht im Brief und in der E-Mail zu vermeiden.

Oft sehe ich gerade bei jungen Bewerberinnen und Bewerbern, dass die Worte „Ich“, „Meine“ oder „Mich“ zu Anfang eines Satzes im Bewerbungsanschreiben oder in begleitenden Emails verwendet werden.

In einigen Fällen gehäuft und in einem Fall, der auch Anlass dieses Artikels ist, steht in nahezu jedem Satz am Anfang das „Ich“.

Auch wenn ich nach erster oberflächlicher Suche dazu keine wissenschaftliche Abhandlung finden konnte, zeigt die Erfahrung aus zahlreichen Gesprächen, dass das „Ich“ sowie „Mich“ und „Meine“ am Satzanfang verpönt sind.

Warum gilt es das zu vermeiden? Es sieht nicht nur unschön aus, es deutet auch auf mangelnde Stilsicherheit im Schriftverkehr hin.

Wesentlich bedeutender sind allerdings die Ableitungen und Schlüsse, die aus der Verwendung des „Ich“ am Satzanfang gezogen werden. Es kann darauf hindeuten, dass der Schreiber sich selbst immer gerne voran stellt bzw. sehr „ich“ bezogen ist.

Es wird, wenn es zu einem Bewerbungsgespräch kommen sollte, wahrscheinlich auf indirektem Weg versucht zu ergründen, ob der Bewerber sehr ich-bezogen ist oder nicht. Da sich gerade die Absolventen über ihren Fauxpas und die daraus gezogenen Schlüsse nicht im Klaren sind, kommt es im Gespräch dann zu der Situation, dass die „Rumbohrerei“ nach der Ich-Bezogenheit störend wirkt, weil sie für den Bewerber nicht verständlich und oft zu weiteren Fehlern bzw. Verunsicherung des Bewerbers führen kann.

Ein Satz aber darf dann doch mit „Ich“ anfangen. Im letzten Satz Ihres Anschreibens dürfen Sie schreiben: „Ich freue mich über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch in Ihrem Haus.“

Im Gespräch

Und dann kam das Gespräch.

Und dann wurde ich nach einem Getränk gefragt. Und dann habe ich mich vorgestellt.

(Wer hat jetzt noch nicht gegähnt?)

Spaß beiseite. Die einseitige Wiederholung und Verwendung des Begriffs „und dann“ ermüdet nicht nur den Zuhörer, sie deutet auf mangelnden Sprachgebrauch hin. Sehr oft reicht es, das „und dann“ einfach weg zu lassen. Bitte hängen Sie auch nicht alle Aufzählungen Ihres Schaffens nur mit „und“ oder „dann“ zusammen. Suchen Sie sich andere Worte.

Es kann helfen, sich seinen Werdegang aufzuschreiben. Listen Sie die Tätigkeiten nicht nur auf sondern verbinden Sie diese zu einer (möglichst spannenden) Geschichte, die auch Ihre Weiterentwicklung aufzeigt. Dann werden Sie sicherer und können Fehler aufdecken. Lesen Sie sich die Geschichte selber laut vor oder sprechen Sie sie in ein Diktiergerät (ein Smartphone reicht in der Regel). Sie können die Geschichte auch einem Freund oder Verwandten vortragen. Machen Sie sich Anmerkungen, wo Sie sich unsicher fühlen und wo Änderungen notwendig sind. Sie müssen nicht zum reißerischen Geschichtenerzähler werden. Es reicht, wenn Sie sich ordentlich und unfallfrei mit ein bisschen Stil vorstellen können.

Lassen Sie dabei Entspannung und Selbstsicherheit durchblicken, zeugt das von innerer Reife und bringt Sie weiter. Weitere Infos zu Anschreiben und zum Vorstellungsgespräch finden Sie unter den jeweiligen Links.

Das A!B!C Team freut sich auf Ihre Fragen und Anregungen zu den Themen Beruf, Karriere und Bewerbung. Auf www.bewerber-abc.de veröffentlichen wir jede Woche kostenfrei Tipps und Tricks zu diesen Themenbereichen.

Oder folgen Sie uns auf Twitter, um keine neuen Artikel zu verpassen: twitter.com/Bewerber_ABC

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Christof Wirtz Niederlassungsleiter

Unterschiede bei der Initiativbewerbung (Leserfrage)

Leserfrage

Ein Absolvent fragt: „Gibt es zu beachtende Unterschiede zwischen einer Bewerbung auf eine vom Unternehmen ausgeschriebene Stelle und einer Initiativbewerbung? Leider habe ich hierzu noch keinen Beitrag auf https://bewerber-abc.de gefunden.“

Antwort

Bei dem Format der Bewerbung gibt es keine Unterschiede. Es gibt Kandidaten, die eine Kurzbewerbung entworfen haben mit den wesentlichen Punkten auf einer Seite. Diese wird häufig als Teaser in einer Initiativbewerbung ohne weitere Dokumente im Anhang versendet. – Mir persönlich gefällt das nicht, es mag da andere Auffassungen geben.

Die einzigen Unterschiede die ich kenne:

  • Es gibt keine konkrete Stellenbeschreibung bei der Initiativbewerbung
  • Keine Ansprechpartner, es sei denn, Sie recherchieren die Personalverantwortlichen, die Geschäftsleitung oder einen zuständigen Fachbereichsleiter
  • Oft wird die Initiativbewerbung auch bei der Bewerbung bei einem Personalberater verwendet.

Es gibt auch das Format der Kurzbewerbung. Hier

Inhalt, Dokumente und Lebenslauf bleiben gleich. Weitere Infos zur schriftlichen Bewerbung finden Sie hier.

Auch hier sollten Sie nach 14 Tagen nachfassen und sich Notizen dazu machen.

Kostenfreie Bewerbungstipps sowie Vorbereitung auf Bewerbungsgespräch finden Sie unter www.bewerber-abc.de

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JoDa Coaching

Dr. Johanna Dahm: „Die 3+1 Regel im Bewerbungsschreiben“

Gastbeitrag von Dr. Johanna Dahm

https://www.xing.com/profile/Johanna_Dahm3

Am Aufbau des Bewerbungsanschreibens scheiden sich tatsächlich Geister und Größen der Karriereberatungs-Welt: Eher konservativer Stil oder möglichst ungewöhnliche Ansprache, um sich von einer unkalkulierbaren Bewerber-Masse abzusetzen? Was nun tun, vor allem wenn das leere Blatt bzw. der leere Bildschirm nicht gerade zu kreativen Höchstleistungen inspiriert?

Ich persönlich liebe es einfach, darum setze ich auf die „3+1“-Regel, sie betrifft den Aufbau des Anschreibens und funktioniert folgendermaßen: eine möglichst persönliche Anrede des Adressaten – drei in sich prägnante Absätze – eine Schlussformel.

Warum so knapp? Studien haben ergeben, dass Bewerbungen durch mehrere Hände gehen, aber in keiner länger als maximal eine Minute verweilen. Für die Lektüre gar mehrseitiger Anschreiben bleibt da folglich keine Zeit, Kernaussagen müssen in sich schlüssig formuliert sein, und geschulte Personaler ebenso wie gestresster HR Manager wissen es zu schätzen, wenn der Bewerber ihr knappes Zeitbudget nicht überanstrengt. So kann ein ausuferndes Anschreiben durchaus Kriterium sein, den Kandidaten gar nicht erst näher anzuschauen: wie soll ein potenzieller Mitarbeiter unter Zeit- und Kostendruck Höchstleistung erbringen, wenn er das eigene Portfolio nicht kundenorientiert aufbereiten kann?

Kommen wir auf die „3+1“-Regel zurück und betrachten die Inhalte:

  1. Abschnitt oder „Empathie-Teil“. Er bedient sich der Technik des aktiven Zuhörens, wiederholt mit anderen (!) Worten die Ausschreibung und dient dazu, das eigene Verständnis der ausgeschriebenen Position dazulegen. Dabei bedarf es keinesfalls der Floskel „ich bewerbe mich auf die Stelle xy….“, sondern eher einer Umschreibung wie „Um die Produktpalette Ihres Hauses  zu vertreten und zu erweitern, sind klare Kommunikations- und Organisationsstruktur….notwendig.“ usw. Achtung: keinesfalls sollen die Vokabeln der Ausschreibung wiederholt, sondern tatsächlich die eigene Sichtweise auf die vakante Stelle wiedergegeben werden.
  2. Abschnitt oder „Resonanz-Teil“. Verkürzt den eigenen Lebenslauf stark und stellt nur (!) den Bezug zur vakanten Position her: Haben wir im 1. Abschnitt dargestellt, welche Anforderung an uns gestellt werden, so zeigen wir in Abschnitt 2, warum wir diesen Anforderungen gewachsen sind und wo wir die dazu gehörigen Kompetenzen erworben haben. Heißt: „Im Zuge einer Portfolio-Erweiterung hatte ich bereits bei meinem jetzigen Arbeitgeber Gelegenheit, neue Kommunikations- und Organisationsstrukturen zu etablieren…“. Achtung: stets den wirklichen Eigenanteil an Leistungen herausheben und bei der Wahrheit bleiben.
  3. Abschnitt oder „Sympathie-Teil“. Nachdem ich mich in (2) mit meinen Stärken positioniert habe, kann ich hier mit weicheren Faktoren punkten, z.B. mit meiner Begeisterung von Weiterbildungsangeboten beim potenziellen neuen Arbeitgeber, mit dem stets gehegten Traum von einer bestimmten Firma etc. Achtung: hier geht es um Überzeugungskraft, die auch bei einem persönlichen Gespräch unter Beweis gestellt sein will!

„+1“ meint dann die Schlussformel, die möglichst ohne Hilfsverben auskommen und knapp ausfallen sollte: „Wenn meine Bewerbung Sie angesprochen hat/ die Beweggründe zu meiner Bewerbung Sie überzeugt haben, freue ich mich auf ein Kennenlern-Gespräch“. Achtung: allzu viele Schnörkel haben hier ebenso wenig Platz wie zu voreilig bekannte Gehaltsvorstellungen. Diese möglichst immer im persönlichen Gespräch klären.

Johanna Dahm, JODA Coaching für Entscheidungsfindung & Krisenberatung. www.joda-coaching.com, j.dahm@joda-coaching.com JODA Coaching. entschiede lieber ungewöhnlich.

ABC

Mein Anschreiben

Das Anschreiben war früher das Entrée zu einer Bewerbung. In Zeiten von Internet-bewerbungen und Webportalen hat der Stellenwert des Anschreibens deutlich gelitten. Entscheidet heutzutage oft der Lebenslauf darüber, ob die Unterlagen überhaupt weitergeleitet oder einer genaueren Überprüfung unterzogen werden, so war es früher das Anschreiben, dem diese Funktion zukam.
Ergo gehen viele Bewerber mit dem Anschreiben entsprechend unvorsichtiger bzw. schlampiger um.
Sei es:
die Anschrift – die Adresse, denjenigen (Firma, Name, Abteilung, Straße, PLZ und Ort), an den sich die Bewerbung richtet –,
das Datum – wann habe ich den Brief geschrieben -,
der Betreff – was ist das Thema meines Anschreiben-,
die Anrede – Name des Empfänger-,
die Stelle – auf die ich mich bewerbe,
oder der Inhalt.

Fehler bei copy&paste

 Alles halb so wichtig, denken einige und machen Fehler bei copy&paste. Da gibt es neben der falschen Firma oder falschen Anschrift (ist ja nicht so schlimm, geht ja nicht per Post, sondern per Email raus) nahezu alle Möglichkeiten, etwas aus einer vorhergehenden Bewerbung drin stehen zu lassen und nicht zu ändern. Der sorgfältige Leser – nach dem Lebenslauf wird dann doch das Anschreiben gelesen – stellt schnell fest, dass es hier von Fehlern wimmelt. Hinzu kommen Rechtschreib- oder Grammatikfehler (andere Fehler finden kann ich gut, nur meine eigenen übersehe ich) und stilistisch gewagte Interpretationen deutscher Sprache sowie Endlossätze (dieser ist zum Bsp. einer) oder ermüdende Aufzählungen (ebenso dies ein gutes ‚schlechtes‘ Beispiel).
Geben Sie sich bitte mehr Mühe. Lassen Sie eine dritte Person über Ihr Anschreiben schauen. Verwenden Sie nicht immer die gleichen ‚Original‘- Anschreiben. Vermeiden Sie Floskeln und ersetzen Sie das „aber“ durch das „und“*.

* Exkurs „aber/und“

Ersetzen Sie, nicht nur im Schriftlichen, alle „aber“ durch „und“. Ein „aber“ deutet auf einen Konflikt hin und liefert Ihnen einen Grund für eine Ausrede. „Ich bin Teamplayer aber auch eigenständig.“ im Gegensatz zu „Ich bin Teamplayer und eigenständig.“ Zudem bewegen Sie beim gesprochenen „und“ Ihr Gehirn dazu, Wege zu finden, wie Sie beide Aussagen miteinander verknüpfen können. „Ich würde gerne meine Kollegen bezüglich der Projektstände sprechen, aber ich habe Mittagspause.“ im Vergleich zu „Ich würde gerne meine Kollegen sprechen und habe jetzt Mittagspause.“

Betreff

 Nach korrekter Anschrift, Betreffzeile, Datum und Anrede, die mit „Sehr geehrte(r)…..“ beginnt und nicht mit „Hallo, Hi, etc.“ folgt ein Abschnitt, in dem Sie auf die gesuchte Stelle und das Unternehmen eingehen. Ich nenne das die ‚Abholphase‘.
Haben Sie den Bewerbungsleser abgeholt, kommen Sie gleich zur Sache und berichten in 1-2 Absätzen etwas über sich. Ihre Stärken und Schwächen, Ihren Werdegang und Ihr Ziel. Ziel ist immer, den Job bei DEM Unternehmen, bei dem ich mich gerade bewerbe, zu bekommen. Na gut, zumindest die Einladung zum Bewerbungsgespräch.
Wenn ich hier schon zwischen den Zeilen schreibe, dass ich eigentlich zu faul bin, mich woanders zu bewerben und bei dem Betrieb nur anfangen will, um nicht auf der Straße zu stehen, wo es doch auch bessere Arbeitgeber gibt – na dann lasse ich das mal besser mit der weiteren Zeitverschwendung, eine neue unnötige Bewerbung zu versenden.

Der erste Eindruck

Harte Worte? – Keineswegs. – Erfahrung aus unzähligen Bewerbungen, die besser nicht verfasst oder so nicht versendet worden wären. Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck! (Das werde ich zum Thema Bewerbungsgespräch noch weiter ausführen.)
Wir nähern uns dem Ziel. (Dort, wo wir mal ursprünglich beim Start der Bewerbung hin wollten.) Halten Sie sich bitte immer das Ziel Ihrer Bewerbung vor Augen und stellen Sie sich dabei vor, Sie lesen Ihre eigenen Zeilen als Bewerbungsempfänger. Ihr Anschreiben muss den Leser dazu veranlassen, etwas Bestimmtes zu tun. Nämlich Sie zu einem Gespräch einzuladen. Fordern Sie ihn dazu bitte am Ende Ihres Schreibens höflich auf. Der Konjunktiv (würde, hätte etc.) ist seit vielen Jahren verpönt, und einige Bewerbungsratgeber verurteilen ihn zur ewigen Verbannung aus dem Anschreiben. Ich sehe ihn nach wie vor als Höflichkeitsfloskel „Ich würde mich sehr über ein Gespräch in Ihrem Haus freuen.“ Letztendlich Geschmackssache, die aus meiner Sicht nicht über Einladung vs. Nichteinladung entscheidet.

Anlagen

Die Anlagen schreibt man heute nicht mehr drunter, die Unterschrift sollte nicht fehlen.
Generell sind alle Schreiben, die Sie schreiben, in derselben Schriftart mit den gleichen Randeinstellungen etc. zu verfassen. Bitte hier nicht wild alle Fonts Ihres Textprogramms ausprobieren. Weniger (nur EINE Schriftart) ist hier deutlich mehr.
Noch Fragen zum Anschreiben? Immer her damit! Weitere Fragen beantworte ich gerne auf Zuschrift und nehme diese gegebenenfalls auch anonymisiert hier auf. Ihre Fragen können Sie mir per Email an christof.wirtz@abcgroup.de senden. Alle Daten werden vertraulich behandelt. Bis nächste Woche, wenn es um Dokumente und deren Reihenfolge geht.
Alle bisher veröffentlichen Beiträge finden Sie hier: www.bewerber-abc.de
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