Archiv der Kategorie: Bewerbungsgespräch

Atmungstechnik zur Entspannungsübung und Stimmbildung

In meinen Seminaren gebe ich den Teilnehmern den Hinweis, noch bevor ich mich vorstelle, dass jeder die Übungen mitmachen und die Ratschläge befolgen kann, wenn sie es wollen. Keiner ist dazu verpflichtet etwas, zu tun, was sie/er nicht möchte.

Warum schreibe ich das vorab?

Die kommenden Atmungsübungen kommen zum Teil aus Präsentationstrainings und Chorübungen. Niemand muss das machen, um in ein Bewerbungsgespräch zu gehen. Je besser Sie Ihre Atmung und damit Ihre Stimme steuern können, umso besser ist es gerade in stressigen Situationen, wenn man aufgeregt ist oder die Stimme zittert.

Bevor die Stimme ganz weg ist, sollten Sie zum Glas Wasser greifen. Siehe auch Getränke und die Kekse.

Bei Präsentationen vor größeren Gruppen kann ich diese Übungen nur allerbestens empfehlen. Sie helfen langfristig, die Zwerchfellmuskulatur und Stimmbandmuskeln zu stärken und kontrollierter einzusetzen. Kurzfristig dienen sie der Entspannung vor „angespannten“ Situationen. In den meisten Fällen befinden sich die Bewerber und die Redner in einer mentalen und evtl. auch körperlichen Anspannungssituation. Jeder, der schon mal eine Rede gehalten hat, weiß das.

Die Stimme entsteht durch das Zusammenspiel vieler Muskeln. Über die Stimmbänder wird eine Luftsäule zum Schwingen gebracht und über die Zunge und die Mundhöhle weiter verformt. So entstehen Silben und Laute, die wir beim Hören in Wörter, Empfindungen oder wiedererkannte Geräusch verwandeln.

Übung 1 dient der Stärkung des Zwerchfells und einer besseren Nutzung der Bauchstimme.

Übung 2 dient der Entspannung des Brustkorbs und der Reduzierung des „Frosch im Hals Effekts“.

Übung 3 dient dazu, ein hörbares Lächeln in ihr Gesicht zu bringen.

Wann können Sie diese Übungen machen? Am besten erst mal für sich im stillen Kämmerchen. Wenn Sie die Übung im Beisein von Partnern, Freunden oder Kollegen machen, sollten sie diese etwas darauf einstimmen, das es sonst zu lustigen Momenten kommen könnte.

Später machen Sie die Übung im Aufzug, im Auto, hinter der Bühne (Achtung Mikro nach dem Test wieder ausschalten!) oder an einem geeigneten ruhigen Platz.

Übung 1

Atmen Sie tief in den Bauch ein. Ganz tief. Der Bauch wölbt sich nach vorne.

Halten Sie die Luft etwas 2-3 Sekunden an und lassen Sie sie ruhig durch den Mund wieder ausströmen.

3-4 Sekunden warten und das Ganze zwei Mal wiederholen.

Nun bilden Sie die Silbe „ffttt“. Kurz schnell und prägnant wird die Luft, die Sie zuvor wie oben beschrieben per Bauchatmung eingeatmet haben wieder ausgelassen. Dabei erzeugen Sie das „ffttt“ und helfen mit Ihrer Zwerchfellmuskalturnach, in dem Sie den Bauch schnell einziehen und die Luft aus der Lunge drücken.

3 x „ffttt“.

Übung 2

Die Vokale „i, e, a, o, u“ sind in dieser Reihenfolge nicht im Alphabet dafür in der Reihenfolge wie Sie diese im Mund bilden. Probieren Sie es aus.

Mit den Lauten „mimmm“, „memmm“, „mamm“, „momm“ und „mumm“ lassen Sie und die Luft anstelle des „fftt“ (Übung 1a) raus. Auch diese Übung insgesamt dreimal.

Beide Übungen (1 und 2) benötigen einen gewissen Vorlauf und müssen in der ersten Zeit öfters durchgeführt werden, bis der gewünschte, Effekt eintritt. Später reicht es, 1-2 Mal pro Monat die Übungen zu machen.

Übung 3

Ist sehr einfach, effektiv und geht sehr schnell. Ziehen Sie bitte beide Mundwinkel für 60 s nach oben und spannen dabei Ihre Lachmuskeln an.

Gerade kurz vor einem wichtigen Gespräch entspannen Sie dabei Ihre Gesichtsmuskeln und bringen Ihren Körper dazu, ‚Fröhlichkeits-Stimmung‘ aufzubauen.

Ihre Stimme wirkt positiver, Ihre Ausstrahlung auch.

Alles Hokus-Pokus? – Na dann, Sie müssen es ja nicht ausprobieren.

Allen anderen versichere ich, wenn Sie es versuchen, werden Sie positiv überrascht sein.

Haben Sie andere Übungen oder Tipps zum Stimmtraining? – Ich freue mich auf Ihre Hinweise.

 

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Getränke und die Kekse im Bewerbungsgespräch

Zugegeben eine Nebensächlichkeit, solange der Bewerber das Ganze auch dabei beläßt.

In vielen Bewerbungsgesprächen stehen Kaffee und Wasser, manchmal auch Softdrinks auf dem Tisch. Oder es wird zu Beginn mit der Frage „Möchten Sie etwas trinken?“ ein Getränk angeboten.

Es ist empfehlenswert, diese Frage mit „ja“ zu beantworten. „Gerne ein Glas Wasser, bitte.“ oder „Vielen Dank, für mich bitte eine Tasse Kaffee.“

Weniger gut sind „Kaffee, bitte!“ oder „Hmmh `n Wasser.“.

„Egal!“ hilft auch nicht weiter.

Gar nicht gut sind auch „Kann ich einen Tee haben?“ oder „Haben Sie auch Zero-Cola?“

Warum?

Die Getränke werden höflichkeitshalber angeboten. Es wird erwartet, dass der Bewerber sich mit dem zufriedengibt, was ihm angeboten wird. Dabei ist es ratsam, die Höflichkeitsworte „danke“ und „bitte“ zu verwenden.

Wenn Sie Extrawünsche äußern, kommt bei den meisten Gesprächspartnern der Verdacht auf, dass nicht nur der Beginn des Gesprächs schwierig wird, sondern dessen Verlauf und erst recht eine mögliche Anstellung. Hauptgrund für diesen Verdacht sind langjährige Erfahrungen mit Menschen. Es mag Ausnahmen geben, doch sogar ich bin skeptisch.

Auf ein Getränk verzichten, macht nun gar keinen sparsamen Eindruck und ist auch nicht ratsam. Im Gespräch kann es manchmal gut sein, mit einem Schluck Flüssigkeit die Lippen und die Zunge zu benetzen, um nicht mit einem trockenen Mund in einen Hustenanfall oder ständiges Räuspern abzurutschen.

Bitte stoßen Sie nicht an, wenn alle am Gespräch Beteiligten zum Glas greifen. (Wer das nicht glaubt – es ist mir schon passiert, dass ein Bewerber mit mir anstoßen wollte.)

Das Glas dann weder in einem Zug austrinken noch bis zum Ende unausgetrunken stehen lassen. Trinken Sie normal im Laufe des Gesprächs das Glas Schluck für Schluck aus, so dass es nach ca. 45 min. leer ist. Fragen Sie nur dann nach einem weiteren Getränk, wenn es für Ihre körperliche Verfassung unbedingt nötig ist oder das Gespräch deutlich länger als 90 min dauert.

Wurde das Getränk aus einer kleinen Flasche serviert, die neben Ihrem Glas steht, sollten Sie sich irgendwann nachschenken, so dass am Ende des Gesprächs das Fläschchen und das Glas leer sind.

Alkoholische Getränke, selbst wenn angeboten, gehören weder vor noch während noch nach dem Gespräch zu einem guten Eindruck des Bewerbers.

Und was ist mit den Keksen?

Fassen Sie es als Herausforderung auf. Stellen Sie sich vor, Sie sind Krümelmonster aus der Sesamstraße und sitzen vor einem Teller der leckersten Kekse. Schaffen Sie es, während des Gesprächs darauf zu verzichten? – Sehr gut!

Ok, wenn alle anderen einen Keks essen, dürfen auch Sie zugreifen. Einer reicht allerdings.

Das A!B!C Team freut sich auf Ihre Fragen und Anregungen zu den Themen Beruf, Karriere und Bewerbung. Auf www.bewerber-abc.de veröffentlichen wir jede Woche kostenfrei Tipps und Tricks zu diesen Themenbereichen.

 

Zertifikate vs. Erfahrung und Können sowie Fremdsprachen

In meinen Gesprächen werde ich des Öfteren gefragt, was der Bewerber denn tun könne, um beim nächsten Wechsel eine bessere Ausgangsposition zu haben. Wäre nicht das xy-Zertifikat oder die ABC-Bescheinigung sinnvoll?

Egal ob IT, Projektmanagement, Arbeitsvorbereitung, um nur einige Bereiche zu nennen – die Arbeitswelt ist voll von Zertifikaten und Unternehmen, die Lehrgänge und Zertifizierungen anbieten.

Einige sind für bestimmte Berufe unabdingbar, z.B. Führerschein für Taxifahrer. Die meisten sind aus meiner Sicht nur „nice-to-have“. Ausnahme bilden hier hauptsächlich die Beratungsberufe. Viele Beratungsunternehmen verlangen im Vorfeld eine Zertifizierung, z.B. im IT-Umfeld den CCNE (Cisco Certified Network Engineer) oder ITIL.

Bei den meisten „anwendenden“ Unternehmen sind Erfahrung und Können wichtiger als eine Zertifizierung. Diese ist dann allenfalls als Ergänzung interessant.

Bei einigen Zertifizierungs-Lehrgängen jedoch kommen die Frisch-Zertifizierten mit viel Theorie und ganz wenig Praxis daher und wundern sich dann, wenn die zum Teil sehr zeitaufwendige Zertifizierung, die gelegentlich auch teuer sein kann, nicht den gewünschten Verbesserungseffekt im Hinblick auf die berufliche Weiterentwicklung haben.

Es gibt auch Zertifizierungen, die zeitlich befristet sind und in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden müssen. Im IT-Bereich kommen alle paar Jahre neue Software/Betriebssystem-Versionen heraus, die dann in eine Neu-Zertifizierung münden.

Generell kann man sagen, dass Zertifizierungen, die älter als 7-10 Jahre sind, nicht mehr als aktuell im Bewerbungsverfahren angesehen werden. Hat der Bewerber zudem in diesem Bereich längere Zeit nicht mehr gearbeitet oder nur wenig praktische Erfahrung sammeln können, werden diese auch schnell wertlos.

Es ist auch nicht wichtig, wie viele Zertifizierungen Sie haben. Wichtig ist, dass es die passenden für Ihre berufliche Zukunft und für Ihren Arbeitsplatz sind.

Ein Grund, warum sich viele mittelständische und kleine Unternehmen schwertun, ihre Mitarbeiter zur Zertifizierung zu senden, sind die Kosten, die Arbeitszeit, die in den Mitarbeiter investiert wird und die bei erfolgreichem Abschluss schwebende Frage „Bekomme ich jetzt mehr Gehalt? (Oder suche ich mir einen neuen Job?)“. Wer möchte schon Geld und Zeit in Mitarbeiter investieren, damit die dann teurer werden?

Es gibt Unternehmen, die ihre Mitarbeiter über Kosten- bzw. Rückerstattungen von Schulungs- und Weiterbildungskosten versuchen an sich zu binden. Inwieweit das zulässig ist oder auch nicht, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen. Es sollte in jedem Fall individuelle Vereinbarungen geprüft werden.

Unabhängig davon wird es immer wichtiger, dass sich der Bewerber in den Fremdsprachen weiterentwickelt. Englisch ist bei vielen Berufen und in vielen Unternehmen Pflicht. Hier hat sich die TOEFL (Test of English as a foreign Language) Bewertung nahezu als Standard entwickelt.

A1 Grundkenntnisse
A2 erweiterte Grundkenntnisse

B1 nahezu fließend
B2 fließend in allen Gesprächssituationen

C1 verhandlungssicher, mit leichten Abstrichen
C2 verhandlungssicher in allen Situationen

Meine Empfehlung an alle, die in Führungspositionen kommen möchten, ist B2, besser C1. Im internationalen Vertrieb und in internationalen Führungsrollen sind es C1 bis C2.

Weitere Sprachen sind, insbesondere, wenn es um Unternehmen aus dem Ausland geht, die jeweilige Landessprache. Sprache verschafft Nähe! Neben der Sprache sind es auch zunehmend die jeweils anderen Gewohnheiten im Umgang mit Menschen, Kollegen, Vorgesetzten und Mitarbeitern sowie insbesondere die Kommunikation im interkulturellen Umfeld, die neben der Sprache zusätzlich zu meistern sind.

Je früher Sie Fremdsprachen lernen und je intensiver Sie sich mit Lust und Leidenschaft, z.B. im Urlaub damit beschäftigen, um so einfacher und besser beherrschen Sie die Sprache nachher.

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Ausreden und ausreden lassen.

Mir fällt im Bewerbungsgespräch immer öfter auf, dass gerade junge Bewerber ihre Gesprächspartner nicht ausreden lassen.

Der zukünftige Vorgesetzte stellt z.B. eine Frage zum Lebenslauf und bevor er noch den zweiten Teil des Satzes ausformulieren kann, fängt der Bewerber an zu antworten.

Ein anderes Beispiel war jüngst ein Kandidat, der bei der Vorstellung des Unternehmens an zu lächeln fing und mitten im Satz anhob, das er diese Information heute Morgen schon auf der Website gelesen habe.

Es zeugt, auch wenn sich das nach ‚alter Schule‘ anhört, von wenig Respekt gegenüber seinem Gesprächspartner, wenn man diesen unterbricht. Aus meiner Erfahrung reagieren zukünftige Vorgesetzte da sehr allergisch. Es kommt zum Abbruch des Gesprächs, die Bewerbung hört an dieser Stelle auf. Auch wenn aus formellen Gründen das Ganze noch 10.15 min weiter läuft. An dieser Stelle ist die Entscheidung gefallen, dass dieser Kandidat nicht weiter kommt.

Bei den Bewerbungsgesprächen, an denen ich teilnehmen konnte, haben wir oft nachher noch zusammen gesessen und eine erste Feedbackrunde zum Kandidaten gemacht. Die ‚nicht-ausreden-Lasser‘ wurden durch die Bank abgelehnt. Interessanterweise, konnten einige der Gesprächsteilnehmer nicht genau sagen, was sie denn am Bewerber gestört hat. Auf meinen Hinweis, ob das an den Unterbrechungen gelegen haben könnte, war das nahezu immer der Fall.

Das ‚nicht-ausreden-lassen‘ erzeugt also schon unbewusst ein Störgefühl beim Gesprächspartner. Meine Frage, die ich auch im Nachhinein an die Kandidaten gerichtet habe, war ob das beim Bewerber auch der Fall ist und warum er den anderen unterbrochen hat.

In der Hälfte der Fälle haben die Bewerber es nicht gemerkt. Vielleicht gehört es ja im privaten oder in Schule/Beruf/Hochschule schon zum normalen Umgangston, dass sich die Gesprächspartner nicht ausreden lassen.

Die andere Hälfte bestätigte, dass sie ungeduldig waren oder die Antwort so schnell wie möglich geben wollten.

Meine Empfehlung, entspannen Sie sich. Zählen Sie intern bis drei, nachdem der Gesprächspartner seine Frage oder seinen Satz beendet hat. Dieses wird oft durch ein körpersprachliches Signal und eine Betonung der letzten Silbe eingeleitet. „Der Ball liegt dann in Ihrem Feld.“

Auf der anderen Seite fallen mir die Ausreden ein, die so manch Bewerber auf Fragen von sich gibt. Schnell geht man dann in die Opferrolle. Die anderen (Kollegen, Vorgesetzten) oder die Konkurrenz oder die Umstande sind schuld an der eigenen Misere.

Hüten Sie sich davor! – „Die Entschuldigungsabteilung hat (im Vorstellungsgespräch) geschlossen!

In dem Moment, in dem Sie einen anderen für Ihre Situation verantwortbar machen, passieren im Gespräch auf der gegenüberliegenden Seite zwei Dinge. Man sucht nach den Fehlern, die Sie verschwiegen haben, welche zur Situation beigetragen haben könnten. Man sucht nach dem Verhaltensmuster bei Ihnen, dass Sie keine Fehler zugeben können.

Beides führt in die falsche Richtung, denn wer suchet der findet.

Gestehen Sie Fehler von sich aus ein. Geben Sie zu, dass Sie die Situation unterschätzt oder falsch verstanden haben.

Dann wird Ihr gegenüber zum einen die Fehler auch bei den anderen suchen, die an der Situation beteiligt waren und Sie ‚in Schutz‘ nehmen. Zum anderen gesteht er Ihnen die Fehler-Erkenntnis zu.

 Fazit, lassen Sie Ihr Gegenüber ausreden und vermeiden Sie Ausreden.

 

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Der Anfang und die Verbindung – ein Ausflug in den Satzbau.

Manche Leserinnen und Leser, so das Feedback, fragen sich, wie mir immer wieder neue Themen einfallen. Ich muss dann lächeln und gestehen, dass ich bei den Themen gar nicht so kreativ bin. Ich berichte lediglich, was mir aktuell in Bewerbungsgesprächen auffällt. Es sind alles Themen, die ich im Bewerbungs- und Vermittlungsumfeld erleben durfte.

Wie auch das heutige Thema „Der Anfang und die Verbindung – ein Ausflug in den Satzbau“.

Am Anfang war das „Ich“…..und dann kam das „und dann“.

„Ich“, „meine“, „mich“ – sind am Satzanfang im Bewerbungsschreiben nicht nur nicht gut, sie sind zu vermeiden. Die „und dann“-Verkettung ist im Gespräch und erst Recht im Brief und in der E-Mail zu vermeiden.

Oft sehe ich gerade bei jungen Bewerberinnen und Bewerbern, dass die Worte „Ich“, „Meine“ oder „Mich“ zu Anfang eines Satzes im Bewerbungsanschreiben oder in begleitenden Emails verwendet werden.

In einigen Fällen gehäuft und in einem Fall, der auch Anlass dieses Artikels ist, steht in nahezu jedem Satz am Anfang das „Ich“.

Auch wenn ich nach erster oberflächlicher Suche dazu keine wissenschaftliche Abhandlung finden konnte, zeigt die Erfahrung aus zahlreichen Gesprächen, dass das „Ich“ sowie „Mich“ und „Meine“ am Satzanfang verpönt sind.

Warum gilt es das zu vermeiden? Es sieht nicht nur unschön aus, es deutet auch auf mangelnde Stilsicherheit im Schriftverkehr hin.

Wesentlich bedeutender sind allerdings die Ableitungen und Schlüsse, die aus der Verwendung des „Ich“ am Satzanfang gezogen werden. Es kann darauf hindeuten, dass der Schreiber sich selbst immer gerne voran stellt bzw. sehr „ich“ bezogen ist.

Es wird, wenn es zu einem Bewerbungsgespräch kommen sollte, wahrscheinlich auf indirektem Weg versucht zu ergründen, ob der Bewerber sehr ich-bezogen ist oder nicht. Da sich gerade die Absolventen über ihren Fauxpas und die daraus gezogenen Schlüsse nicht im Klaren sind, kommt es im Gespräch dann zu der Situation, dass die „Rumbohrerei“ nach der Ich-Bezogenheit störend wirkt, weil sie für den Bewerber nicht verständlich und oft zu weiteren Fehlern bzw. Verunsicherung des Bewerbers führen kann.

Ein Satz aber darf dann doch mit „Ich“ anfangen. Im letzten Satz Ihres Anschreibens dürfen Sie schreiben: „Ich freue mich über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch in Ihrem Haus.“

 Und dann kam das Gespräch.

Und dann wurde ich nach einem Getränk gefragt. Und dann habe ich mich vorgestellt.

(Wer hat jetzt noch nicht gegähnt?)

Spaß beiseite. Die einseitige Wiederholung und Verwendung des Begriffs „und dann“ ermüdet nicht nur den Zuhörer, sie deutet auf mangelnden Sprachgebrauch hin. Sehr oft reicht es, das „und dann“ einfach weg zu lassen. Bitte hängen Sie auch nicht alle Aufzählungen Ihres Schaffens nur mit „und“ oder „dann“ zusammen. Suchen Sie sich andere Worte.

Es kann helfen, sich seinen Werdegang aufzuschreiben. Listen Sie die Tätigkeiten nicht nur auf sondern verbinden Sie diese zu einer (möglichst spannenden) Geschichte, die auch Ihre Weiterentwicklung aufzeigt. Dann werden Sie sicherer und können Fehler aufdecken. Lesen Sie sich die Geschichte selber laut vor oder sprechen Sie sie in ein Diktiergerät (ein Smartphone reicht in der Regel). Sie können die Geschichte auch einem Freund oder Verwandten vortragen. Machen Sie sich Anmerkungen, wo Sie sich unsicher fühlen und wo Änderungen notwendig sind. Sie müssen nicht zum reißerischen Geschichtenerzähler werden. Es reicht, wenn Sie sich ordentlich und unfallfrei mit ein bisschen Stil vorstellen können.

Lassen Sie dabei Entspannung und Selbstsicherheit durchblicken, zeugt das von innerer Reife und bringt Sie weiter.

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Also lieber sein Wissen für sich behalten?

Leserfrage: „Im letzten Jahr bin ich zu einem Gespräch bei in der xy Branche (größerer Mittelstand) gegangen und habe mich auf eine Stelle im Bereich ABC beworben. Gegenüber saßen mir drei junge Damen.

Leider ging das Gespräch voll in die Hose. Eine Dame fragte, wo mein Heimatort liegt. An meinem Wohnort hat der Konzern kürzlich ein Unternehmen aufgekauft. Ich dachte das käme ganz gut an, wenn ich davon berichte. Davon wussten die drei nichts und fragten dann, wie ich darauf komme und woher ich das habe und irgendwie bekam das Gespräch dann einen Bruch, es wurde unfreundlich und war nach nicht mal 20 Minuten vorbei und habe drei Tage später eine Standardabsage per Mail bekommen.

Also lieber sein Wissen für sich behalten?“

Antwort von Christof Wirtz: „Ihre Schilderung macht mich nachdenklich. Ihr Fazit „besser das Wissen für sich behalten“ kann ich nicht teilen. Hätte Ihnen ein erfahrener Gesprächspartner aus der Geschäftsführung gegenüber gesessen, hätten Sie damit wahrscheinlich stark punkten können.

Es ist schon ungewöhnlich, dass Ihnen drei „junge Damen“ gegenüber gesessen haben. Wissen Sie noch, welche Positionen die drei innehaben?

Evtl. haben die drei, so meine Vermutung, Ihre Äußerungen als Ablenkung vom Wesentlichen missverstanden.

Allerdings sind das für mich, ohne Details zum Gesprächsverlauf zu kennen, alles nur Vermutungen.

Haben Sie Ihre Chance genutzt, um nachzuhaken, woran es gelegen hat?

Ich hätte es vermutlich so wie Sie gemacht, um mit ein bisschen Smalltalk, der gut zur Unternehmensentwicklung passt den Einstieg in das Gespräch finden. Dass es nicht geklappt hat, ist der Hinweis, dass Sie und das Unternehmen nicht zueinander passen und keine „Bewertung“ Ihrer Person.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg.“

 

Sie haben Fragen zu Beruf, Bewerbung und Karriere? Auf www.bewerber-abc.de finden Sie Antworten und können selber Fragen an das Team von Bewerber-A!B!C stellen.

 

 

Terminverschiebung zum Vorstellungsgespräch

Sie haben einen Termin zum Vorstellungsgespräch mit dem Unternehmen vereinbart, bei dem Sie sich vor kurzem beworben haben. Herzlichen Glückwunsch!

Der Termin rückt näher und aus irgendeinem Grund (beruflich, privat, gesundheitlich) können Sie diesen nicht wahrnehmen. – Was ist idealerweise zu tun?

Warum ich das frage? Nun, weil ich es sehr oft erlebe, dass sich der Bewerber nicht im klaren ist, was bei mangelhafter Kommunikation für Konsequenzen zu erwarten sind. Es werden grundlegende Fehler gemacht, nicht nur von Berufsanfängern.

Am schlechtesten ist natürlich, nichts zu sagen und den Termin verstreichen zu lassen. Das kommt einer Absage gleich und deutet auf stark mangelnde Priorität des Bewerbers für dieses Unternehmen diese Stelle hin. Sie können sicher sein, dass zukünftige Bewerbungen bei diesem Unternehmen (und einzelnen Bewerbungsempfängern, die ja auch manchmal die Unternehmen wechseln und sich meist sehr gut an solche Fälle erinnern können) aussichtslos sein werden.

Eine E-Mail zu senden, ist aus meiner Sicht ebenfalls keine gute Lösung. Wenn diese mit dem Text „Ich kann zu unserem Bewerbungstermin am …. um….. aus xy Gründen nicht zu Ihnen kommen.“ beendet ist, reicht das in keinem Fall aus und deutet auf wenig Einfühlungsvermögen Ihrerseits hin.

Bitte geben Sie unbedingt an, wann Sie wieder verfügbar sind oder schreiben Sie etwas in der Art „Bitte senden Sie neue Terminvorschläge ab dem x.y. zu, da ich sehr gerne die Gelegenheit nutzen möchte, mich bei Ihnen vorzustellen. Es tut mir außerordentlich leid, dass mir ein beruflicher/privater dringender Termin dazwischen gekommen ist.“.

Am besten ist es, wenn Sie anrufen. Wenn Sie den Termin erst 1-2 Tage vorher absagen, geht an einer telefonischen Absage kein Weg vorbei. Sagen Sie, dass es Ihnen leid tut, dass der andere Termin beruflich/privat sehr wichtig ist und kurzfristig (nicht von Ihnen) einberaumt worden ist und Sie es versucht haben, diesen zu verschieben, leider ohne Erfolg. Bitten Sie im Gespräch um einen neuen Termin und betonen Sie (s.o.) wie wichtig Ihnen das Gespräch ist.

Sollten Sie den Ersatztermin erneut verschieben müssen, sieht es für den weiteren Bewerbungserfolg noch schlechter aus. Die Ansprechpartner beim Unternehmen unterstellen Ihnen dann endgültig mangelnde Priorität für Ihre Bewerbung bzw. fehlende Ernsthaftigkeit.

Natürlich ist auch jeder Termin von Ihnen telefonisch oder per E-Mail zu bestätigen. Notieren Sie sich den Termin mit 1-2 Tagen „Vorabinfo-Termin“ im Kalender, prüfen Sie die Anfahrstrecke und –zeiten unter evtl. Berücksichtigung des (Berufs-)Verkehrs und seien Sie pünktlich da. Bei größeren Unternehmen sind evtl. Anmeldeprozeduren am Pförtner und betriebsinterne Wege mit einzukalkulieren. In der Regel bezieht sich die Uhrzeit auf den Beginn des Gesprächs und nicht die Ankunft auf dem Firmenparkplatz.

Sollten Sie sich, egal aus welchem Grund, verspäten, rufen Sie bitte ca. 30 min vorher an und sagen, dass Sie (verkehrsbedingt) aufgehalten wurden und in ca. xy min da sein werden. Bei Verspätungen, die voraussichtlich länger als eine Stunde dauern, fragen Sie auch hier am besten, ob der Termin nicht besser verschoben werden sollte.

Versetzen Sie sich am besten in die Lage, dass Sie selbst auf einen wichtigen Gesprächspartner warten und stellen Sie sich dabei vor, wie Sie behandelt werden möchten in Bezug auf Termintreue bzw. Terminverschiebung.

Weitere Tipps zu Beruf, Bewerbung und Karriere finden Sie unter www.bewerber-abc.de

Wohin mit meinen Händen im Bewerbungsgespräch?

In einem meiner Gespräche mit einem Kandidaten beim Kunden fiel mir auf, dass der Kandidat unsicher war und nicht wusste, wohin mit seinen Händen.

In der Folgezeit habe ich verstärkt bei den Gesprächen darauf geachtet, was Kandidaten mit ihren Händen machen und wie die Reaktion auf Kundenseite dazu ist. Im Nachgang habe ich dann bei Auffälligkeiten mit dem Kandidaten darüber gesprochen, was er bzw. sie denn damit ausdrücken wollte.

In den meisten Fällen war es den Bewerbern überhaupt nicht bewusst, dass sie mit den Händen ‚gesprochen‘ haben. Dennoch erzeugt die Körpersprache eine nicht zu unterschätzende Wirkung beim Gegenüber.

Im heutigen Beitrag möchte ich zunächst auf die Hände und Arme eingehen, Anmerkungen und Hinweise zur Körpersprache insgesamt sowie zur Mimik folgen in einem späteren Artikel.

Hände auf oder unter den Tisch?

Arme verschränken ja oder nein?

Aus meiner Sicht gehören die Hände bei einem Gespräch im Sitzen auf die Tischplatte, die Arme auf keinen Fall. Auch ein Verschränken der Arme im Gespräch ist – egal ob sitzend oder stehend – ein Abwehr-/Schutzsignal an den anderen und somit zu vermeiden. Die Ausnahme bildet eine Gesprächssituation, in der Sie etwas bewusst durch die Armverschränkung unterstreichen wollen (z.B. die Uneinsichtigkeit einer anderen Person).

Gefaltete Hände mit abgestütztem Ellenbogen auf dem Tisch machen in der Kirche einen frommen Eindruck, helfen Ihnen auf keinem Fall im Bewerbungsgespräch. Auch der abgestützte Kopf auf der Hand geht auf gar keinen Fall. Den meisten haben das schon die Eltern beigebracht.

Manch Bewerber lässt sich schon beim Bewerbungsfoto mit der Hand am Kinn oder stark gestikulierend ablichten. Weder beim Foto und auf gar keinen Fall beim Bewerbungsgespräch bringt Sie das einen Schritt weiter nach vorne. Es wirkt zu überheblich.

Wenn Sie sich bei der Beantwortung von Fragen an den Kragen oder den Hals fassen, deutet das daraufhin, dass es Ihnen unangenehm ist (der Kragen wird zu eng, der Hals schwillt an).

Sie fassen sich bei der Antwort an Ihre Nase? Schon Pinocchio wurde unterstellt, dass seine Nasenspitze beim Lügen wächst. Auch im Gespräch liegt die Vermutung nahe, dass Sie sich bei einer solchen Geste von der Wahrheit entfernen.

Sie wundern sich und reiben sich die Augen? Sie nesteln an Ihrer Brille während des Gesprächs oder fummeln unter oder auf dem Tisch mit einem Stift? Alles Zeichen, die als Unsicherheit gewertet werden.

Bitte zeigen Sie auch nicht mit dem Stift in der Hand auf Ihre Gesprächsteilnehmer. So manch einer fühlt sich dabei bedroht oder angegriffen und lächelt nur, weil der Stift kein Dolch bzw. keine Pistole ist.

Ihre Kleidung sitzt. Den Sitz überprüfen Sie vor Verlassen Ihrer Wohnung, evtl. korrigieren Sie kurz vor dem Gespräch an einem geeigneten Ort noch mal den Sitz von Krawatte, Rocksaum oder ähnlichem. Im Bewerbungsgespräch wirkt das mitunter sehr irritierend.

Der Gipfel, den ich in einem Gespräch erlebt habe, war, dass sich der Bewerber die Nasenhaare richtete, während er sprach. Ich denke nicht, dass das weiter zu kommentieren ist. Auf jeden Fall wurde dieser weder vom Kunden mit Handschlag verabschiedet noch eingestellt.

Und wohin jetzt mit meinen Händen, mögen Sie sich fragen.

Auf den Tisch, Handflächen in bequemer Haltung nach unten, die Finger leicht gekrümmt. Bitte achten Sie auf die Nagelpflege vor dem Gespräch, auf keinem Fall während des Gesprächs.

Zur Unterstützung dessen, was Sie sagen, dürfen Sie Ihre Hände nutzen. Ob Sie jetzt stark gestikulieren oder eher zurückhaltend die Hände überhaupt nicht oder nur wenig nutzen, ist Ausdruck Ihres Charakters. Hiervon abzuweichen, bedeutet hartes Training, sonst wirken Sie zu unglaubwürdig. Auch bringt es nichts, sich zu sehr zu verstellen. Am Ende bekommen Sie einen Job, dem Sie nicht gewachsen sind oder in dem Sie unterfordert sind.

Natürlich können Sie sich mit einem entsprechenden Training zum Trainer, Speaker, Moderator usw. ausbilden, um zu verstehen, was bestimmte körpersprachliche Gesten und Signale bedeuten bzw. wie diese in unterschiedlichen Kulturkreisen interpretiert werden. Nicht jede Hand- oder Körperhaltung hat überall die gleiche Wirkung.

Für das Bewerbungsgespräch reicht es in der Regel so zu sein, wie Sie sind und auf die oberen Beispiele zu achten.

 Mit den besten Wünschen für ein gesundes, glückliches und erfolgreiches 2017 begrüßt Sie das Bewerber A!B!C Team im neuen Jahr.

Mit Ihren Fragen und unseren Tipps zu Bewerbung, Karriere und Job geht es auch in diesem Jahr weiter auf www.bewerber-abc.de

Wir freuen uns auf Ihre Fragen und Anregungen.

 

 

 

Auf den Punkt gebracht – Erlebnisse im Bewerbungsgespräch

In meinen gut 10 Jahren als Personalberater und auch aus Bewerbungsgesprächen davor, fällt mir immer wieder auf, wie unpräzise zum Teil einfache Fragen beantwortet bzw. letztendlich nicht beantwortet werden.

Meist stellt der zukünftige Arbeitgeber eine Frage wie z.B.: „Wie viele Mitarbeiter haben Sie bei XY geführt?“. Jeder, der jetzt denkt, „Ok, einfache Frage, jetzt kommt irgendeine Zahl“ sieht sich alsbald enttäuscht, da der Bewerber anfängt, davon zu berichten, was damals bei XY so alles vorgefallen ist. Gelegentlich kommt es dabei zu Entschuldigungsversuchen, die das Gegenüber vollends zur Verwirrung bringen. Zum Schluss wird die Ausgangsfrage vergessen und die Antwort bleibt aus.

Das Resultat ist, dass der Bewerber die Stelle nicht bekommen wird. „Sechs! –Setzen!“

Ich habe mich oft gefragt, woran es liegt. Ist die Anspannung so groß, dass anstelle der Antwort auf eine simple Frage der Kandidat versucht, einen Fehler zu rechtfertigen. Oder ist es schlichtweg die Ignorierung des Fragestellers bzw. das Nicht Verstehen seiner Frage?

Viele Stellenangebote beinhalten die Frage nach dem Gehaltswunsch,. Auch diese Frage wird oft vom Kandidaten nicht beantwortet.

Warum gehen viele Bewerber so unaufmerksam mit dem Fragesteller um?

Es ist aus meiner Sicht eine Zentrierung auf die eigene Situation, in der der Gefragte steckt. Vollkommen mit sich selber und der anstrengenden Situation beschäftigt, hat der Kandidat nur eins im Kopf: „Schnell wieder raus hier.“.

Ja, Bewerbungsgespräche sind anstrengend und sie erfordern ein hohes Maß an Konzentration. Der Bewerber muss zuhören, dabei gedanklich Antworten formulieren und vorausahnen, wohin der Fragesteller das Gespräch leiten möchte. Wer fragt, der führt, heißt es nicht umsonst.

Was können Sie konkret mitnehmen?

  1. Bereiten Sie sich vor. Formulieren Sie anhand Ihres Lebenslaufs Fragen, die Ihnen gestellt werden können und geben Sie sich darauf eine Antwort. (siehe auch Das Vorstellungsgespräch.)
  2. Bereiten Sie sich vor. Formulieren Sie eigene Fragen, die Sie im Gespräch stellen werden. (siehe auch Eigene Fragen des Bewerbers.)
  3. Bereiten Sie sich vor. Nehmen Sie das Gespräch ernst. Nutzen Sie diese Chance, die Sie nur einmal haben, Ihr Gegenüber und das Unternehmen kennen zu lernen.
  4. Antworten Sie präzise auf die Fragen, die Ihnen gestellt werden.
  5. Locker bleiben, freundlich sein und Interesse zeigen.

Nächste Woche geht es weiter auf www.bewerber-abc.de, Ihren Fragen und unseren Antworten.

 

Kann man in einem Vorstellungsgespräch erkennen, ob der Gegenüber lügt? Vielleicht haben Sie Tipps, wie ich dies erkennen kann? – Leserfrage 7

Eine Bewerberin, Mitte 40 fragt: „Kann man in einem Vorstellungsgespräch erkennen ob der Gegenüber lügt? Vielleicht haben Sie Tipps wie ich dies erkennen kann?“

„Es wird selten so viel gelogen wie vor dem Krieg, nach der Jagd und im Bewerbungsgespräch!“

Na ja, das Sprichwort stimmt für das Bewerbungsgespräch nicht ganz, jedoch habe ich von der Tendenz schon viel in diese Richtung erlebt und zwar von beiden Seiten.

Dabei ist es meist nicht das bewusste Lügen, sondern eher die Wunschvorstellung, wer man ist bzw. welche Stelle und welches Unternehmen man anbietet, die nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Wenn also jemand im Gespräch aus tiefster Überzeugung etwas sagt, was er für richtig hält, werden Sie wenig Chancen haben, ihn zu entlarven. Es sei denn mit Fakten, die Sie unterlegen können.

Lügt jemand absichtlich, so gibt es durchaus Merkmale und Anzeichen, dieses zu erkennen. Eine Lüge benötigt in der Formulierung und der Aussprache – der Lügende weiß ja, dass er lügt – mehr Energie als eine wahre Antwort. Dieses ‚Mehr an Energie‘ muss der Körper produzieren. Die Folge sind höherer Puls, höherer Blutdruck, Schwitzen, schnellerer Atem, zu enger Hemdkragen, eine kribbelnde Nase, Unruhe, Juckgefühle, schnellere bzw. höhere Stimmlage, rote Flecken im Gesicht und den Armen. Bei jedem äußert sich das ein wenig anders. Der gute Schauspieler vermag es zu verdecken, insbesondere, wenn er nicht über sich selber sondern etwas anderes lügt.

Woran erkenne ich es konkret im Gespräch? Viele fassen sich an die Nase (weil die kribbelt), fassen sich an den Hemdkragen oder den Nacken (der Hals bzw. die Halsschlagader schwillt an), bekommen feuchte Flecken unter den Achseln (Schweißausbruch) oder wibbeln auf einmal auf dem Stuhl bzw. bewegen sich mehr als früher.

Das alles sind Indizien und keine Beweise für eine Lüge. „Sie lügen mich an!“ wäre die falsche Reaktion. Merken Sie sich, was Ihr Gegenüber gesagt hat und fragen Sie nach, vertiefen Sie die Frage oder stellen Sie die Frage 1-2 Minuten zurück und fragen erneut nach, z.B. „Um nochmal auf den Punkt von eben zu sprechen zu kommen…“

Alles das geht nur im persönlichen Gespräch. Am Telefon ist das nahezu nicht erkennbar.

Wie waren Ihre Erlebnisse? Welche Fragen haben Sie?

Ich freue mich auf Ihr Feedback und die Fragen der anderen Leser auf https://business.facebook.com/abcroesrath mit Tipps und Tricks zum Thema Bewerbung und Karriere sowie Ihren Fragen und meinen Antworten.