Archiv der Kategorie: Bewerbungsgespräch

Leitfaden für das Bewerbungsgespräch

Gesprächsleitfaden für das Vorstellungsgespräch

Vorbereitung für Bewerbungsgespräche

Wer gut vorbereitet in ein Bewerbungsgespräch geht, hat bessere Chancen, die Informationen zu erhalten, die für eine spätere Entscheidung benötigt werden. Er/Sie kann sich in der Regel besser darstellen, hat also auch größere Chancen, einen Vertrag angeboten zu bekommen.

Nicht alle Bewerbungsgespräche sind vom Ablauf her gleich. Mal stellt sich das Unternehmen zu Beginn ausführlich vor, mal wird nach kurzer Vorstellung der Gesprächspartner der Bewerber gebeten, erstmal von sich zu berichten.

Doch egal wann, irgendwann sind Sie an der Reihe, sich zu präsentieren. Gehen Sie in 50% der Fälle davon aus, dass Ihre Gegenüber Ihre Unterlagen nicht oder nur oberflächlich bzw. vor längerer Zeit durchgelesen haben. Die anderen 50% sind bestens informiert und ihrerseits gut vorbereitet. Der Nachteil, Sie wissen nicht, wann Sie auf welche 50% treffen. Gehen Sie daher besser davon aus, etwas ausführlicher zu berichten.

Ich empfehle dringend die chronologische Berichterstattung: von der Schule, über Ausbildung und/oder Studium in den Beruf und ab da die einzelnen Stationen.

Je länger der jeweilige Abschnitt zurückliegt, desto kürzer können Sie sich fassen, es sei denn, es handelt sich um stellenrelevante Erfahrungen, die Sie gemacht haben oder wichtige persönlichkeitsbildende Situationen,

Je näher Sie der aktuellen Position kommen, desto ausführlicher werden Sie. Bei jeder Stelle sind folgende Punkte wichtig:

  • Warum habe ich die neue Position angenommen?
  • Welche guten, welche schlechten Erfahrungen habe ich gemacht?
  • Was habe ich gelernt?
  • Warum habe ich diese Position zu Gunsten der folgenden verlassen?

Bei Führungskräften kommen noch folgende Aspekte hinzu:

  • Wie habe ich geführt?
  • Wie haben meine Mitarbeiter und meine Vorgesetzten mein Führungsverhalten bewertet?
  • Was war meine schwierigste Entscheidung?

Bei Vertriebsmitarbeitern:

  • Meine größten Erfolge.
  • Was habe ich aus Niederlagen gelernt?

Beobachten Sie im Gespräch Ihre Gegenüber. Zeigen diese sich eher gelangweilt oder folgen sie gespannt Ihren Ausführungen? Zeigen sich „Sorgenfalten“ auf der Stirn? Alles Indizien, dass Sie zu viel oder zu wenig berichten. Fragen Sie nach! „Ist das für Sie zu ausführlich?“ oder „Möchten Sie, dass ich an dieser Stelle etwas weiter ausführe?“

Halten Sie dabei guten Blickkontakt, was nicht heißen soll, dass Sie permanent Ihre Gesprächspartner anstarren.

Beantworten Sie alle Fragen, die man an Sie richtet, gut vorbereitet und konkret. Schweifen Sie nicht zu weit von der eigentlichen Frage ab und vermeiden Sie jegliche Entschuldigungsversuche.

Vorbereitung auf Fragen, die Ihnen gestellt werden könnten:

  • Welches Ziel habe ich in den nächsten 5 Jahren? Was mache ich, um dieses Ziel zu erreichen?
  • Welche speziellen Interessensgebiete habe ich?
  • Wie wirke ich nach außen? Mit wem „kann ich“, mit welchen Menschen nicht?
  • Welche Stärken habe ich? Was mache ich gerne?
  • Welche Schwächen habe ich? Was möchte ich auf gar keinen Fall tun?
  • Check-Liste mit allen wichtigen Fragen.

Fragen zu Stelle und Funktion:

  • Wie sieht ein typischer Arbeitstag in der betreffenden Stelle/Funktion aus?
  • „Typische“ berufliche Entwicklung in den ersten 3-5 Jahren? Mittelfristige Aussichten?
  • Was sollte man in dieser Funktion besonders gut können?
  • Welche fachlichen und persönlichen Voraussetzungen sind unbedingt notwendig?
  • Fach- oder Führungsfunktion in 5 Jahren? (Vorsicht! Wirkt bei Absolventen oft übermotiviert.)
  • Welche persönlichen Stärken sind wichtig für die Position?
  • Welche „Schwächen“ darf ein Bewerber für die betrefeenden Stelle nicht haben?
  • Gibt es Besonderheiten?
  • Gehaltliche Entwicklung? (sollte nicht Priorität 1 haben!)
  • Weiterbildung (fachlich und überfachlich)?

Fragetechnik:

  • Offene Fragen sind zu bevorzugen, damit nicht nur mit ja/nein geantwortet wird (z.B. Welche, Warum, Wie, Was).
  • Halten Sie Blickkontakt. Lassen Sie den anderen ausreden und fragen Sie nach, wenn Ihre Frage nicht beantwortet wird.
  • Fragen Sie auch mal einen Gesprächsteilnehmer, warum er/sie bei dieser Firma ist oder fragen Sie, was ihm/ihr an ihrem/seinem Job besonders gut gefällt.

Der zeitliche Rahmen sollte ungefähr so ausschauen:

1/3 Unternehmen stellt sich vor
1/3 Sie stellen sich vor
je 1/6 gegenseitige Fragen

Auf keinen Fall sollten Sie mit mehr als drei Seiten eng beschriebenen Fragen im Gespräch auftauchen. Idealerweise ein bis max. zwei Seiten mit Stichworten, die Sie im Gespräch abhaken.

Fragen Sie nicht, was schon beantwortet wurde.

Suchen Sie vorab im Internet nach Informationen zum Unternehmen, nutzen Sie dazu nicht ausschließlich die firmeneigene Webpage, sondern auch Beiträge und Kommentare in der Presse oder anderen Portalen. Beschäftigen Sie sich dabei ebenso mit den Fragen zur aktuellen Situation des jeweiligen Markts, Zukunftsperspektiven und Standortperspektiven. Je nachdem, ob es sich um ein inhabergeführtes Unternehmen oder eine börsennotierte AG handelt, ob es ein Konzern oder ein KMU (Kleines/Mittlere Unternehmen) oder gar ein Startup ist, sind Ihre Fragen dabei zu priorisieren und zu überarbeiten.

Haben Sie Fragen zu Bewerbung, Lebenslauf oder Vorstellungsgespräch? Schreiben Sie mir christof.wirtz@abc.jetzt

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Christof Wirtz Bewerber-ABC

Wechselmotivation

Heute geht es um die Bewerber, die bei ihrem alten Arbeitgeber gekündigt haben, um eine neue Stelle anzutreten. Es geht weniger um die Bewerber, denen gekündigt worden ist, oder die, die einen Aufhebungsvertrag unterzeichnet haben.

Hier stellt sich die Frage, wie meine Wechselmotivation, also die Absicht, die hinter der Kündigung steckt am besten dargestellt werden kann.

Wenn Sie kündigen, haben Sie bereits einen neuen Anstellungsvertrag unterzeichnet. Alles andere ist zu vermeiden bzw. Blindflug, der nicht im Sinne Ihrer Karriere ist. Wenn Sie einen neuen Job haben, bitten Sie nicht um Kündigung, Sie kündigen selber. Sollten Sie früher aus Ihrem alten Anstellungsvertrag rauskommen wollen, also früher als die von Ihnen vereinbarte Kündigungsfrist, geht das in der Regel nur über einen Aufhebungsvertag unter Zustimmung Ihres alten Arbeitgebers.

Gründe für die Kündigung

Was hat Sie dazu bewegt, den alten Arbeitgeber zu verlassen?

  • Gehalt
  • Weiterentwicklung
  • Arbeitszeiten
  • Reisetätigkeiten
  • weniger pendeln
  • (drohende) wirtschaftliche Lage
  • Kollegen
  • Verhalten des Vorgesetzten
  • Arbeitsumfeld
  • Aufgabenstellung weicht von ursprünglichen Vereinbarungen ab
  • Zielsetzungen unrealistisch
  • neue Vorgesetzte
  • Verkauf oder Zukauf von Unternehmen(steilen)
  • (mangelnde) Perspektive

Diese Liste lässt sich sicher noch um einige Punkte erweitern. Ob es beim neuen Arbeitgeber besser ist, wird sich (hoffentlich) zeigen. Wie groß Ihr Anteil an den Beweggründen ist, will Ihr Gegenüber im Bewerbungsgespräch feststellen. Es liegt oft an beiden Seiten, wenn es zu einer Kündigung kommt.

Gehalt, Weiterentwicklung

Wenn Sie vortragen sich persönlich, inhaltlich, von Ihren Führungsaufgaben her oder gehaltlich weiterentwickeln zu wollen, sind das gute Wechselmotivationen, die in der Regel keine größeren Probleme im Gespräch verursachen, es sei denn, Sie wechseln öfter alle zwei Jahre.

Arbeitszeiten

In Bezug auf Arbeitszeiten kommt es darauf an, wieviel Sie in der vorhergehenden Stelle mehr gearbeitet haben. Bei einer Reduktion auf Teilzeit wird, auch wenn es mittlerweile einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt, immer ein Fragezeichen bleiben wie z.B.: „Macht er/sie das bei uns auch?“.

Weniger reisen, weniger pendeln

Oft wollen Mitarbeiter aus Vertrieb und Beratung, wenn sie eine Familie gründen, verständlicherweise weniger reisen bzw. weniger pendeln und denken über einen Wechsel nach. Dass dieser oft mit Gehaltseinbußen einhergeht, ist ein anderes Thema. Dieser Grund ist offen und klar kommuniziert für jeden nachvollziehbar, birgt dennoch die Gefahr, dass „Macht er/sie das bei uns auch?“ im Raume unbeantwortbar stehen bleibt.

Wirtschaftliche Lage

Ob die schlechte wirtschaftliche Lage sich abzeichnet, schon eingetreten ist oder gar erste Auswirkungen in Formen von Entlassungen im Unternehmen zeigt. Jeder versteht, dass Ihre Verantwortung in erster Linie sich selbst gegenüber und der eigenen Familie gehört. Doch auch hier gibt es Stolpersteine. Sind Sie als Vorgesetzter, im Vertrieb oder anderen verantwortlichen Positionen spürbar an dieser Misere (mit) beteiligt? Es bleibt zudem die Frage offen, ob Sie nicht länger hätten ausharren und mitkämpfen sollen, um den drohenden Schaden abzuwenden. Hier ist es wichtig, sich gut und intensiv mit möglichen Fragestellungen auseinander zu setzen. Es gibt unterschiedliche Typen in Bewerbungsgesprächen. Während der eine eine solche Situation verstehen kann und ähnlich handeln würde, bringt der andere keinerlei Verständnis für Ihre Handlung auf. Vorbereitung ist wichtig, situatives Gespür für Ihre Gesprächspartner ebenfalls.

Verhalten der Kollegen, Verhalten des Vorgesetzten

Größte Vorsicht ist geboten, wenn das Verhalten „der anderen“ Kollegen oder gar Vorgesetzten Ihren Wechsel begründen sollen. Es bleibt immer etwas an Ihnen selber haften. Bringen Sie sich dabei nicht in eine Opferrolle. Gestehen Sie selber Fehler ein, z.B. „ Ich habe die Situation vor Ort und das Spannungsfeld unterschätzt.“ Idealerweise vermeiden Sie diese Begründung für Ihren Wechsel. Waren es gar Spannungen mit dem Vorgesetzten, ist allergrößte Vorsicht geboten. Ein guter Mitarbeiter hat keine Spannungen mit dem Vorgesetzten. Alles andere wird Ihnen zum Verhängnis. Dieser Punkt ist zu vermeiden und nur in ganz wenigen Ausnahmesituationen anzuwenden, z.B. bei Übergriffen am Arbeitsplatz oder anderem persönlichem Fehlverhalten des Vorgesetzten.

Arbeitsumfeld

Sie hat das Arbeitsumfeld gestört. Ok, lassen Sie sich bitte etwas Besseres einfallen. Dieser Wechselgrund ist zu profan. In jedem Unternehmen gibt es Situationen, die nicht allen gefallen. Deshalb wechselt man nicht. Auch hier mag es im Einzelfall Ausnahmen geben, wenn es wirklich schlimm gewesen ist. Bitte nur im äußersten Notfall verwenden und keinesfalls mehrmals hintereinander.

Aufgabenstellung weicht von ursprünglichen Vereinbarungen ab

Aufgabenstellungen ändern sich im Laufe der Zeit. Weichen diese von dem ab, was ursprünglich im Arbeitsvertrag oder (schriftlichen) Nebenabreden vereinbart worden ist, ist es erstmal ein Zeichen von Flexibilität und Loyalität, wenn Sie sich den geänderten Bedingungen anpassen und Ihren Arbeitgeber so gut es geht dabei unterstützen. Das ist die erste Pflicht eines guten Angestellten und vor allem einer guten Führungskraft. Manchmal sind es sogar die Springer im Unternehmen, die alles machen können und vieles schon gemacht haben, die zur Führungskraft berufen werden. In einigen Unternehmen ist die Jobrotation auf Führungsebene Standardprogramm und Auswahl für höhere Positionen.

Zielsetzungen unrealistisch

Unrealistische Zielvorgaben oder Zielvereinbarungen sind ein schwieriges Thema, weil die Bewertung des Ziels bzw. der Unerreichbarkeit viel Erfahrung im jeweiligen Segment voraussetzt. Auch bei neuen Arbeitgebern werden die Latten hoch gehängt und man erwartet, dass Sie alle Kraft einsetzen, um die Ziele zu erreichen und nicht gelangweilt drüber stolpern oder gar ohne die Latte zu reißen drunter her wandern.

Neue Vorgesetzte

Neue Vorgesetzte bringen insbesondere für in direkter Linie berichtende Führungskräfte die Gefahr mit, dass „die Chemie nicht stimmt“ oder diese ihr eigenes Team mitbringen. Auf der anderen Seite des Bewerbungstischs wird sich die Frage stellen, warum lässt man denn einen so guten (wie Sie selber von sich sagen) Mitarbeiter/Führungskraft gehen? Es gilt sehr gut abzuwägen, ob diese Wechselmotivation sinnvoll ist oder nicht. Im Zweifel, wenn Sie ein etwas besseres / ungefährlicheres Argument haben, nutzen Sie dieses.

Verkauf oder Zukauf von Unternehmen

Unproblematisch bei der Wechselmotivation ist in der Regel der Verkauf oder Zukauf von Unternehmen(steilen). Insbesondere, wenn Sie selber gegangen sind.

Mangelnde Perspektive

Die (mangelnde) Perspektive oder (vermeintliche) Weiterentwicklung ist der meistgebrauchte Grund, um einen Wechsel zu begründen. Genau deshalb ist dieser Begriff sehr abgenutzt und wird gerne als „Ausweich“-Floskel genutzt. Machen Sie sich darauf gefasst, dass Sie so einfach nicht davon kommen. Hier wird im Bewerbungsgespräch gerne nachgehakt, manchmal auch erst nach ein paar weiteren Sätzen. („Kommen wir noch mal auf Ihre Weiterentwicklung zurück…“). Wenn nichts Brauchbares, oder Stimmiges von Ihnen kommt, bricht dieses Argument wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Übrig bleibt „Der rückt aber nicht mit der ganzen Wahrheit raus.“ Dies ist unbedingt zu vermeiden ist.

Möchten Sie wissen, was ich zu Ihren Wechselmotivationen zu sagen habe? Schreiben Sie mir christof.wirtz@abc.jetzt

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Smalltalk im Bewerbungsgespräch: WarmUp und CoolDown

WarmUp

Im modernen Bewerbungsgespräch findet vor der eigentlichen Bewerbungsrunde in der Regel ein WarmUp in Form eines Smalltalks statt.

„Wie war Ihre Anfahrt?“ oder „Haben Sie gut her gefunden?“ leiten diesen Part direkt nach der Begrüßung ein. Es folgen ca. 3-5 Minuten, in denen sich die Gesprächspartner verbal „beschnuppern“ und erste non-verbale Informationen austauschen. Stimmlage, Stimmfrequenz, Sympathie, Mimik, Gestik all das spielt neben den eher belanglosen Inhalten eine wichtige Rolle.

„Oh mein Gott, die Anfahrt war die reine Katastrophe. Ein Stau nach dem anderen.“ ist aus meiner Sicht keine gute Antwort, auch wenn es der Realität entspricht. Besser wäre an der Stelle „Es gab verkehrsbedingt ein paar Herausforderungen. Da ich früh mit einem Puffer losgefahren bin, konnte ich zum Glück noch rechtzeitig hier sein.“

Versuchen Sie in Ihren Antworten den SmallTalk weiter im Fluss zu halten. Antworten Sie offen, ohne abzuweisen und stellen Sie offene Fragen wie z.B. „Heute bin ich meinem Navi gefolgt und über die A3 und die A1 zu Ihnen gekommen. Das sind natürlich sehr stark befahrene Autobahnen. Haben Sie Kollegen, die aus meiner Richtung kommen? Welche Routen werden von ihnen genutzt?“ Diese Antwort ist wesentlich besser geeignet, um sich als guter Gesprächspartner zu präsentieren, als nur einsilbig Antworten zu geben.

Allerdings sollten Sie das WarmUp nicht überreizen. Irgendwann gibt es Signale vom Gesprächspartner, dass er jetzt mit dem Bewerbungsgespräch beginnen möchte. Jetzt noch weiter über Gott, die Welt und das Wetter zu plaudern, ist kontraproduktiv.

In Vertriebs- und Führungspositionen hingegen wird auch vom Bewerber erwartet, dass er seinerseits aktiv an diesem Part mitwirkt. Sie sollten dabei nicht primär über sich reden. Bringen Sie den anderen dazu, zu reden, fragen Sie offen und zeigen Sie, dass Sie sich thematisch gut auf das Gespräch vorbereitet haben.

Wie finde ich spannende Themen für das Vorstellungsgespräch? In der WarmUp Phase sollten Sie nicht direkt zu stark auf die Position und das Fachliche eingehen. Lesen Sie lokale Nachrichten in der Presse oder online, verfolgen Sie den News-Kanal auf der Firmenhomepage, auf welchen Messen wurde in der letzten Zeit ausgestellt, gab es lokale Ereignisse im Umfeld des Unternehmen etc.. Wichtig ist es, keine sensiblen Themen wie Politik, Weltanschauung oder Religion anzusprechen. Diese Bereiche sind private, meist sensible Punkte, mit denen Sie sich schnell unbeliebt machen können.

„Auf Ihrer Website habe ich gesehen, dass Sie im letzten Jahr ein Unternehmen hinzugekauft haben.“ oder „Sie waren doch auf der XY-Messe in ABC-Stadt im vorigen Monat. Haben Sie ein Feedback von Ihren Vertriebskollegen erhalten?“ Mit diesen Fragen zeigen Sie, dass Sie sich informiert haben und gewinnen manchmal auch wertvolle Informationen zur Unternehmenskommunikation.

CoolDown

Zum Ende des Gesprächs werden oft noch Informationen ausgetauscht und die weiteren Schritte besprochen. Sie sollten aktiv nachfragen, ob das Gespräch aus Sicht der Teilnehmer gut verlaufen ist, ob noch Punkte fehlen und wie es weitergeht.

Auch hier gilt, beachten Sie die Signale zum Gesprächsende. In einigen Gesprächen habe ich erlebt, dass der Bewerber diese nicht verstanden hat und nochmal von vorne anfing, seinen Werdegang zu erzählen. Das kommt bei den Arbeitgebervertretern nicht gut an und führt oft dazu, dass dieser Bewerber nicht weiter verfolgt wird.

Bei der Verabschiedung sind wie bei der Begrüßung Höflichkeitsfloskeln, Händedruck und Augenkontakt wichtig. Auch wenn Sie denken oder sogar wissen, dass es nicht mehr weitergeht. Bewahren Sie Haltung. Und die bitte, bis Sie das Gebäude oder Werk verlassen haben und um die nächsten zwei Ecken gebogen sind. Auf dem Flur fluchen, den Pförtner beschimpfen, die Sekretärin beim Verlassen ignorieren oder sich am Werkszaun erstmal eine Zigarette anzünden – Alles „No-Go’s“.

Weitere Hinweise zum Bewerbungsgespräch oder der Stimmbildung finden Sie unter den jeweiligen Links.

Wenn Sie Fragen haben, kontaktieren Sie mich bitte über christof.wirtz@abc.jetzt .

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Vorstellungsgespräch

Atmungstechniken zur Stimmbildung – Sicher durch das Vorstellungsgespräch

Kann der Bewerber sein Stimme mithilfe von Atmungstechnik verbessern und hilft das im Vorstellungsgespräch?

In meinen Seminaren gebe ich den Teilnehmern den Hinweis, noch bevor ich mich vorstelle, dass jeder die Übungen mitmachen und die Ratschläge befolgen kann, wenn sie es wollen. Keiner ist dazu verpflichtet etwas, zu tun, was sie/er nicht möchte.

Warum schreibe ich das vorab?

Die kommenden Atmungsübungen kommen zum Teil aus Präsentationstrainings und Chorübungen. Niemand muss das machen, um in ein Bewerbungsgespräch zu gehen. Je besser Sie Ihre Atmung und damit Ihre Stimme steuern können, umso besser ist es gerade in stressigen Situationen, wenn man aufgeregt ist oder die Stimme zittert.

Bevor die Stimme ganz weg ist, sollten Sie zum Glas Wasser greifen. Siehe auch Getränke und die Kekse.

Bei Präsentationen vor größeren Gruppen kann ich diese Übungen nur allerbestens empfehlen. Sie helfen langfristig, die Zwerchfellmuskulatur und Stimmbandmuskeln zu stärken und kontrollierter einzusetzen. Kurzfristig dienen sie der Entspannung vor „angespannten“ Situationen. In den meisten Fällen befinden sich die Bewerber und die Redner in einer mentalen und evtl. auch körperlichen Anspannungssituation. Jeder, der schon mal eine Rede gehalten hat, weiß das.

Die Stimme entsteht durch das Zusammenspiel vieler Muskeln. Über die Stimmbänder wird eine Luftsäule zum Schwingen gebracht und über die Zunge und die Mundhöhle weiter verformt. So entstehen Silben und Laute, die wir beim Hören in Wörter, Empfindungen oder wiedererkannte Geräusch verwandeln.

Übung 1 dient der Stärkung des Zwerchfells und einer besseren Nutzung der Bauchstimme.

In Übung 2 lernen Sie die Entspannung des Brustkorbs und der Reduzierung des „Frosch im Hals Effekts“ kennen.

Übung 3 dient dazu, ein hörbares Lächeln in ihr Gesicht zu bringen.

Wann können Sie diese Übungen machen? Am besten erst mal für sich im stillen Kämmerchen. Wenn Sie die Übung im Beisein von Partnern, Freunden oder Kollegen machen, sollten sie diese etwas darauf einstimmen, das es sonst zu lustigen Momenten kommen könnte.

Später machen Sie die Übung im Aufzug, im Auto, hinter der Bühne (Achtung Mikro nach dem Test wieder ausschalten!) oder an einem geeigneten ruhigen Platz.

Übung 1

Atmen Sie tief in den Bauch ein. Ganz tief. Der Bauch wölbt sich nach vorne.

Halten Sie die Luft etwas 2-3 Sekunden an und lassen Sie sie ruhig durch den Mund wieder ausströmen.

3-4 Sekunden warten und das Ganze zwei Mal wiederholen.

Nun bilden Sie die Silbe „ffttt“. Kurz schnell und prägnant wird die Luft, die Sie zuvor wie oben beschrieben per Bauchatmung eingeatmet haben wieder ausgelassen. Dabei erzeugen Sie das „ffttt“ und helfen mit Ihrer Zwerchfellmuskalturnach, in dem Sie den Bauch schnell einziehen und die Luft aus der Lunge drücken.

3 x „ffttt“.

Übung 2

Die Vokale „i, e, a, o, u“ sind in dieser Reihenfolge nicht im Alphabet dafür in der Reihenfolge wie Sie diese im Mund bilden. Probieren Sie es aus.

Mit den Lauten „mimmm“, „memmm“, „mamm“, „momm“ und „mumm“ lassen Sie und die Luft anstelle des „fftt“ (Übung 1a) raus. Auch diese Übung insgesamt dreimal.

Beide Übungen (1 und 2) benötigen einen gewissen Vorlauf und müssen in der ersten Zeit öfters durchgeführt werden, bis der gewünschte, Effekt eintritt. Später reicht es, 1-2 Mal pro Monat die Übungen zu machen.

Übung 3

Ist sehr einfach, effektiv und geht sehr schnell. Ziehen Sie bitte beide Mundwinkel für 60 s nach oben und spannen dabei Ihre Lachmuskeln an.

Gerade kurz vor einem wichtigen Gespräch entspannen Sie dabei Ihre Gesichtsmuskeln und bringen Ihren Körper dazu, ‚Fröhlichkeits-Stimmung‘ aufzubauen.

Ihre Stimme wirkt positiver, Ihre Ausstrahlung auch.

Alles Hokus-Pokus? – Na dann, Sie müssen es ja nicht ausprobieren.

Allen anderen versichere ich, wenn Sie es versuchen, werden Sie positiv überrascht sein.

Haben Sie andere Übungen oder Tipps zum Stimmtraining? – Ich freue mich auf Ihre Hinweise.

 

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Kekse, Kaffe und Wasser im Bewerbungsgespräch

Getränke und die Kekse im Bewerbungsgespräch

Wozu gibt es Getränke und Kekse im Bewerbungsgespräch?

Zugegeben eine Nebensächlichkeit, solange der Bewerber das Ganze auch dabei beläßt.

In vielen Bewerbungsgesprächen stehen Kaffee und Wasser, manchmal auch Softdrinks auf dem Tisch. Oder es wird zu Beginn mit der Frage „Möchten Sie etwas trinken?“ ein Getränk angeboten.

Es ist empfehlenswert, diese Frage mit „ja“ zu beantworten. „Gerne ein Glas Wasser, bitte.“ oder „Vielen Dank, für mich bitte eine Tasse Kaffee.“

Weniger gut sind „Kaffee, bitte!“ oder „Hmmh `n Wasser.“.

„Egal!“ hilft auch nicht weiter.

Gar nicht gut sind auch „Kann ich einen Tee haben?“ oder „Haben Sie auch Zero-Cola?“

Warum?

Die Getränke werden höflichkeitshalber angeboten. Es wird erwartet, dass der Bewerber sich mit dem zufriedengibt, was ihm angeboten wird. Dabei ist es ratsam, die Höflichkeitsworte „danke“ und „bitte“ zu verwenden.

Wenn Sie Extrawünsche äußern, kommt bei den meisten Gesprächspartnern der Verdacht auf, dass nicht nur der Beginn des Gesprächs schwierig wird, sondern dessen Verlauf und erst recht eine mögliche Anstellung. Hauptgrund für diesen Verdacht sind langjährige Erfahrungen mit Menschen. Es mag Ausnahmen geben, doch sogar ich bin skeptisch.

Auf ein Getränk verzichten, macht nun gar keinen sparsamen Eindruck und ist auch nicht ratsam. Im Gespräch kann es manchmal gut sein, mit einem Schluck Flüssigkeit die Lippen und die Zunge zu benetzen, um nicht mit einem trockenen Mund in einen Hustenanfall oder ständiges Räuspern abzurutschen.

Bitte stoßen Sie nicht an, wenn alle am Gespräch Beteiligten zum Glas greifen. (Wer das nicht glaubt – es ist mir schon passiert, dass ein Bewerber mit mir anstoßen wollte.)

Das Glas dann weder in einem Zug austrinken noch bis zum Ende unausgetrunken stehen lassen. Trinken Sie normal im Laufe des Gesprächs das Glas Schluck für Schluck aus, so dass es nach ca. 45 min. leer ist. Fragen Sie nur dann nach einem weiteren Getränk, wenn es für Ihre körperliche Verfassung unbedingt nötig ist oder das Gespräch deutlich länger als 90 min dauert.

Wurde das Getränk aus einer kleinen Flasche serviert, die neben Ihrem Glas steht, sollten Sie sich irgendwann nachschenken, so dass am Ende des Gesprächs das Fläschchen und das Glas leer sind.

Alkoholische Getränke, selbst wenn angeboten, gehören weder vor noch während noch nach dem Gespräch zu einem guten Eindruck des Bewerbers.

Und was ist mit den Keksen?

Fassen Sie es als Herausforderung auf. Stellen Sie sich vor, Sie sind Krümelmonster aus der Sesamstraße und sitzen vor einem Teller der leckersten Kekse. Schaffen Sie es, während des Gesprächs darauf zu verzichten? – Sehr gut!

Ok, wenn alle anderen einen Keks essen, dürfen auch Sie zugreifen. Einer reicht allerdings.

Weitere Informationen zum Bewerbungsgespräch finden Sie hier.

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Fremdsprachen

Zertifikate vs. Erfahrung und Können sowie Fremdsprachen

In meinen Gesprächen werde ich des Öfteren gefragt, was der Bewerber denn tun könne, um beim nächsten Wechsel eine bessere Ausgangsposition zu haben. Wären nicht die xy-Zertifikate oder die ABC-Bescheinigung sinnvoll?

Egal ob IT, Projektmanagement, Arbeitsvorbereitung, um nur einige Bereiche zu nennen – die Arbeitswelt ist voll von Zertifikaten und Unternehmen, die Lehrgänge und Zertifizierungen anbieten.

Einige sind für bestimmte Berufe unabdingbar, z.B. Führerschein für Taxifahrer. Die meisten sind aus meiner Sicht nur „nice-to-have“. Ausnahme bilden hier hauptsächlich die Beratungsberufe. Viele Beratungsunternehmen verlangen im Vorfeld eine Zertifizierung, z.B. im IT-Umfeld den CCNE (Cisco Certified Network Engineer) oder ITIL.

Bei den meisten „anwendenden“ Unternehmen sind Erfahrung und Können wichtiger als eine Zertifizierung. Diese ist dann allenfalls als Ergänzung interessant.

Bei einigen Zertifizierungs-Lehrgängen jedoch kommen die Frisch-Zertifizierten mit viel Theorie und ganz wenig Praxis daher und wundern sich dann, wenn die zum Teil sehr zeitaufwendige Zertifizierung, die gelegentlich auch teuer sein kann, nicht den gewünschten Verbesserungseffekt im Hinblick auf die berufliche Weiterentwicklung haben.

Es gibt auch Zertifizierungen, die zeitlich befristet sind und in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden müssen. Im IT-Bereich kommen alle paar Jahre neue Software/Betriebssystem-Versionen heraus, die dann in eine Neu-Zertifizierung münden.

Generell kann man sagen, dass Zertifizierungen, die älter als 7-10 Jahre sind, nicht mehr als aktuell im Bewerbungsverfahren angesehen werden. Hat der Bewerber zudem in diesem Bereich längere Zeit nicht mehr gearbeitet oder nur wenig praktische Erfahrung sammeln können, werden diese auch schnell wertlos.

Es ist auch nicht wichtig, wie viele Zertifizierungen Sie haben. Wichtig ist, dass es die passenden für Ihre berufliche Zukunft und für Ihren Arbeitsplatz sind.

Ein Grund, warum sich viele mittelständische und kleine Unternehmen schwertun, ihre Mitarbeiter zur Zertifizierung zu senden, sind die Kosten, die Arbeitszeit, die in den Mitarbeiter investiert wird und die bei erfolgreichem Abschluss schwebende Frage „Bekomme ich jetzt mehr Gehalt? (Oder suche ich mir einen neuen Job?)“. Wer möchte schon Geld und Zeit in Mitarbeiter investieren, damit die dann teurer werden?

Es gibt Unternehmen, die ihre Mitarbeiter über Kosten- bzw. Rückerstattungen von Schulungs- und Weiterbildungskosten versuchen an sich zu binden. Inwieweit das zulässig ist oder auch nicht, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen. Es sollte in jedem Fall individuelle Vereinbarungen geprüft werden.

Fremdsprachen

Unabhängig davon wird es immer wichtiger, dass sich der Bewerber in den Fremdsprachen weiterentwickelt. Englisch ist bei vielen Berufen und in vielen Unternehmen Pflicht. Hier hat sich die TOEFL (Test of English as a foreign Language) Bewertung nahezu als Standard entwickelt.

A1 Grundkenntnisse
A2 erweiterte Grundkenntnisse

B1 nahezu fließend
B2 fließend in allen Gesprächssituationen

C1 verhandlungssicher, mit leichten Abstrichen
C2 verhandlungssicher in allen Situationen

Meine Empfehlung an alle, die in Führungspositionen kommen möchten, ist B2, besser C1. Im internationalen Vertrieb und in internationalen Führungsrollen sind es C1 bis C2.

Weitere Sprachen sind, insbesondere, wenn es um Unternehmen aus dem Ausland geht, die jeweilige Landessprache. Sprache verschafft Nähe! Neben der Sprache sind es auch zunehmend die jeweils anderen Gewohnheiten im Umgang mit Menschen, Kollegen, Vorgesetzten und Mitarbeitern sowie insbesondere die Kommunikation im interkulturellen Umfeld, die neben der Sprache zusätzlich zu meistern sind.

Je früher Sie Fremdsprachen lernen und je intensiver Sie sich mit Lust und Leidenschaft, z.B. im Urlaub damit beschäftigen, um so einfacher und besser beherrschen Sie die Sprache nachher.

Weitere Informationen zur Lebenslaufgestaltung finden Sie hier.

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Vorstellungsgespräch

Ausreden und ausreden lassen (im Bewerbungsgespräch).

Mir fällt im Bewerbungsgespräch immer öfter auf, dass gerade junge Bewerber ihre Gesprächspartner nicht ausreden lassen.

Der zukünftige Vorgesetzte stellt z.B. eine Frage zum Lebenslauf und bevor er noch den zweiten Teil des Satzes ausformulieren kann, fängt der Bewerber an zu antworten.

Ein anderes Beispiel war jüngst ein Kandidat, der bei der Vorstellung des Unternehmens an zu lächeln fing und mitten im Satz anhob, das er diese Information heute Morgen schon auf der Website gelesen habe.

Es zeugt, auch wenn sich das nach ‚alter Schule‘ anhört, von wenig Respekt gegenüber seinem Gesprächspartner, wenn man diesen unterbricht. Aus meiner Erfahrung reagieren zukünftige Vorgesetzte da sehr allergisch. Es kommt zum Abbruch des Gesprächs, die Bewerbung hört an dieser Stelle auf. Auch wenn aus formellen Gründen das Ganze noch 10.15 min weiter läuft. An dieser Stelle ist die Entscheidung gefallen, dass dieser Kandidat nicht weiter kommt.

Bei den Bewerbungsgesprächen, an denen ich teilnehmen konnte, haben wir oft nachher noch zusammen gesessen und eine erste Feedbackrunde zum Kandidaten gemacht. Die ‚nicht-ausreden-Lasser‘ wurden durch die Bank abgelehnt. Interessanterweise, konnten einige der Gesprächsteilnehmer nicht genau sagen, was sie denn am Bewerber gestört hat. Auf meinen Hinweis, ob das an den Unterbrechungen gelegen haben könnte, war das nahezu immer der Fall.

Das ‚nicht-ausreden-lassen‘ erzeugt also schon unbewusst ein Störgefühl beim Gesprächspartner. Meine Frage, die ich auch im Nachhinein an die Kandidaten gerichtet habe, war ob das beim Bewerber auch der Fall ist und warum er den anderen unterbrochen hat.

In der Hälfte der Fälle haben die Bewerber es nicht gemerkt. Vielleicht gehört es ja im privaten oder in Schule/Beruf/Hochschule schon zum normalen Umgangston, dass sich die Gesprächspartner nicht ausreden lassen.

Die andere Hälfte bestätigte, dass sie ungeduldig waren oder die Antwort so schnell wie möglich geben wollten.

Meine Empfehlung, entspannen Sie sich. Zählen Sie intern bis drei, nachdem der Gesprächspartner seine Frage oder seinen Satz beendet hat. Dieses wird oft durch ein körpersprachliches Signal und eine Betonung der letzten Silbe eingeleitet. „Der Ball liegt dann in Ihrem Feld.“

Ausreden

Auf der anderen Seite fallen mir die Ausreden ein, die so manch Bewerber auf Fragen von sich gibt. Schnell geht man dann in die Opferrolle. Die anderen (Kollegen, Vorgesetzten) oder die Konkurrenz oder die Umstande sind schuld an der eigenen Misere.

Hüten Sie sich davor! – „Die Entschuldigungsabteilung hat (im Vorstellungsgespräch) geschlossen!

In dem Moment, in dem Sie einen anderen für Ihre Situation verantwortbar machen, passieren im Gespräch auf der gegenüberliegenden Seite zwei Dinge. Man sucht nach den Fehlern, die Sie verschwiegen haben, welche zur Situation beigetragen haben könnten. Man sucht nach dem Verhaltensmuster bei Ihnen, dass Sie keine Fehler zugeben können.

Beides führt in die falsche Richtung, denn wer suchet der findet.

Gestehen Sie Fehler von sich aus ein. Geben Sie zu, dass Sie die Situation unterschätzt oder falsch verstanden haben.

Dann wird Ihr gegenüber zum einen die Fehler auch bei den anderen suchen, die an der Situation beteiligt waren und Sie ‚in Schutz‘ nehmen. Zum anderen gesteht er Ihnen die Fehler-Erkenntnis zu.

 Fazit, lassen Sie Ihr Gegenüber ausreden und vermeiden Sie Ausreden.

Weitere Infos zum Bewerbungsgespräch gibt es hier.

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Satzbau

Der Anfang und die Verbindung – Bewerbungsschreiben, ein Ausflug in den Satzbau.

Aller Anfang ist schwer und ein guter Satzbau für das Bewerbungsschreiben bekanntlich auch. Manche Leserinnen und Leser, so das Feedback, fragen sich, wie mir immer wieder neue Themen einfallen. Ich muss dann lächeln und gestehen, dass ich bei den Themen gar nicht so kreativ bin. Ich berichte lediglich, was mir aktuell in Bewerbungsgesprächen auffällt. Es sind alles Themen, die ich im Bewerbungs- und Vermittlungsumfeld erleben durfte.

Wie auch das heutige Thema „Der Anfang und die Verbindung – ein Ausflug in den Satzbau“.

Der Anfang

Am Anfang war das „Ich“…..und dann kam das „und dann“.

„Ich“, „meine“, „mich“ – sind am Satzanfang im Bewerbungsschreiben nicht nur nicht gut, sie sind zu vermeiden. Die „und dann“-Verkettung ist im Gespräch und erst Recht im Brief und in der E-Mail zu vermeiden.

Oft sehe ich gerade bei jungen Bewerberinnen und Bewerbern, dass die Worte „Ich“, „Meine“ oder „Mich“ zu Anfang eines Satzes im Bewerbungsanschreiben oder in begleitenden Emails verwendet werden.

In einigen Fällen gehäuft und in einem Fall, der auch Anlass dieses Artikels ist, steht in nahezu jedem Satz am Anfang das „Ich“.

Auch wenn ich nach erster oberflächlicher Suche dazu keine wissenschaftliche Abhandlung finden konnte, zeigt die Erfahrung aus zahlreichen Gesprächen, dass das „Ich“ sowie „Mich“ und „Meine“ am Satzanfang verpönt sind.

Warum gilt es das zu vermeiden? Es sieht nicht nur unschön aus, es deutet auch auf mangelnde Stilsicherheit im Schriftverkehr hin.

Wesentlich bedeutender sind allerdings die Ableitungen und Schlüsse, die aus der Verwendung des „Ich“ am Satzanfang gezogen werden. Es kann darauf hindeuten, dass der Schreiber sich selbst immer gerne voran stellt bzw. sehr „ich“ bezogen ist.

Es wird, wenn es zu einem Bewerbungsgespräch kommen sollte, wahrscheinlich auf indirektem Weg versucht zu ergründen, ob der Bewerber sehr ich-bezogen ist oder nicht. Da sich gerade die Absolventen über ihren Fauxpas und die daraus gezogenen Schlüsse nicht im Klaren sind, kommt es im Gespräch dann zu der Situation, dass die „Rumbohrerei“ nach der Ich-Bezogenheit störend wirkt, weil sie für den Bewerber nicht verständlich und oft zu weiteren Fehlern bzw. Verunsicherung des Bewerbers führen kann.

Ein Satz aber darf dann doch mit „Ich“ anfangen. Im letzten Satz Ihres Anschreibens dürfen Sie schreiben: „Ich freue mich über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch in Ihrem Haus.“

Im Gespräch

Und dann kam das Gespräch.

Und dann wurde ich nach einem Getränk gefragt. Und dann habe ich mich vorgestellt.

(Wer hat jetzt noch nicht gegähnt?)

Spaß beiseite. Die einseitige Wiederholung und Verwendung des Begriffs „und dann“ ermüdet nicht nur den Zuhörer, sie deutet auf mangelnden Sprachgebrauch hin. Sehr oft reicht es, das „und dann“ einfach weg zu lassen. Bitte hängen Sie auch nicht alle Aufzählungen Ihres Schaffens nur mit „und“ oder „dann“ zusammen. Suchen Sie sich andere Worte.

Es kann helfen, sich seinen Werdegang aufzuschreiben. Listen Sie die Tätigkeiten nicht nur auf sondern verbinden Sie diese zu einer (möglichst spannenden) Geschichte, die auch Ihre Weiterentwicklung aufzeigt. Dann werden Sie sicherer und können Fehler aufdecken. Lesen Sie sich die Geschichte selber laut vor oder sprechen Sie sie in ein Diktiergerät (ein Smartphone reicht in der Regel). Sie können die Geschichte auch einem Freund oder Verwandten vortragen. Machen Sie sich Anmerkungen, wo Sie sich unsicher fühlen und wo Änderungen notwendig sind. Sie müssen nicht zum reißerischen Geschichtenerzähler werden. Es reicht, wenn Sie sich ordentlich und unfallfrei mit ein bisschen Stil vorstellen können.

Lassen Sie dabei Entspannung und Selbstsicherheit durchblicken, zeugt das von innerer Reife und bringt Sie weiter. Weitere Infos zu Anschreiben und zum Vorstellungsgespräch finden Sie unter den jeweiligen Links.

Das A!B!C Team freut sich auf Ihre Fragen und Anregungen zu den Themen Beruf, Karriere und Bewerbung. Auf www.bewerber-abc.de veröffentlichen wir jede Woche kostenfrei Tipps und Tricks zu diesen Themenbereichen.

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Vorstellungsgespräch

Also lieber sein Wissen für sich behalten? – Leserfrage

Leserfrage:

„Im letzten Jahr bin ich zu einem Gespräch bei in der xy Branche (größerer Mittelstand) gegangen und habe mich auf eine Stelle im Bereich ABC beworben. Gegenüber saßen mir drei junge Damen.

Leider ging das Gespräch voll in die Hose. Eine Dame fragte, wo mein Heimatort liegt. An meinem Wohnort hat der Konzern kürzlich ein Unternehmen aufgekauft. Ich dachte das käme ganz gut an, wenn ich davon berichte. Davon wussten die drei nichts und fragten dann, wie ich darauf komme und woher ich das habe und irgendwie bekam das Gespräch dann einen Bruch, es wurde unfreundlich und war nach nicht mal 20 Minuten vorbei und habe drei Tage später eine Standardabsage per Mail bekommen.

Also lieber sein Wissen für sich behalten?“

Antwort von Christof Wirtz:

„Ihre Schilderung macht mich nachdenklich. Ihr Fazit „besser das Wissen für sich behalten“ kann ich nicht teilen. Hätte Ihnen ein erfahrener Gesprächspartner aus der Geschäftsführung gegenüber gesessen, hätten Sie damit wahrscheinlich stark punkten können.

Es ist schon ungewöhnlich, dass Ihnen drei „junge Damen“ gegenüber gesessen haben. Wissen Sie noch, welche Positionen die drei innehaben?

Evtl. haben die drei, so meine Vermutung, Ihre Äußerungen als Ablenkung vom Wesentlichen missverstanden.

Allerdings sind das für mich, ohne Details zum Gesprächsverlauf zu kennen, alles nur Vermutungen.

Haben Sie Ihre Chance genutzt, um nachzuhaken, woran es gelegen hat?

Ich hätte es vermutlich so wie Sie gemacht, um mit ein bisschen Smalltalk, der gut zur Unternehmensentwicklung passt den Einstieg in das Gespräch finden. Dass es nicht geklappt hat, ist der Hinweis, dass Sie und das Unternehmen nicht zueinander passen und keine „Bewertung“ Ihrer Person.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg.“

 (Link zu SmallTalk einfügen)

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Termin verschieben

Terminverschiebung zum Vorstellungsgespräch

Sie haben einen Termin zum Vorstellungsgespräch mit dem Unternehmen vereinbart, bei dem Sie sich vor kurzem beworben haben. Herzlichen Glückwunsch!

Der Termin rückt näher und aus irgendeinem Grund (beruflich, privat, gesundheitlich) können Sie diesen nicht wahrnehmen. – Was ist idealerweise zu tun?

Warum ich das frage? Nun, weil ich es sehr oft erlebe, dass sich der Bewerber nicht im klaren ist, was bei mangelhafter Kommunikation für Konsequenzen zu erwarten sind. Es werden grundlegende Fehler gemacht, nicht nur von Berufsanfängern.

Am schlechtesten ist natürlich, nichts zu sagen und den Termin verstreichen zu lassen. Das kommt einer Absage gleich und deutet auf stark mangelnde Priorität des Bewerbers für dieses Unternehmen diese Stelle hin. Sie können sicher sein, dass zukünftige Bewerbungen bei diesem Unternehmen (und einzelnen Bewerbungsempfängern, die ja auch manchmal die Unternehmen wechseln und sich meist sehr gut an solche Fälle erinnern können) aussichtslos sein werden.

Eine E-Mail zu senden, ist aus meiner Sicht ebenfalls keine gute Lösung. Wenn diese mit dem Text „Ich kann zu unserem Bewerbungstermin am …. um….. aus xy Gründen nicht zu Ihnen kommen.“ beendet ist, reicht das in keinem Fall aus und deutet auf wenig Einfühlungsvermögen Ihrerseits hin.

Bitte geben Sie unbedingt an, wann Sie wieder verfügbar sind oder schreiben Sie etwas in der Art „Bitte senden Sie neue Terminvorschläge ab dem x.y. zu, da ich sehr gerne die Gelegenheit nutzen möchte, mich bei Ihnen vorzustellen. Es tut mir außerordentlich leid, dass mir ein beruflicher/privater dringender Termin dazwischen gekommen ist.“.

Am besten ist es, wenn Sie anrufen. Wenn Sie den Termin erst 1-2 Tage vorher absagen, geht an einer telefonischen Absage kein Weg vorbei. Sagen Sie, dass es Ihnen leid tut, dass der andere Termin beruflich/privat sehr wichtig ist und kurzfristig (nicht von Ihnen) einberaumt worden ist und Sie es versucht haben, diesen zu verschieben, leider ohne Erfolg. Bitten Sie im Gespräch um einen neuen Termin und betonen Sie (s.o.) wie wichtig Ihnen das Gespräch ist.

Sollten Sie den Ersatztermin erneut verschieben müssen, sieht es für den weiteren Bewerbungserfolg noch schlechter aus. Die Ansprechpartner beim Unternehmen unterstellen Ihnen dann endgültig mangelnde Priorität für Ihre Bewerbung bzw. fehlende Ernsthaftigkeit.

Bestätigung ist wichtig

Natürlich ist auch jeder Termin von Ihnen telefonisch oder per E-Mail zu bestätigen. Notieren Sie sich den Termin mit 1-2 Tagen „Vorabinfo-Termin“ im Kalender, prüfen Sie die Anfahrstrecke und –zeiten unter evtl. Berücksichtigung des (Berufs-)Verkehrs und seien Sie pünktlich da. Bei größeren Unternehmen sind evtl. Anmeldeprozeduren am Pförtner und betriebsinterne Wege mit einzukalkulieren. In der Regel bezieht sich die Uhrzeit auf den Beginn des Gesprächs und nicht die Ankunft auf dem Firmenparkplatz.

Sollten Sie sich, egal aus welchem Grund, verspäten, rufen Sie bitte ca. 30 min vorher an und sagen, dass Sie (verkehrsbedingt) aufgehalten wurden und in ca. xy min da sein werden. Bei Verspätungen, die voraussichtlich länger als eine Stunde dauern, fragen Sie auch hier am besten, ob der Termin nicht besser verschoben werden sollte.

Versetzen Sie sich am besten in die Lage, dass Sie selbst auf einen wichtigen Gesprächspartner warten und stellen Sie sich dabei vor, wie Sie behandelt werden möchten in Bezug auf Termintreue bzw. Terminverschiebung.

Weitere Informationen zum Vorstellungsgespräch finden Sie hier.

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