Archiv der Kategorie: Lebenslauf

Christof Wirtz Bewerber-ABC

Wechselmotivation

Heute geht es um die Bewerber, die bei ihrem alten Arbeitgeber gekündigt haben, um eine neue Stelle anzutreten. Es geht weniger um die Bewerber, denen gekündigt worden ist, oder die, die einen Aufhebungsvertrag unterzeichnet haben.

Hier stellt sich die Frage, wie meine Wechselmotivation, also die Absicht, die hinter der Kündigung steckt am besten dargestellt werden kann.

Wenn Sie kündigen, haben Sie bereits einen neuen Anstellungsvertrag unterzeichnet. Alles andere ist zu vermeiden bzw. Blindflug, der nicht im Sinne Ihrer Karriere ist. Wenn Sie einen neuen Job haben, bitten Sie nicht um Kündigung, Sie kündigen selber. Sollten Sie früher aus Ihrem alten Anstellungsvertrag rauskommen wollen, also früher als die von Ihnen vereinbarte Kündigungsfrist, geht das in der Regel nur über einen Aufhebungsvertag unter Zustimmung Ihres alten Arbeitgebers.

Gründe für die Kündigung

Was hat Sie dazu bewegt, den alten Arbeitgeber zu verlassen?

  • Gehalt
  • Weiterentwicklung
  • Arbeitszeiten
  • Reisetätigkeiten
  • weniger pendeln
  • (drohende) wirtschaftliche Lage
  • Kollegen
  • Verhalten des Vorgesetzten
  • Arbeitsumfeld
  • Aufgabenstellung weicht von ursprünglichen Vereinbarungen ab
  • Zielsetzungen unrealistisch
  • neue Vorgesetzte
  • Verkauf oder Zukauf von Unternehmen(steilen)
  • (mangelnde) Perspektive

Diese Liste lässt sich sicher noch um einige Punkte erweitern. Ob es beim neuen Arbeitgeber besser ist, wird sich (hoffentlich) zeigen. Wie groß Ihr Anteil an den Beweggründen ist, will Ihr Gegenüber im Bewerbungsgespräch feststellen. Es liegt oft an beiden Seiten, wenn es zu einer Kündigung kommt.

Gehalt, Weiterentwicklung

Wenn Sie vortragen sich persönlich, inhaltlich, von Ihren Führungsaufgaben her oder gehaltlich weiterentwickeln zu wollen, sind das gute Wechselmotivationen, die in der Regel keine größeren Probleme im Gespräch verursachen, es sei denn, Sie wechseln öfter alle zwei Jahre.

Arbeitszeiten

In Bezug auf Arbeitszeiten kommt es darauf an, wieviel Sie in der vorhergehenden Stelle mehr gearbeitet haben. Bei einer Reduktion auf Teilzeit wird, auch wenn es mittlerweile einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt, immer ein Fragezeichen bleiben wie z.B.: „Macht er/sie das bei uns auch?“.

Weniger reisen, weniger pendeln

Oft wollen Mitarbeiter aus Vertrieb und Beratung, wenn sie eine Familie gründen, verständlicherweise weniger reisen bzw. weniger pendeln und denken über einen Wechsel nach. Dass dieser oft mit Gehaltseinbußen einhergeht, ist ein anderes Thema. Dieser Grund ist offen und klar kommuniziert für jeden nachvollziehbar, birgt dennoch die Gefahr, dass „Macht er/sie das bei uns auch?“ im Raume unbeantwortbar stehen bleibt.

Wirtschaftliche Lage

Ob die schlechte wirtschaftliche Lage sich abzeichnet, schon eingetreten ist oder gar erste Auswirkungen in Formen von Entlassungen im Unternehmen zeigt. Jeder versteht, dass Ihre Verantwortung in erster Linie sich selbst gegenüber und der eigenen Familie gehört. Doch auch hier gibt es Stolpersteine. Sind Sie als Vorgesetzter, im Vertrieb oder anderen verantwortlichen Positionen spürbar an dieser Misere (mit) beteiligt? Es bleibt zudem die Frage offen, ob Sie nicht länger hätten ausharren und mitkämpfen sollen, um den drohenden Schaden abzuwenden. Hier ist es wichtig, sich gut und intensiv mit möglichen Fragestellungen auseinander zu setzen. Es gibt unterschiedliche Typen in Bewerbungsgesprächen. Während der eine eine solche Situation verstehen kann und ähnlich handeln würde, bringt der andere keinerlei Verständnis für Ihre Handlung auf. Vorbereitung ist wichtig, situatives Gespür für Ihre Gesprächspartner ebenfalls.

Verhalten der Kollegen, Verhalten des Vorgesetzten

Größte Vorsicht ist geboten, wenn das Verhalten „der anderen“ Kollegen oder gar Vorgesetzten Ihren Wechsel begründen sollen. Es bleibt immer etwas an Ihnen selber haften. Bringen Sie sich dabei nicht in eine Opferrolle. Gestehen Sie selber Fehler ein, z.B. „ Ich habe die Situation vor Ort und das Spannungsfeld unterschätzt.“ Idealerweise vermeiden Sie diese Begründung für Ihren Wechsel. Waren es gar Spannungen mit dem Vorgesetzten, ist allergrößte Vorsicht geboten. Ein guter Mitarbeiter hat keine Spannungen mit dem Vorgesetzten. Alles andere wird Ihnen zum Verhängnis. Dieser Punkt ist zu vermeiden und nur in ganz wenigen Ausnahmesituationen anzuwenden, z.B. bei Übergriffen am Arbeitsplatz oder anderem persönlichem Fehlverhalten des Vorgesetzten.

Arbeitsumfeld

Sie hat das Arbeitsumfeld gestört. Ok, lassen Sie sich bitte etwas Besseres einfallen. Dieser Wechselgrund ist zu profan. In jedem Unternehmen gibt es Situationen, die nicht allen gefallen. Deshalb wechselt man nicht. Auch hier mag es im Einzelfall Ausnahmen geben, wenn es wirklich schlimm gewesen ist. Bitte nur im äußersten Notfall verwenden und keinesfalls mehrmals hintereinander.

Aufgabenstellung weicht von ursprünglichen Vereinbarungen ab

Aufgabenstellungen ändern sich im Laufe der Zeit. Weichen diese von dem ab, was ursprünglich im Arbeitsvertrag oder (schriftlichen) Nebenabreden vereinbart worden ist, ist es erstmal ein Zeichen von Flexibilität und Loyalität, wenn Sie sich den geänderten Bedingungen anpassen und Ihren Arbeitgeber so gut es geht dabei unterstützen. Das ist die erste Pflicht eines guten Angestellten und vor allem einer guten Führungskraft. Manchmal sind es sogar die Springer im Unternehmen, die alles machen können und vieles schon gemacht haben, die zur Führungskraft berufen werden. In einigen Unternehmen ist die Jobrotation auf Führungsebene Standardprogramm und Auswahl für höhere Positionen.

Zielsetzungen unrealistisch

Unrealistische Zielvorgaben oder Zielvereinbarungen sind ein schwieriges Thema, weil die Bewertung des Ziels bzw. der Unerreichbarkeit viel Erfahrung im jeweiligen Segment voraussetzt. Auch bei neuen Arbeitgebern werden die Latten hoch gehängt und man erwartet, dass Sie alle Kraft einsetzen, um die Ziele zu erreichen und nicht gelangweilt drüber stolpern oder gar ohne die Latte zu reißen drunter her wandern.

Neue Vorgesetzte

Neue Vorgesetzte bringen insbesondere für in direkter Linie berichtende Führungskräfte die Gefahr mit, dass „die Chemie nicht stimmt“ oder diese ihr eigenes Team mitbringen. Auf der anderen Seite des Bewerbungstischs wird sich die Frage stellen, warum lässt man denn einen so guten (wie Sie selber von sich sagen) Mitarbeiter/Führungskraft gehen? Es gilt sehr gut abzuwägen, ob diese Wechselmotivation sinnvoll ist oder nicht. Im Zweifel, wenn Sie ein etwas besseres / ungefährlicheres Argument haben, nutzen Sie dieses.

Verkauf oder Zukauf von Unternehmen

Unproblematisch bei der Wechselmotivation ist in der Regel der Verkauf oder Zukauf von Unternehmen(steilen). Insbesondere, wenn Sie selber gegangen sind.

Mangelnde Perspektive

Die (mangelnde) Perspektive oder (vermeintliche) Weiterentwicklung ist der meistgebrauchte Grund, um einen Wechsel zu begründen. Genau deshalb ist dieser Begriff sehr abgenutzt und wird gerne als „Ausweich“-Floskel genutzt. Machen Sie sich darauf gefasst, dass Sie so einfach nicht davon kommen. Hier wird im Bewerbungsgespräch gerne nachgehakt, manchmal auch erst nach ein paar weiteren Sätzen. („Kommen wir noch mal auf Ihre Weiterentwicklung zurück…“). Wenn nichts Brauchbares, oder Stimmiges von Ihnen kommt, bricht dieses Argument wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Übrig bleibt „Der rückt aber nicht mit der ganzen Wahrheit raus.“ Dies ist unbedingt zu vermeiden ist.

Möchten Sie wissen, was ich zu Ihren Wechselmotivationen zu sagen habe? Schreiben Sie mir christof.wirtz@abc.jetzt

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Christof Wirtz Bewerber-ABC

Curriculum Vitae (CV) vs. Lebenslauf

Das CV ist die internationale Form der Bewerbung, die seit einigen Jahren auch in Deutschland immer stärker Einzug hält.

Im Gegensatz zum Lebenslauf enthält das internationale Curriculum Vitae selten persönliche Angaben. Alter, Geschlecht, sozialer Status und sogar ein Bild sind oft verpönt bzw. dürfen in einigen Ländern auch nicht mehr im CV auftauchen. Da wir uns auf Bewerbungen in Deutschland konzentrieren, gehe ich hierauf nicht näher ein.

Im Unterschied zum Lebenslauf ist das CV chronologisch rückwärts aufgebaut und geht von der aktuellen Position zeitlich nach hinten.

Inzwischen gibt es auch viele Mischformen, die zwar mit Schule, Ausbildung und Studium beginnen, dann aber die berufliche Laufbahn verkehrt herum darstellen. Ich schreibe hier „bewusst verkehrt herum“, da es für viele Menschen leichter ist einen Werdegang in der richtigen zeitlichen Reihenfolge zu lesen. Warum, erkläre ich in den folgenden Abschnitten und ebenso, in welchen Fällen das CV sinnvoller sein kann.

Curriculum Vitae von Hans Mustermanncv1

Lebenslauf von Hans Mustermanncv2.png

Entscheiden Sie selber, was ist einfacher zu lesen? Für mich ist es einfacher, den Lebenslauf nachzuvollziehen als das Curriculum Vitae zu studieren. Meist lese ich einen CV auch einfach von hinten nach vorne.

Mein idealer Lebenslauf sähe in diesem Fall übrigens so aus:

Lebenslauf von Hans Mustermann

cv3

Im weiteren listen Sie ab der zweiten Seite ihre Tätigkeiten chronologisch rückwärts mit der letzten Position beginnend auf. Zu jeder Position schreiben Sie ausführlich welche Tätigkeiten sie durchgeführt haben, welche Erfolge Sie gehabt haben und idealerweise auch Ihre Wechselmotivation.

Ausnahmen!

Ein CV kann jedoch von Anfang an gestalterisch wichtig sein, wenn in den frühen Berufsjahren eine völlig andere berufliche Orientierung vorgelegen hat, als es in den letzten Jahren der Fall war.

Lebenslauf von Hanna Mustermann

cv4.png

Jetzt ist es sinnvoller, das Ganze rückwärtsbetrachtet aufzubauen, da die ersten Berufsjahre in eine völlig andere Richtung gehen. Im Zweifelsfall, falls Sie sich nicht sicher sind, versuchen Sie es mit einem ähnlichen schlanken Muster, wie ich es Ihnen hier aufgezeigt habe und probieren beide Formen oder auch noch eine dritte Mischform aus. Zeigen Sie diese Freunden, Bekannten oder einem Personalberater. Welche stellt Ihre Entwicklung besser dar?

Wenn Sie Fragen haben, kontaktieren Sie mich bitte unter christof.wirtz@abc.jetzt .

Ihr Team von www.bewerber-abc.de

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Christof Wirtz Bewerber-ABC

„Schreiben Sie mir einen Lebenslauf?“ – Leserfrage

Vor der Sommerpause habe ich hier und auf verschiedenen Social Media Plattformen gefragt, was Sie liebe Leserinnen und Leser zu dem Thema „Ob eine Lebenslauf auch von Dritten geschrieben werden kann“ sagen.

Die Auswertung der Rückmeldungen hat mich überrascht.

Rund ein Drittel findet diesen Service gut und empfehlenswert, ein knappes Drittel steht dem Ganzen neutral gegenüber und etwas mehr als ein Drittel hält vom fremderstellten Lebenslauf überhaupt nichts.

Im letzten Drittel fanden sich neben einigen Bewerbern überwiegend Bewerbungsempfänger aus Unternehmen. Bei den Befürwortern und den Neutralen im übrigen keine Personaler oder Entscheider.

Das zeigt ganz deutlich, dass Unternehmen und deren am Einstellungsprozess beteiligten Mitarbeiter den authentischen Lebenslauf selbst entworfen, selbst formuliert und selbst geschrieben von den Bewerbern haben möchten.

Auf meine Frage, warum das so ist antworteten die meisten unisono „Die Bewerbung ist die erste Arbeitsprobe.“

Als Personalberater kann ich diese Auffassung nur unterstreichen. Sie können sich Hilfestellung bei der Erstellung des Lebenslaufs holen und diesen auch z.B. von einem Personalberater oder in einer Karriereberatung prüfen lassen und sich Hinweise zur Optimierung holen. Entwerfen und schreiben müssen Sie ihn selber.

Weitere Antworten von mir zu Bewerbungsunterlagen finden Sie unter: Mein Lebenslauf und in den kommenden Wochen hier auf www.bewerber-abc.de .

Ich freue mich weiterhin auf Ihre Fragen und Anregungen.

 

Christof Wirtz Bewerber-ABC

Jobwechsel und Lücken im Lebenslauf begründen

Jeder, der sich schon mal beworben hat, kennt die Frage nach seinen Lücken im Lebenslauf. „Warum haben Sie damals das Unternehmen verlassen?“ oder „Was war der Grund, dass Sie gewechselt haben?“. Einige liefern die Wechselmotivation mittlerweile sogar schriftlich im Lebenslauf nach den größten Erfolgen mit.

Ähnlich ist es bei den Lücken, die entstehen, wenn der eine Job schon beendet ist und der nächste erst einige Zeit später anfängt bzw. Sie länger auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind.

Grundsätzlich gibt es fünf Grundtypen der Kündigung

Kündigung des Arbeitnehmers Insolvenz des Unternehmens Aufhebungsvertrag im gegenseitigen Einvernehmen Betriebsbedingte Kündigung Verhaltensbedingte Kündigung

Siehe auch Kündigung.

Eigene Kündigung

Wenn Sie kündigen und eine neue Stelle haben (unterschriebener Vertrag), ist alles gut. Sie sollten sich nur eine Antwort für die Frage nach der Wechselmotivation überlegen, die Sie in den kommenden Jahren bei weiteren Wechseln geben, wenn Sie gefragt werden.

Haben Sie selber gekündigt und keine neue Stelle, dann wird das mit der Antwort schon schwieriger. Niemand sollte ohne wichtigen Grund kündigen, wenn keine neue Beschäftigung da ist. Hier wird meist die Antwort, die Sie geben hinterfragt und es bleiben meistens Zweifel, ob Ihre Antwort richtig ist. Je länger die Auszeit ist, desto schwieriger wird der Wiedereinstieg in den Job. Liegt das Ganze schon eine Weile zurück und haben Sie mittlerweile eine neue Beschäftigung gefunden, wird hier an der Stelle oft stärker nachgefragt. Viele Unternehmen befürchten, dass der Kandidat diese Verhaltensweise erneut an den Tag legt und „die Flinte zu schnell ins Korn wirft“.

Kündigung nach Insolvenz des Unternehmens

Ist Ihr alter Arbeitgeber insolvent geworden oder drohte eine Insolvenz, gab es Unregelmäßigkeiten bei der Gehaltszahlung oder zeichneten sich Lieferantensperren ab, dann ist es aus Ihrer Sicht nicht nur ihr gutes Recht, sondern auch Ihre Pflicht, sich nach einem neuen Arbeitgeber umzuschauen. Aus Sicht Ihres insolventen Arbeitgebers sieht das evtl. wie Fahnenflucht aus. Seien Sie sicher, dass Sie außer guter Worte meist nichts bekommen werden, wenn Sie bis zum Ende bleiben. Etwas schwieriger wird es für leitende Angestellte, Vertriebsmitarbeiter und Geschäftsführung, wenn Insolvenz und wirtschaftliche Schieflage des Unternehmens die Wechselmotivation sind. Diese Gruppen sind für Erfolg und Misserfolg stärker mitverantwortlich als die anderen Mitarbeiter. Hier gilt es, die eigenen Fehler im Vorfeld zu analysieren und mit einer gut ausgewogenen Antwort sich im Gespräch auf weitere Nachfragen einzustellen.

Aufhebungsvertrag (im gegenseitigen Einvernehmen)

Der Aufhebungsvertrag „im gegenseitigen Einvernehmen“ wird oft von Bewerbern als der bevorzugte Weg gesehen. Entweder Sie möchten schneller, unter Umgehung der vereinbarten Kündigungsfrist das Unternehmen verlassen oder Ihr (neuer) Vorgesetzter möchte sich von Ihnen (warum auch immer!) trennen und bietet diesen sanften Ausstieg mit „Abwrackprämie“ und/oder Freistellung mit Lohnfortzahlung bis zum Ende der Kündigungsfrist an. Meist verlockende Angebote mit Ausblick auf 3 bis 9 Monate bezahlten Sonderurlaub.

Hier ist größte Vorsicht geboten!

Ihr Arbeitgeber oder dessen Vertreter hat nur ein Ziel. Er möchte Sie (warum auch immer!) loswerden und ist bereit, dafür zu zahlen. Es geht ihm nicht um Ihr Wohlergehen. Und genau das ist es, was Ihnen später im Bewerbungsgespräch Ihre Antwort schwer macht. Sie nennen einen Wechselgrund, im Arbeitszeugnis steht eine wohlgemeinte Floskel und beim Referenzanruf (ja, die Anrufe gibt es, insbesondere in Führungspositionen) kommt der ehemalige Arbeitgeber nach einigem Nachfragen mit der Antwort raus. Oder aber der Gesprächspartner, oft der Entscheider, hat Zweifel an Ihrer Begründung. „Warum auch immer wollte der neue den Mitarbeiter denn jetzt wirklich loswerden, was verheimlicht er mir bzw. was weiß er gar nicht über sich?

Alles drei für Ihr Bewerbungsgespräch schwierige Stolperfallen. Auch hier müssen Sie sich sehr gut vorbereiten. Der Königsweg lautet: „Keine Aufhebungsverträge!“ (im Sinne zukünftiger Bewerbungsgespräche.

Betriebsbedingte Kündigung

Die betriebsbedingte Kündigung aufgrund Auftragseinbruch, nach Unternehmensverkauf oder -zukauf, aufgrund wirtschaftlich schwerer Lage, in nationalen/regionalen Krisenzeiten etc. ist eine Antwort, die, wenn sie auch so im Zeugnis formuliert ist oder durch größere Entlassungen von Kollegen belegbar ist, ist eine brauchbare Antwort. Sie ist allerdings keine gute Antwort.

Warum werden Sie evtl. vor anderen entlassen? Ist der betriebsbedingte Grund evtl. nur vorgeschoben, wollte man sich von Ihnen trennen, ohne Ihnen eine Abfindung zahlen zu müssen? Werden Sie erst nach der dritten oder vierten Kündigungswelle erfasst, fragt sich der neue Bewerbungsempfänger, warum Sie sich nicht von selbst schon früher um eine neue Perspektive bemüht haben. Ähnlich wie im Falle der Insolvenz sind die wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch bei Vertrieb, leitenden Angestellten und Geschäftsführung schwieriger zu begründen.

Verhaltensbedingte Kündigung

Eine verhaltensbedingte Kündigung, egal aus welchem Grund, ist zu vermeiden. Egal, wie Sie ihr Verhalten begründen werden, es wird Ihnen in der Bewerbung äußerst schwer fallen, überhaupt in ein Gespräch rein zu kommen. Im Gespräch selber ist fast nur der Weg eines Eingeständnisses eines „sehr großen Fehlers“ unter „Nichtbeachtung der möglichen Folgen“ möglich.

„Generell vermuten die Bewerbungsempfänger immer das Schlimmste beim Bewerber.“ So mögen Sie oder andere Bewerber denken. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten Mitarbeiter aus HR oder Fachabteilung und auch aus Führungsebenen genau das nicht machen. Viele sehen erst mal das Positive am Bewerber. Allerdings sehen die durch lange Jahre Praxis geschulten Augen in Lebensläufen und Zeugnissen schon mal die kleinen Haken und fragen nach, was ja auch ihre Pflicht ist.

Viele Bewerber sind sich der Sprengkraft, die in ihren Unterlagen schlummern, nicht bewusst und gehen sorglos damit um. Ein wenig Vorbereitung hilft in den allermeisten Fällen aus, um die Klippen im Gespräch zu meistern.

Vermeiden Sie bitte alle Arten der Kündigung, außer Sie kündigen selber. Vermeiden Sie Lücken und beschäftigungslose Zeiten. Wenn das nicht geht, suchen Sie nach einer plausiblen und vertretbaren Antwort, ohne sich bei der Begründung in Widersprüche zu begeben oder in die Opferrolle. Beides führt zum Ausschluss aus dem Bewerbungsverfahren in den allermeisten Fällen.

Versuchen Sie, sich bei Personalberatern oder Coaches Hilfe für die Begründungen zu Ihrem beruflichen Lebensweg zu holen. Auch das Gespräch mit einem Dritten kann Ihnen schon aufzeigen, ob Ihre Begründungen bewerbungstauglich sind.

Wenn Sie spezielle Fragen haben, können Sie mich unter christof.wirtz@abc.jetzt kontaktieren.

www.bewerber-abc Tipps und Tricks zu Beruf, Karriere und Bewerbung.

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Christof Wirtz Niederlassungsleiter

Blick in das Kuriositätenkabinett der Bewerbung

Bei mir löst so manche Bewerbung ein ungläubiges Staunen aus, gefolgt von dem Gedanken ‚Was will der Bewerber damit erreichen?‘

Die Palette ist reichhaltig, hier möchte ich ein paar Kuriositäten als Auszug nehmen und bitte inständig darum, dass diese auf keinen Fall nachgeahmt werden sollen.

Anschreiben

Im Anschreiben und im Lebenslauf alles klein schreiben. „sehr geehrter herr wirtz, aus ihrer stelleanzeige….“ Wozu soll das gut sein? Die einzige Erklärung, die ich darauf habe ist, dass der Bewerber die Rechtschreibung nicht beherrscht und lieber direkt alles klein schreibt, bevor es zu offensichtlich wird. Das i-Tüpfelchen aus meiner Sicht war jedoch, dass der Wohnort mit drei Großbuchstaben am Anfang geschrieben wurde. (DÜSseldorf). Spätestens an dieser Stelle fällt die Bewerbung in den ‚Absagen‘ Korb.

Bewerbungsfoto

 An das Bewerbungsfoto vor Schrankwand, im Garten oder im Urlaub am Strand habe ich mich ja schon fast gewöhnt. Auch Fotos mit Hund und Pferd oder Auto sind nicht selten. Ungekämmt, schlecht sitzende Kleidung und auch viel zu alte Fotos (> 3 Jahre) erlebe ich des Öfteren. Nur das Foto mit Bierdose und Zigarette in der Hand auf dem Campingstuhl…. Ich weiß bis heute nicht, was sich der Bewerber dabei gedacht hat.

Lebenslaufgestaltung

Verschnörkelte Rahmen im Lebenslauf, Blumenranken an der Seite des Anschreibens. Zu mindestens aus der Sicht des Bewerbungsempfängers im technischen Umfeld kann ich Ihnen sagen, dass so etwas nicht zielführend ist. Ich weiß nicht, wie andere Branchen darüber denken, jedoch wage ich zu sagen, dass eine Bewerbung im neutralen Format besser ankommt, als zu viel Geschnörkel Drumherum.

Ein weiteres Kuriosum stellen für mich Bewerber da, die entweder bei Termineinladungen kaum Zeit haben oder nur vor 8:00 und nach 19:00 Uhr zu erreichen sind. Für ein erstes Telefonat muss es auch Möglichkeiten dazwischen geben. Oft kann es ein persönliches Treffen auch am Wochenende geben. Spätestens jedoch, wenn das Unternehmen einlädt, sollten Sie sich an irgendeinem Tag in der üblichen Bürozeit (9:00-17:00) Zeit für das Gespräch nehmen können. Es deutet auf mangelnde Priorität für einen Wechsel hin, wenn Sie zu lange bei der Terminvereinbarung rumeiern.

In einem sehr gut laufenden Bewerbungsgespräch mit dem einstellenden Unternehmen hat neulich der Kandidat in den letzten 10 min (von 90 min Gespräch) eröffnet, dass er frühestens in 18 Monaten zur Verfügung stehen wird. Das hätte er besser vor dem ersten Bewerbungsgespräch gesagt, dann hätten sich alle Beteiligten viel Zeit sparen können und er hätte ein Unternehmen mehr gehabt, bei dem er sich in 18 Monaten bewerben kann.

Email-Adressen

Dass die Bewerber in der Bewerbungsphase zum Teil andere Emailadressen nehmen, wie z.B. Bewerbung_Andreas_Schmitz@abc.de, finde ich durchaus vernünftig. Zum einen haben Sie einen Account, indem es nur um Ihre Bewerbung geht und wenig andere Emails eingehen, zum anderen können Sie diesen löschen oder nicht beachten, in Zeiten, in denen Sie nicht auf der Suche sind. Allerdings gibt es auch hier Emailadressen wie Klickeridklack@…. oder schatzimuas@…. oder latexfan@…. oder giselaundbert@ die aus meiner Sicht nicht in ein Bewerbungsverfahren gehören.

Rechtschreibung

Das mancher Bewerber in Deutschland nicht gut in Deutsch ist, ist insoweit kein Problem, wenn es nicht in der Stellenausschreibung gefordert wird. Wenn im Lebenslauf allerdings Ünüvürsität (soll Universität heißen) steht, wird das aus einem Lacher im Kreis der Kollegen des Bewerbungsempfängers Ihnen nicht weiterhelfen.

Weiter Informationen zum Lebenslauf finden Sie hier.

Keiner der hier geschilderten Fälle ist erfunden! Lediglich habe ich einige Beispiele soweit abgeändert, dass keiner der Bewerber daraus direkt zu ermitteln wäre. Es soll hier auch keiner verunglimpft werden. Im Gegenteil, nutzen Sie die vielerorts angebotenen Chancen (z.B. beim VDI, bei sozialen Institutionen, beim Nachbarn, Schulkollegen, anderen Studenten und Freunden oder hier beim Bewerber-A!B!C und auf www.bewerber-abc.de ) im Vorfeld der Bewerbung Ihre Unterlagen prüfen zu lassen. Alles was oben beschrieben ist, sind vermeidbare Fehler.

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Christof Wirtz Niederlassungsleiter

Unterschiede bei der Initiativbewerbung (Leserfrage)

Leserfrage

Ein Absolvent fragt: „Gibt es zu beachtende Unterschiede zwischen einer Bewerbung auf eine vom Unternehmen ausgeschriebene Stelle und einer Initiativbewerbung? Leider habe ich hierzu noch keinen Beitrag auf https://bewerber-abc.de gefunden.“

Antwort

Bei dem Format der Bewerbung gibt es keine Unterschiede. Es gibt Kandidaten, die eine Kurzbewerbung entworfen haben mit den wesentlichen Punkten auf einer Seite. Diese wird häufig als Teaser in einer Initiativbewerbung ohne weitere Dokumente im Anhang versendet. – Mir persönlich gefällt das nicht, es mag da andere Auffassungen geben.

Die einzigen Unterschiede die ich kenne:

  • Es gibt keine konkrete Stellenbeschreibung bei der Initiativbewerbung
  • Keine Ansprechpartner, es sei denn, Sie recherchieren die Personalverantwortlichen, die Geschäftsleitung oder einen zuständigen Fachbereichsleiter
  • Oft wird die Initiativbewerbung auch bei der Bewerbung bei einem Personalberater verwendet.

Es gibt auch das Format der Kurzbewerbung. Hier

Inhalt, Dokumente und Lebenslauf bleiben gleich. Weitere Infos zur schriftlichen Bewerbung finden Sie hier.

Auch hier sollten Sie nach 14 Tagen nachfassen und sich Notizen dazu machen.

Kostenfreie Bewerbungstipps sowie Vorbereitung auf Bewerbungsgespräch finden Sie unter www.bewerber-abc.de

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CV – (das) Curriculum vitae – Lebenslauf auf Englisch (Gastbeitrag)

Der Lebenslauf: Tot oder lebendig? – Passt!

Gastbeitrag von Harald Schneider (Inhaber Vorstellungsgespräch-Simulation auf Englisch – OK-Englisch-Training, Wiesbaden), https://www.xing.com/profile/Harald_Schneider
(Bild: Harald Schneider)

So wie Sie wahrgenommen werden möchten, so schreiben Sie Ihr CV auf Englisch. Dazu aber gleich mehr.

Informationen, wie man das CV, Curriculum Vitae, den Lebenslauf, auf Englisch schreibt, welche Inhalte anders sind als in der deutschen Variante und auf was man dabei achten sollte, lässt sich tausendfach im Internet nachlesen.

Meist geht es dort um Form und Inhalt. Da heißt es dann: Schreibe das CV auf Deutsch so – aber auf Englisch so. Entscheidend ist doch sicherlich nicht,  in welcher Sprache er geschrieben wird, um Form und Inhalt zu bestimmen, sondern wer Ihr CV liest.

Natürlich schreiben Sie einem koreanischen Management zwar ein CV auf Englisch, sollten aber bedenken, dass es Asiaten sind und keine Europäer oder US-Amerikaner. Andere Mentalität erfordert eine völlig andere Sichtweise und die sollte an den Empfänger angepasst sein, will der Bewerber seine Chance nicht im Vorfeld verspielen.

Schreiben Sie dagegen einem koreanischen Unternehmen mit deutschem Management in Deutschland, in dem die Unternehmenssprache trotzdem Englisch ist (weil die Eigentümer Koreaner sind) kann er stilistisch den Standardanforderungen an ein „CV auf Englisch“ entsprechen. Die Konstellation, dass Unternehmen in Deutschland auf Englisch kommunizieren müssen, obwohl alle Mitarbeiter auch Deutsch sprechen, ist mittlerweile sehr verbreitet).

Aus Sicht des Empfänger schreiben

Wichtig und erfolgversprechend ist also stets den Empfänger zu betrachten und die eigene Bewerbungsstrategie, inklusive des späteren Vorstellungsgespräches daran anzupassen. Individuell, persönlich, typentsprechend. So wie Sie eine Liebeserklärung auch an den Typ Ihres Partners anpassen, sollte die Bewerbung auf Englisch, inklusive CV, zum Empfänger passen, ihn intuitiv ansprechen.

Das Bekannte ziehen wir dem Unbekannten vor. Das Gewohnte dem Ungewohnten. So geht es nicht nur Ihnen, sondern jedem Mensch auf der Erde, also auch dem Empfänger Ihrer Bewerbung und Ihres CV auf Englisch.

Personalentscheider auf der ganzen Welt erkennen mit einem Blick lieblos zusammengeklickte Standards auf CV und Bewerbungsschreiben. „Arbeitet die/der auch genau so?“, fragen sich Personalleiter dann zwangsläufig und sortieren vor, bevor sie die Bewerbung überhaupt komplett gelesen haben. Unsuitable – unpassend. Papiermüll.

Erfolgreiche Bewerber/innen möchten mit dem CV nicht nur einer Form genügen, sondern gut, sympathisch und überzeugend rüberkommen. Ein CV und ein Bewerbungsschreiben sind kein lästiges Mittel zum Zweck, sondern repräsentieren den Bewerber. Das sollten Bewerber/innen nie vergessen. Bei jedem EINZELNEN Bewerbungsschreiben.

Menschen in anderen Ländern haben eine andere Mentalität, andere Werte. Sie denken, fühlen und arbeiten anders. Ihr Lebensumfeld ist anders, egal ob das Management zum Beispiel eines US-Unternehmens hier sitzt oder in den USA. Egal, wo Sie sich bewerben oder vorstellen, erreichen Sie damit (noch) Menschen.

Das Wichtigste ist also, sich in den Typ Mensch hinein zu versetzen. Versetzen Sie sich in das Land, in die Menschen, in den Personalleiter. Hineinversetzen bedeutet in diesem Fall, die Welt aus einer völlig anderen Sicht zu sehen. Aus der Personalleiter-Sicht. Klingt erst mal schwierig und aufwändig, ist es aber nicht, erst recht nicht im Internetzeitalter.

Infos auf YouTube

YouTube macht es möglich. Sehen Sie sich Videos mit Tipps an, wie Vorstellungsgespräche in anderen Nationen ablaufen. Finden Sie unter youtube.de nichts versuchen sie es bei youtube.it wenn es sich um ein italienisches Unternehmen in Deutschland handelt, bei dem Sie sich bewerben möchten. Hängen Sie einfach das entsprechende Länderkürzel an. Es macht nichts, wenn Sie die Sprache nicht verstehen, Handlungen, Gesten, Mimik ist oft aufschlussreich genug. Recherchieren Sie passende Beiträge dazu.

Verstehen und lernen Sie etwas über die Mentalität des Unternehmens. Dies hilft Ihnen nicht nur Ihre Bewerbungsstrategie, die Form und die Inhalte zu optimieren, sondern sichert Ihrem CV den Vorsprung vor anderen, die sofort aussortiert werden.

Dies gilt auch für deutsche Unternehmen. Jedes hat eine andere Unternehmenskultur und       -philosophie, die von unserer eigenen Denkweise und der des vorherigen Arbeitgebers stark abweichen kann. Auch hier ist eine detaillierte Vorbereitung einer der Schlüssel zum Wunschjob.

Andere Verhaltensmuster zu erkennen, daraus zu lernen und eigenes Verhalten daran anzupassen, ist leichter als viele Bewerber/innen denken. Einfach anfangen und üben. Raus aus der Komfortzone, rein in clevere Vorbereitung, die den entscheidenden Vorsprung bringt.

Zeigen Sie soziale Kompetenz vor Qualifikation. Gerade in anderen Ländern noch wichtiger als hier, wo ein manchmal rüder Umgangston nicht soooo außergewöhnlich ist.

Auch wenn Sie als Bewerber/in eine Strategie haben, wenn Sie wissen, wohin die berufliche Reise geht, was genau Sie wollen, ist es sinnvoll, die Bewerbung von anderen Menschen gegenlesen zu lassen.

Auch wenn die meisten Menschen natürlich nicht wissen, wie Ihr CV auf Englisch günstigstenfalls auszusehen hat, lassen Sie sich nicht verunsichern. Es ist nur der Eindruck eines anderen Menschen, der Sie interessiert, ähnlich eines Brainstormings. Konstruktive Kritik, die Sie sich anhören und danach entsprechend ihrer Plausibilität umsetzen oder auch nicht.

Gleichgültig aber ob Experte, Laie oder Großmutter (die natürlich auch Expertin sein könnte). Jeder Mensch hat eine andere Wahrnehmung und sieht das (Berufs-)Leben, Situationen, Menschen und Nationalitäten anders.

Auch wer also nicht in Ihrer Bewerbungssituation steckt, kann Ihnen Denkanstöße geben, auf die Sie allein, zuhause, im stillen Kämmerlein nicht gekommen wären. Gerade, weil anderen Menschen der Tunnelblick Ihrer Professionalität fehlt, sind deren Ansichten manchmal sehr wertvoll.

Diese Meinungen, auch wenn sie zufällig wirken, können einzelne Ihrer Darstellungen und Sichtweisen positiv verändern oder erweitern.

Für den CV spielt dies insofern eine Rolle, weil Sie sich, je nachdem wo Sie sich bewerben, in eine andere Mentalität hineinversetzen müssen. In die Mentalität eines Süd- oder Osteuropäers, eines Asiaten, eines Amerikaners oder irgendeiner anderen.

Top-Tipp, sehr bekannt aber meist nicht umgesetzt: 

  1. Versetze dich in die Situation der Person, die deinen Brief öffnet und vorsortiert.
  2. Versetze dich in die Situation der Person, die deine Bewerbung lesen wird.
  3. Versetze dich in die Situation des Abteilungsleiters, der später mit dir produktiv arbeiten und auskommen soll.
  4. Versetze dich in alle diese Personen, wenn sie eine andere Nationalität haben und bedenke diese bei jedem Gedanken, jedem Satz, jeder Geste und jeder Handlung.
  5. Sei nicht enttäuscht, nicht demotiviert, wenn du dabei Fehler machst, weil du kein     Weltbürger bist und nicht jede Kleinigkeit kennst, die irgendwo auf der Welt anders    gemacht wird.

 

Der Weg ist das Ziel. Wenn du dich gut vorbereitest und engagierst, wirst du damit mehr erreichen als andere halbherzige Bewerber/innen und wirst den entscheidenden Vorsprung vor anderen Bewerbern haben.

 

 

Christof Wirtz Bewerber-ABC

Der optimale Lebenslauf

Oft werde ich in meinen Gesprächen gefragt, wie denn der optimale Lebenslauf aussieht. Nun ja, gradlinig sollte er sein und zur Stelle passen. Allerdings ist ein Lebenslauf kein Wunschkonzert sondern die Darstellung Ihres bisher gelebten (beruflichen) Lebens.

Wie Sie diesen darstellen, welches Format Sie wählen, bleibt Ihnen überlassen. Pauschal lässt sich die Frage keinesfalls beantworten. Es kommt immer auf den Bewerber und die Stelle an. Oft empfehle ich auch mehr als ein Lebenslaufformat zu entwickeln, um je nach Stelle die Bewerbung anders zu gewichten. Sie dürfen weglassen und auch die Betonung durch Positionierung an oberer Stelle ändern, hinzuerfinden, dürfen Sie nicht. Alles was im Lebenslauf steht haben Sie auch gemacht.

Jüngste Beispiele (Sommer 2016) aus dem Leben einer Politikerin im Bundestag, die Abitur und Studium in den Lebenslauf gedichtet hat, zeigen, was passieren kann, wenn man auffliegt. Von strafrechtlichen Konsequenzen oder Zivilprozess und Schadensersatz mal abgesehen.

In Bewerber A!B!C Mein Lebenslauf habe ich die äußere Form eingehend beschrieben.

Was ist also wichtig?

Keine Lücken, keine zu häufigen Wechsel, eine erkennbare Linie, früh Führungserfahrung auch außerhalb von Schule und Beruf z.B. im Ehrenamt sammeln, wenn Sie in eine Führungsposition wollen. Gute Zeugnisse in Schule, Ausbildung, Studium und Beruf sind ebenfalls wichtig.

Der Lebenslauf ist im Bewerbungsprozess der Türöffner. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn Sie mit dem Lebenslauf und Ihrem Anschreiben den Weg ins Gespräch geschafft haben, zählt ab sofort Ihr persönlicher Auftritt.

Es ist also vorteilhaft zu wissen, wer denn als erstes Ihren Lebenslauf liest und ihn an wen weiterreicht. Was nahezu unmöglich ist, wenn es nicht im Stellenprofil oder auf der Karriere-Website des Unternehmens steht. In der Regel liest/öffnet zunächst ein beruflich unerfahrener Mitarbeiter die Post und leitet diese weiter. Haben Sie Personalleitung oder Geschäftsführung direkt angeschrieben wird es wohl deren Sekretariat lesen.

Social Media nutzen

Haben Sie den richtigen Ansprechpartner ermitteln können und finden Sie diesen in sozialen Netzwerken wie XING oder LinkedIn, möglicherweise können Sie sich ein erstes Bild machen und mehr über sie bzw. ihn erfahren.

Hilft das wirklich? – Nun ja, es schadet erstmal nichts. Eventuell finden Sie Gemeinsamkeiten in Herkunft, Interessen, Berufsweg oder haben sogar gemeinsame Kontakte und Hobbies. Alles interessant für die weitere Kommunikation. Wie er/sie den eigenen Lebensweg dargestellt hat, könnte ein Ansatzpunkt für Ihren Lebenslauf sein. Letztendlich entscheidet, ob das, was Sie mitbringen zu den Anforderungen, die in der Stelle beschrieben wurde, passen.

Eine weitere Möglichkeit besteht auch darin den Ansprechpartner zu kontaktieren und zu fragen, wie der Lebenslaug aussehen soll. Kurz oder ausführlich, chronologisch oder umgekehrt (CV).

Etwas „Fleisch am Knochen“, also nicht nur nackte Jahreszahlen, Stellen und Firmen auflisten sondern ein bisschen über die Tätigkeiten und Verantwortungsbereiche schreiben, ist wichtig. Etwas Persönliches zu Ihnen rundet das ganze ab. Schließlich arbeiten Menschen mit Menschen zusammen und möchten vorher etwas übereinander erfahren.

Ghost-Writer?

Von professionellen Lebenslauf-Schreibern bin ich nicht begeistert. Nicht Sie stellen sich dar, sondern lassen sich darstellen. Sie lassen sich ja auch nicht Ihren Tanzpartner vom besten Freund aussuchen.

Noch Fragen zum optimalen Lebenslauf? Bitte melden Sie sich bei mir. Weitere Fragen beantworte ich gerne auf Zuschrift und nehme diese gegebenenfalls auch anonymisiert hier auf. Ihre Fragen können Sie mir per Email an christof.wirtz@abc.jetzt zu senden. Alle Daten werden vertraulich behandelt. Bis nächste Woche, wenn es um die Karriereplanung geht.

Alle bisher veröffentlichen Beiträge finden Sie hier: http://www.bewerber-abc.de/

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Fotograf Markus Bollen

Interview mit dem Fotografen Markus Bollen

Das Bewerbungsfoto Heute spricht Christof Wirtz mit Markus Bollen, einem Fotografen aus Bergisch Gladbach.

Unter http://www.panoramic-art.de/ finden Sie weitere Angaben zu seinen Werken und seiner Person.

Christof Wirtz: „Markus, wie wichtig ist aus Deiner Sicht ein Bewerbungsfoto und welche Qualität sollte das Foto haben?“

Markus Bollen: „Das Bewerbungsfoto ist ein Muss, das ist klar. Bewerbungen ohne eine gute Portraitaufnahme fallen in den meisten Fällen sofort raus.“ Doch was macht ein Bewerbungsfoto gut? Worauf muss geachtet werden, damit die Bewerbungsmappe nicht nach dem ersten Blick auf das Foto bereits aus den Händen gelegt wird, sondern im Gegenteil, dass das Foto signalisiert, hier ist genau die richtige Person für diese Stelle?“

Christof Wirtz (lächelt): „Stimmt, welche drei wichtigen Begriffe fallen Dir zum Thema Bewerbungsfoto ein?“

Markus Bollen: „Ein gutes Bewerbungsfoto ist 1.) seriös, 2.) thematisch passend und 3.) qualitativ hochwertig.“

Ein Bewerbungsfoto muss seriös sein

Christof Wirtz: „Was verstehst Du unter „Seriosität“ bei einem Foto?“

Markus Bollen: „Seriosität – dass ein Bewerbungsfoto nicht im Morgenmantel aufgenommen werden darf, versteht sich von selbst. Ebenfalls ist ein Bild, auf dem man lauthals lacht, vielleicht ein wunderbarer Anblick, aber trotzdem ungeeignet, um sich angemessen zu präsentieren. Ein fokussierter Blick, gute Kleidung, eine selbstbewusste Körperhaltung. Das sind entscheidende Faktoren, die die Bildwirkung beeinflussen.“

Christof Wirtz: „Sind Ort und Kleidung das, was Du unter „thematisch passend“ verstehst?“

Markus Bollen: „Ja, z. B. die Kleidung In verschiedenen Berufsfeldern kleidet man sich unterschiedlich. Das ist eine Tatsache, die sich genau so auch in den Bewerbungsfotos wieder finden sollte. Für manch eine Bewerbung muss man sich nicht in Anzug, Weste und Krawatte ablichten lassen. Für einen Job in einer Anwaltskanzlei reicht es allerdings nicht, sich in Karohemd und Jeans vor die Kamera zu stellen.“

Wie wichtig ist die Kleidung für das Foto?

Christof Wirtz: „Was kannst Du unseren Lesern bei der Entscheidung, welche Kleidung passt, auf den Weg mitgeben?“

Markus Bollen: „Überlegen Sie, auf welche Art von Beruf Sie sich bewerben möchten, welche Position Sie bekleiden wollen, ob dort eher eine legere oder förmliche Umgangsart herrscht. Auch der Fotograf, der zusammen mit Ihnen das Bewerbungsfoto macht, ist ein guter Ansprechpartner, der durch seine Erfahrungen Ratschläge zu Outfit und Auftritt geben kann. Dazu am besten verschiedene Outfits mit zum Fotoshooting bringen, damit Sie im Zweifelsfall optimieren können.“

Christof Wirtz: „Es entscheidet aber nicht die Kleidung über die Qualität des Fotos allein?“

Markus Bollen: „Mit dem Fotografen sind wir auch direkt bei Punkt 3, der Qualität des Fotos. Im digitalen Zeitalter hat fast jeder eine eigene Kamera, viele können auch Bilder in anständiger Auflösung produzieren. Aber Auflösung und Megapixel sind nicht alles. Viel wichtiger sind gute Lichtsetzung, eine professionelle Kamera mit großem Sensor und hochwertigen Objektiven und ein Fotograf, der sein Handwerk versteht. In Bewerbungsfotos fließen viele Details ein, die auf den ersten Blick kaum auffallen, aber doch unterbewusst entscheidend für die Wirkung des Bildes sind: die Wahl der Perspektive und des Lichtes, die Farbe und Beschaffenheit des Hintergrundes, die Körperhaltung, ….

Was kostet ein gutes Foto?

Christof Wirtz: „Ja, die guten wie die schlechten Beispiele für Bewerbungsfotos kenne ich gut. Wie teuer wird denn so ein professionelles Foto?“

Markus Bollen: „Es gehört weit mehr zu einem guten Bewerbungsfoto dazu, als man anfangs denkt. Ein gutes Shooting kann 200.- Euro und mehr kosten. Wenn man eine Visagistin dazu bucht und länger mit dem Fotografen an einem optimalen Ergebnis arbeitet, vielleicht einige Shots im Studio und einige alternativ“ on location“ macht, kann es auch deutlich teurer werden. Letztendlich sollte sich jeder vor Augen halten, was ich mit meiner Bewerbung erreichen will.“

Christof Wirtz: „Geht nicht auch ein Passbild vom Automaten?“

Markus Bollen: „Ein billiges Automatenfoto drückt leider auch dem Betrachter des Fotos genau das aus, und er wird im Zweifelsfall diese Bewerbung nicht in die Auswahl nehmen. Investieren Sie lieber etwas mehr. Mit dem ersten Gehalt hat sich die Investition schon amortisiert.“

Christof Wirtz: „Vielen Dank Markus, für Deinen spannenden Einblick zum Thema Bewerbungsfoto.“

Markus Bollen legt Wert darauf, seine Bilder in der höchsten Qualität zu präsentieren. Daher nutzt er die hohe Auflösung des Großformates. Fragen Sie ihn, ob er für einen besonderen Anlass eine Ausstellung in Ihrem Hause organisieren kann. Auch Ihre Bewerbungsfotos macht Markus Bollen zu Ihrer vollsten Zufriedenheit. http://www.panoramic-art.de/kontakt

 

 

 

ABC

Das Bewerbungsfoto

Das Bewerbungsfoto sollte nicht älter als drei Monate sein und von einem Fotografen für den Zweck der Bewerbung erstellt und ggf. bearbeitet worden sein.

Eigentlich sollte das reichen.

Steht so auch in fast allen Bewerbungsratgebern, die ich kenne und in vielen Internetforen. Nirgendwo habe ich etwas anderes gelesen, außer dass es in Zeiten von AGG nicht mehr üblich sei.

Ok, besser kein Foto als ein schlechtes Foto. Mal ganz unter uns, irgendwann stehen Sie vor der Tür zum Vorstellungsgespräch und im nächsten Moment sieht der Bewerbungsempfänger Ihr Gesicht. Kein Modell? Ich auch nicht. Also bitte. Senden Sie Ihr Foto mit dem Lebenslauf auf der ersten Seite mit ein.

Mir ist es oft aufgefallen, wie viele Informationen ich in einem Bewerbungsbild speichere. Denke ich später mal bei einem Gespräch mit Kunden über eine zu besetzende Stelle, fällt mir oft als erstes ein unscharfes Bild eines passenden Kandidaten ein. Aus diesem ergibt sich dann oft ein immer konkreter werdender Bewerber mit Namen, den ich nach dem Gespräch auf die zu besetzende Stelle anspreche.

Gemerkt habe ich mir das Ganze anhand des Bildes, das mit auf der Bewerbung war. Je nach Quelle wird gesagt, dass 80% der Wahrnehmung eines Menschen rein visuell erfolgt.

Welche Kleidung?

Das Bild sollte ein Farbbild vor einem neutralen Hintergrund sein, der zu Gesichtsform, Haut- und Augenfarbe passt. Idealerweise sind die Farben der Bekleidung darauf abgestimmt. Hierzu befragt man vorher den Fotografen, nimmt ein paar Beispiele zum Vorgespräch oder zum Fotoshooting mit oder fragt beim Damen- bzw. Herrenausstatter, beim Friseur oder beim gut aufgestellten Kosmetikberater nach.

Mit Hemd – ja; mit Krawatte – schadet in der Regel nicht; mit Anzug und Sakko – kommt auf die Stelle an; im T-Shirt und/oder Jeans – nein.

Auf gar keinen Fall im privaten Zimmern vor der Schrankwand im Urlaub, im Jogginganzug oder in Freizeitklamotten, mit anderen Personen oder Haustieren im Arm. Partyfotos sind ein No-Go! Wer nicht glaubt, dass es so etwas gibt, sollte mal 2-3 Monate in einer Recruiting Position arbeiten.

Brauche ich einen Visagisten?

Kosmetika bitte dezent auftragen, den Bart ordentlich, ebenso die Haare, keine Kopfbedeckung. Letzteres ist ein Thema, was ich hier nicht tiefer besprechen möchte. Ich habe nichts gegen Menschen anderer Religion, bei denen eine Teilbedeckung des Kopfs vorgeschrieben ist. Ich möchte lediglich darauf aufmerksam machen, dass die Religion kein Auswahlkriterium sein soll. Ein Foto mit Kopfbedeckung macht allerdings auf genau diesen Punkt aufmerksam.

Position des Fotos

Das Foto gehört entweder oben rechts in die Ecke des Lebenslaufs. Wenn Sie die Bewerbung noch per Brief in einer Mappe versenden, am besten mit einer Büroklammer anheften und auf jeden Fall Namen und Geburtsdatum vorher hinten auf das Bild schreiben, falls dieses einmal im Aktenweiterreichungsprozess verloren gehen sollte.

Wird die Bewerbung per E-Mail versendet, sollte das Foto eingescannt mit 150 dpi als jpg im separaten Format oder in den Lebenslauf integriert. Bitte keine 20 MB großen TIFF Dateien oder ähnliches versenden.

Weitere Fragen beantworte ich gerne auf Zuschrift und nehme diese gegebenenfalls auch anonymisiert hier auf. Ihre Fragen können Sie mir per Email an christof.wirtz@abc.jetzt zu senden. Alle Daten werden vertraulich behandelt. Bis nächste Woche, wenn es um das Anschreiben geht.

Alle bisher veröffentlichen Beiträge finden Sie hier: www.bewerber-abc.de

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