Archiv der Kategorie: Leserfragen

Also lieber sein Wissen für sich behalten?

Leserfrage: „Im letzten Jahr bin ich zu einem Gespräch bei in der xy Branche (größerer Mittelstand) gegangen und habe mich auf eine Stelle im Bereich ABC beworben. Gegenüber saßen mir drei junge Damen.

Leider ging das Gespräch voll in die Hose. Eine Dame fragte, wo mein Heimatort liegt. An meinem Wohnort hat der Konzern kürzlich ein Unternehmen aufgekauft. Ich dachte das käme ganz gut an, wenn ich davon berichte. Davon wussten die drei nichts und fragten dann, wie ich darauf komme und woher ich das habe und irgendwie bekam das Gespräch dann einen Bruch, es wurde unfreundlich und war nach nicht mal 20 Minuten vorbei und habe drei Tage später eine Standardabsage per Mail bekommen.

Also lieber sein Wissen für sich behalten?“

Antwort von Christof Wirtz: „Ihre Schilderung macht mich nachdenklich. Ihr Fazit „besser das Wissen für sich behalten“ kann ich nicht teilen. Hätte Ihnen ein erfahrener Gesprächspartner aus der Geschäftsführung gegenüber gesessen, hätten Sie damit wahrscheinlich stark punkten können.

Es ist schon ungewöhnlich, dass Ihnen drei „junge Damen“ gegenüber gesessen haben. Wissen Sie noch, welche Positionen die drei innehaben?

Evtl. haben die drei, so meine Vermutung, Ihre Äußerungen als Ablenkung vom Wesentlichen missverstanden.

Allerdings sind das für mich, ohne Details zum Gesprächsverlauf zu kennen, alles nur Vermutungen.

Haben Sie Ihre Chance genutzt, um nachzuhaken, woran es gelegen hat?

Ich hätte es vermutlich so wie Sie gemacht, um mit ein bisschen Smalltalk, der gut zur Unternehmensentwicklung passt den Einstieg in das Gespräch finden. Dass es nicht geklappt hat, ist der Hinweis, dass Sie und das Unternehmen nicht zueinander passen und keine „Bewertung“ Ihrer Person.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg.“

 

Sie haben Fragen zu Beruf, Bewerbung und Karriere? Auf www.bewerber-abc.de finden Sie Antworten und können selber Fragen an das Team von Bewerber-A!B!C stellen.

 

 

Unterschiede bei der Initiativbewerbung (Leserfrage)

Ein Absolvent fragt: „Gibt es zu beachtende Unterschiede zwischen einer Bewerbung auf eine vom Unternehmen ausgeschriebene Stelle und einer Initiativbewerbung? Leider habe ich hierzu noch keinen Beitrag auf https://bewerber-abc.de gefunden.“

Bei dem Format der Bewerbung gibt es keine Unterschiede. Es gibt Kandidaten, die eine Kurzbewerbung entworfen haben mit den wesentlichen Punkten auf einer Seite. Diese wird häufig als Teaser in einer Initiativbewerbung ohne weitere Dokumente im Anhang versendet. – Mir persönlich gefällt das nicht, es mag da andere Auffassungen geben.

Die einzigen Unterschiede die ich kenne:

  • Es gibt keine konkrete Stellenbeschreibung bei der Initiativbewerbung
  • Keine Ansprechpartner, es sei denn, Sie recherchieren die Personalverantwortlichen, die Geschäftsleitung oder einen zuständigen Fachbereichsleiter
  • Oft wird die Initiativbewerbung auch bei der Bewerbung bei einem Personalberater verwendet.

Inhalt, Dokumente und Lebenslauf bleiben gleich.

Auch hier sollten Sie nach 14 Tagen nachfassen und sich Notizen dazu machen.

 

Kostenfreie Bewerbungstipps sowie Vorbereitung auf Bewerbungsgespräch finden Sie unter https://bewerber-abc.de/bewerber-abc/ .

„Sein Verhalten ist stets einwandfrei und vorbildlich.“ (Zeugnisbegutachtung)

Ein Leser sendete mir sein zu erwartendes Abschlusszeugnis zu, das ich hier im Weiteren nicht kommentieren werde. Es geht mir vielmehr um den Satz „Sein Verhalten ist stets einwandfrei und vorbildlich.“

Zunächst hört sich der Satz ja vielversprechend an. „Stets einwandfrei“ und „vorbildlich“. Nur fehlen hier mindestens zwei, wenn nicht sogar vier Wörter. Wem gegenüber war sein Verhalten einwandfrei? Umgangssprachlich würde man sagen, gegenüber allen. Allerdings hat es sich in Arbeitszeugnissen eingebürgert, diesen Satz als einen der zentralen Bewertungssätze anzusehen, von dem sich einiges ableiten lässt.

Richtigerweise heißt dieser Satz in etwa so:

„Sein Verhalten zu Vorgesetzen, Mitarbeitern (Wenn geführt wurde), Kollegen und Kunden (insofern Kundenkontakt bestand) war(!) stets zu jeder Zeit einwandfrei und vorbildlich.“

Es „war“ einwandfrei, weil das Zeugnis üblicherweise am letzten Arbeitstag bzw. mit dem Ausscheiden überreicht wird. Das „ist“ deutet auf ein Zwischenzeugnis hin bzw. auf einen Zeugnisschreiber, der nicht richtig im Bilde ist.

Ganz wichtig sind jedoch die Aufzählung und die Reihenfolge der Personengruppen. Die Vorgesetzten müssen immer vor den Mitarbeitern und Kollegen stehen. Einzige Ausnahme sind die Kunden, die dürfen auch vor den Vorgesetzten stehen.

Warum ist das so? Es deutet zeugniskundige Bewerbungsempfänger darauf hin, dass, wenn die Vorgesetzten nicht vor den Mitarbeitern und Kollegen stehen, es evtl. zu einem Streit zwischen Zeugnisempfänger und seinen Vorgesetzten gekommen sein könnte. Vielleicht war der Mitarbeiter sogar renitent oder streitlustig und hat jedes Mal seinen Chef in Frage gestellt.

Fehlen bei Führungskräften die Mitarbeiter, kann das auf mangelnde Führungsqualitäten hindeuten. Beim Berater oder Vertriebsbeauftragten, der kein einwandfreies Verhalten zu Kunden hatte, mag es auch heißen, dass er oder sie nicht kundentauglich sind.

In genderneutralen Zeiten sehe ich auch schon Mal „die KollegInnen“ oder „die Kolleginnen und Kollegen“. Bei dieser Formulierung ist Vorsicht geboten, es kann unter Umständen darauf hindeuten, dass der männliche Bewerber gegenüber Kolleginnen nicht die notwendige Sorgfalt im sozialen Verhalten hat walten lassen.

Haben Sie eine dieser Formulierungen im Arbeitszeugnis, wundern Sie sich nicht, wenn Sie im Bewerbungsgespräch gefragt werden, ob Sie mal Ärger mit dem Vorgesetzten hatten oder ob es im Unternehmen Probleme mit den weiblichen Kollegen gab.

Fest steht, dass es nicht so sein muss, wie im Zeugnis beschrieben, sondern lediglich so sein kann. Häufen sich solche Aussagen in aufeinander folgenden Zeugnissen, kann es sogar sein, dass Sie gar nicht erst zum Gespräch eingeladen werden.

Wenn Sie die Möglichkeit habe, auf das bevorstehende Zeugnis Einfluss zu nehmen, sollten Sie hier unbedingt drauf achten!

Weitere Tipps und Antworten auf Fragen zu den Themen Beruf, Karriere und Bewerbung finden Sie auf www.bewerber-abc.de . Ihre Fragen sind jederzeit willkommen.

 

Leserfrage: Wie wichtig sind Netzwerke für die Bewerbung, den Beruf, die Karriere?

Antwort: Unbezahlbar.

Aufgrund des Beitrags „No give – no get!“ von letzter Woche erreichten mich zahlreiche Kommentare und Anfragen. Insbesondere, ob das Netzwerken nicht Privatvergnügen sei oder ob es für das berufliche Weiterkommen wirklich notwendig sei.

Jede Art von persönlichem Netzwerk, sei es ein beruflich/fachliches, ein Führungskräftenetzwerk, ein Alumninetzwerk oder andere Formen, um mit anderen Menschen in einen persönlichen Kontakt zu treten, können helfen, wenn es um neue berufliche Perspektiven geht.

In beide Richtungen übrigens. Sie können neue Mitarbeiter über Ihre Netzwerke finden und auch neue Arbeitgeber für sich.

Welche Netzwerke sind die richtigen und was muss ich dort machen?

Die erste Frage ist meist sehr individuell zu beantworten und hängt von den jeweiligen Zielen und Wünschen ab. Ich rate zu 2-4 Netzwerken mit unterschiedlicher Ausprägung. Davon sollte ein Netzwerk aus dem Bereich (fachlich, regional) stammen, aus dem Sie kommen. Das zweite sollte in dem Bereich angesiedelt sein, in den Sie gerne reinmöchten. Ein überregionales Netzwerk ist sinnvoll, wenn Sie flexibel und umzugsbereit sind. Das gleiche gilt im weiteren Sinne auch für internationale Netzwerke.

Wer nur deswegen in ein Netzwerk geht, um sich selber einen Vorteil zu verschaffen, wird in aller Regel Schiffbruch erleiden.

Gemäß der Regel „No give, no get“ ist es an Ihnen, sich in das Netzwerk mit Ihren Aktivitäten einzubringen. Wie oft, wie lange und in welchem Umfang hängt von Ihnen ab. Je aktiver Sie sind, desto nachhaltiger sind die Impressionen, die Sie von sich hinterlassen. Auch lernen Sie mehr Kontakte kennen, wenn Sie öfters und länger in Ihrem Netzwerk aktiv sind.

Es sind dabei zwei Arten von Menschen, die Sie weiterbringen können. Der direkte Kontakt (zu anderen Menschen) und der Multiplikator (der Ihnen weitere Kontakte zu anderen Menschen oder Multiplikatoren eröffnet). Wichtig sind auf jeden Fall die Multiplikatoren. Menschen, die viele andere Menschen kennen und immer eine Idee haben, mit wem sie Sie vernetzen können.

„Und welche Netzwerke empfehlen Sie?“ – Als Ingenieur den VDI e.V. www.vdi.de und als angehende Führungskraft auf jeden Fall die Wirtschaftsjunioren (WJD/JCI) www.wjd.de. Bei den Wirtschaftsjunioren sind es die einzelnen Kreise bzw. Chapter in größeren Städten, die einen regionalen Bezug haben, im Landes- bzw. Bundesverband ein überregionales und auf europäischer Ebene und darüber hinaus ein internationales Netzwerk bieten.

Auch die Industrie- und Handelskammer oder eine Handwerkskammer ist nicht nur das Selbstverwaltungsinstrument der Industrie und des Handels bzw. der Handwerksunternehmen. Mit der jeweiligen gewählten Vollversammlung, die aus Vertretern der Mitgliedsunternehmen besteht, sind beide wertvolle regionale Netzwerke.

Natürlich ist für den Kleinunternehmer, den Selbstständigen oder den Handwerker vor Ort, der Schützenverein, die Freiwillige Feuerwehr und andere Hilfsverbände oder Ortsvereine auch wertvolle nicht zu unterschätzende Netzwerke.

Inwieweit auch eine Parteimitgliedschaft Sie beruflich weiterbringen kann, vermag ich nicht einzuschätzen, da mir hier die Erfahrung fehlt.

„Und wie bekomme ich jetzt was raus aus meinem Netzwerk?“ – Meist von ganz alleine. Fragen Sie und Ihnen wird geholfen. Wenn Sie nur fordern und nichts einbringen, werden Sie schnell in der Ecke stehen.

No give, no get!

Frohes Netzwerken!

Weitere Beiträge zu den Themen Bewerbung, Beruf und Karriere finden Sie unter www.bewerber-abc.de .

Wenn Sie Fragen dazu haben, können Sie mich gerne unter christof.wirtz@abc.jetzt anschreiben.

 

Soll ich zu meinem alten Arbeitgeber zurückkehren? – Leserfrage 8

Eine Bewerberin, Anfang 30 fragt: „Ich habe jetzt nach 8 Monaten ein Angebot von meinem alten Arbeitgeber erhalten. Soll ich dorthin zurückkehren?“

Pauschal, ohne den Bezug zum konkreten Lebenslauf und der jeweiligen Situation ist diese Frage nicht zu beantworten.

Es gibt jedoch Fragen, die Sie sich stellen können, um der jeweiligen Situation auf den Grund zu gehen.

Damals haben Sie den alten Arbeitgeber verlassen. Das hatte Gründe. Sind die jetzt nicht mehr da? Lag es an der Arbeitssituation, an Überlastung, an Kollegen, am Vorgesetzten oder an Ihnen selber?

Wurden Sie aufgrund der wirtschaftlichen Situation, neuen Führungskräften oder drohenden Umsatzeinbrüchen entlassen?

War es Zuwenig Gehalt, zu viel Arbeitszeit oder mangelnde Perspektive auf Weiterentwicklung?

Was ist jetzt, warum will ihr Arbeitgeber, dass Sie an Ihre alte Wirkungsstätte zurückkehren? Haben sich die Bedingungen wirklich geändert? Was wird in 3 bzw. 5 Jahren sein, brechen die alten Krusten dann wieder auf?

Und vor allem, stellen Sie sich vor, dass Sie in 8 Jahren bei einem erneuten Bewerbungsgespräch die heutige Situation und Ihren Wechsel zurück zum alten Arbeitgeber erklären sollen.

Die Verlockung, wieder in gewohnte Bequemlichkeiten zurück zu kehren ist sicherlich groß. Nicht selten habe ich auch Bewerber in der Bewerbungsphase gesehen, die einen neuen Anstellungsvertrag unterzeichnet haben und mit einem ‚Besserungsangebot‘ des „Noch-Arbeitgebers“ vor dem Wechsel zum Umdenken gebracht wurden.

Nur wenn sich wirklich etwas ändert, verbindliche Zusagen, am besten in Schriftform, gemacht werden sollte eine Rückkehr ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Am besten besprechen Sie solche Situationen im konkreten Fall mit Ihren Unterlagen und der Schilderung Ihrer Situation mit einem auf den Personalbereich spezialisierten Berater.

Ich freue mich auf Ihr Feedback und die Fragen der anderen Leser auf www.bewerber-abc.de

mit Tipps und Tricks zum Thema Bewerbung und Karriere sowie Ihren Fragen und meinen Antworten.

„Welche Fehler machen Führungskräfte im Bewerbungsgespräch?“ – Leserfrage 6

Ein Netzwerkkontakt fragt: „Welche Fehler machen Führungskräfte im Bewerbungsgespräch?“

Ich möchte den Begriff Bewerbungsgespräch auf Bewerbungsprozess ausweiten. Einige Fehler werden schon vor dem Bewerbungsgespräch gemacht, die ich häufig sogar bei angehenden und gestandenen Führungskräften erlebe. – Die Wertschätzung aller am Bewerbungsprozess Beteiligter lässt zu wünschen übrig.

Es gibt MitarbeiterInnen am Empfang, im Sekretariat, an der Pforte oder sonst wo im Unternehmen, die keinesfalls vor der Einstellung bereits die neuen Untergebenen sind. Nicht selten habe ich es erlebt, dass sich die Bewerber gegenüber anderen Mitarbeitern fordernd oder sogar unhöflich verhalten.

Aus meinen Gesprächen mit Personalleitern und Geschäftsführern sowie aus eigenen Einstellungssituationen weiß ich, dass die Sekretärin, der Empfang oder andere gefragt werden, wie sich denn der ‚Neue‘ so verhalten hat.

Wenn BewerberInnen an dieser Stelle nicht die Tageszeit oder Umgangsfloskeln beherrschen oder gar am Telefon laut werden, ist das ein klares ‚Aus‘ für den weiteren Bewerbungsprozess.

Im Gespräch selbst stelle ich bei einigen ‚Führungskräften‘ fest, dass sie ihr Gegenüber nicht ernst nehmen oder meinen, in der besseren Position zu sein. Sowohl gegenüber dem Berater (mir) als auch im Unternehmen, dessen Führungsposition neu zu besetzen ist, lassen sie es am nötigen Fingerspitzengefühl fehlen.

Es ist ja auch schwierig: auf der einen Seite sind sie im Unternehmen noch nicht Führungskraft, sollen aber auf der anderen Seite schon Führungsqualitäten zeigen. Auf jeden Fall wird dies nicht durch dominantes oder gar arrogantes Gehabe erreicht.

Manche Bewerber bereiten sich außerdem nicht genügend auf die Gespräche vor. Eigener Glanz reicht nicht aus. Wer sich nicht durch gezielte Informationsbeschaffung vor dem Gespräch vorbereitet hat und sich nicht darstellen kann, hat das Nachsehen.

Ungeduld, Unwirrschheit oder sogar verbales Nachtreten nach einer Absage haben schon dazu geführt, dass aus der Silbermedaille Blech wurde. Springt der Wunschkandidat doch noch ab, haben die Bewerber somit eine Chance verpasst.

Oft höre ich vom Bewerber, dass es ein tolles Gespräch war. Die Stimmung gut, er habe viel von sich erzählt und man wolle sich bei ihm melden. Die Rückmeldung vom Unternehmen fällt deutlich schlechter aus. „Der hat nur von sich erzählt, gar nichts zu uns oder der Stelle gefragt“ – höre ich dann.

Gelegentlich gibt es auch Führungskräfte, die ihren Lebenslauf nicht richtig präsentieren können, Fehler nicht eingestehen können und teilweise meinen, Sie haben es nicht nötig, Fragen nach den Wechselmotivationen zu beantworten.

Alles vermeidbare Fehler.

Wie waren Ihre Erlebnisse? Welche Fragen haben Sie?

Ich freue mich auf Ihr Feedback und die Fragen der anderen Leser auf http://www.bewerber-abc.de/ mit Tipps und Tricks zum Thema Bewerbung und Karriere sowie Ihren Fragen und meinen Antworten.

 

„Soll ich meinen Gehaltswunsch angeben, wenn danach gefragt wird?“ – Leserfrage 5

Eine Bewerberin, Mitte 30 fragt: „Wird man nicht automatisch aussortiert wenn in der Stellenbeschreibung nach Gehaltsvorstellungen explizit nachgefragt wird und man dies im Schreiben nicht erwähnt?“

Es verursacht bei mir immer ein Schmunzeln, wenn in der Stelle angefragte Angaben nicht mit geliefert werden. „Sie/Er kann evtl. nicht lesen.“, schießt es mir durch den Kopf.

Aussortiert werden Sie je nachdem, wie viele Bewerbungen vorliegen eventuell schon an dieser Stelle.

Im eigenen Interesse rate ich dazu, die Gehaltsangaben zu machen, wenn danach gefragt wird.

So wie ich, der auf https://business.facebook.com/abcroesrath Tipps und Tricks zum Thema Bewerbung und Karriere gibt und Fragen zu den Themen beantwortet.

 

„Wie ‚verkauft‘ ein Personalvermittler seine Kandidaten?“ – Leserfrage 4

Ein Bewerber aus Norddeutschland fragt: Wie verkauft ein Personalvermittler seine Kandidaten?

Nun zunächst muss er eine passende Stelle haben oder einen Kunden kennen, der latent sucht. Dann bietet er Ihnen die Stelle/das Unternehmen an und mit Ihrer Zustimmung werden Ihre Unterlagen an das Unternehmen weiter geleitet. So zu mindestens macht es der ordentliche Vermittler. Einige dunkelgraue Schafe versenden Ihre Unterlagen anonymisiert und ungefragt, was ich nicht so gut finde.

Wichtig ist eine offene und zeitnahe Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem Vermittler. Vereinbaren Sie am besten im Gespräch sonst per Email einen Termin für eine Rückmeldung oder fassen Sie spätestens, wenn nichts anderes vereinbart wurde nach ca. 10 Tagen nach.

Holen Sie sich aktiv Feedback ein. Fragen Sie nach woran es aus Sicht des Vermittlers gelegen haben könnte. Sieht er Verbesserungspotential? Hat er Tipps? Gibt es Fehler die Sie gemacht haben könnten?

So wie ich, der auf https://business.facebook.com/abcroesrath Tipps und Tricks zum Thema Bewerbung und Karriere gibt und Fragen zu den Themen beantwortet.

„In meiner Region betreibt man leider liebend gerne Dumpinglöhne. Von daher ziehe ich in Erwägung XY eine Stelle zu finden.“ – Leserfrage 3

Eine junge Frau aus einer strukturell ärmeren Region hat sich an mich mit der Frage nach der Vorgehensweise in einer bestimmten Region gewendet.

Es gibt ein Ost-West und Nord-Süd Gefälle in den Gehältern. Abhängig von der Brache kann das mehr als 50% ausmachen. Es gibt einige Informationsquellen wie z.B. die Wirtschafts-Woche (wiwo.de) aber auch focus, Spiegel und das statistische Bundesamt sowie die Branchenverbände haben Informationsmaterial dazu auf Ihre online- und Print Medien.

Inwieweit man von Dumpinglöhnen sprechen kann, bleibt dahin gestellt. Es ist letztendlich immer ein Angebot und Nachfragethema. Gibt es viele Bewerber und wenige offene Stellen, sinkt das Lohnniveau, ist es umgekehrt steigt es. Nicht zu vernachlässigen sind die ebenso höheren Lebenshaltungskosten. Während Lebensmittel nahezu identische Preisindexe mit einer geringeren Schwankungsbreite haben, ist der Unterschied der Kosten bei den Mieten deutlich stärker ausgeprägt.

Unter dem Strich muss mehr Bruttolohn nicht immer mehr Geld in der Kasse am Ende des Monats heißen. Informieren Sie sich vorab gründlich über diese Punkte.

Ebenso nehmen einige Kandidaten Stellen an, die deutlich weiter entfernt vom jetzige Wohnort sind, wie die alte, um vermeintlich mehr zu verdienen. Denken Sie bitte an die Kosten und die Zeit, die Sie fortan mehr benötigen werden, um zum neuen Arbeitgeber zu kommen.

Schnell wird da das neue höhere Gehalt durch höhere Kosten aufgefressen, auch ein Firmenwagen, der Sie vermeintlich kostenfrei zur Arbeit bringt muss höher versteuert werden.

Auch ist es so, dass es in manchen Regionen schwerer fällt Kontakt zu den Menschen aus dem neuen Wohnumfeld zu finden.

Ich habe es selber erlebt, möchte hier aber keinen Stab über irgendeine Region brechen, letztendlich liegt es auch an einem selber, ob man in der Fremde zurecht kommt oder nicht.

Wie finde ich Kontakte zu Unternehmen aus anderen Regionen?

Am besten suchen Sie Kontakt über XING zu Unternehmen aus der Zielbranche / -Region und schauen in den einschlägigen Vertriebsforen auf XING nach geeigneten Kontakten. Eine weitere gute Möglichkeit sind Messen, wo Sie direkt Kontakt zum Vertriebsleiter und der Geschäftsführung finden können.

Haben Sie weitere Fragen zu Bewerbung und Kariere? Auf https://business.facebook.com/abcroesrath finden Sie Tipps und Tricks zum Thema Bewerbung und Karriere und weitere Antworten zu Fragen aus diesem Themenbereich..

 

Fragen im Bewerbungsgespräch

Vielen Dank für Ihre zahlreichen Einsendungen zum Thema. Ich habe Ihre Fragen sortiert und möchte aufgrund der Fülle in drei Blöcken darüber schreiben. Im heutigen Teil geht es um die allgemeinen Fragen im Bewerbergespräch, auf die Sie sich einstellen können. Der zweite Teil ‚spezielle Fragen‘ erscheint nächste Woche. Hier möchte ich die etwas ungewöhnlicheren Fragen beleuchten und was sich der Fragesteller davon erhofft. Im dritten Teil geht es um Ihre Fragen, die Sie stellen und sich darauf vorbereiten können

Fragen lassen sich in unterschiedliche Kategorien unterteilen.

  1. Geschlossene Fragen, die mit ja/nein bzw. einer vorgegebenen Auswahl (entweder/oder) beantwortet werden können.
  2. Offene Fragen, die ohne Vorgaben seitens des Fragestellers Ihnen viel Freiraum für die Antwort verschaffen
  3. Fragen, deren Sinnhaftigkeit bzw. deren Bedeutung für die konkrete Bewerbungssituation sich oft nicht erschließen lässt.
  4. Unzulässige Fragen.

Generell gilt, dass alle Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten sind. Auch die Nichtbeantwortung einer Frage aus moralischen bzw. ethischen Grundsätzen ist zulässig. Jedoch werden Sie auf Dauer eine Blockadehaltung im Gespräch sowie eine gewisse Einsilbigkeit, die oft bei unerfahrenen Bewerbern zu erkennen ist, nicht weiterbringen.

Geschlossene Fragen sind daran zu erkennen, dass Sie sie meistens nur mit „ja“ oder „nein“ beantworten können.

„Wohnen Sie noch bei den Eltern?“, „Sind Sie mit Bus, Bahn oder PKW gekommen?“, „Wie viele Geschwister haben Sie?“, um nur einige Beispiele zu nennen.

Die Frage „Sind Sie schwanger?“ gehört ebenfalls zu dieser Fragekategorie. Jedoch ist das eine der Fragen, die zwar nicht verboten ist, die Sie aber dennoch nicht wahrheitsgemäß beantworten müssen bzw. deren Beantwortung Sie ablehnen dürfen.* Es gehört auch nicht zum guten Stil, eine solche Frage zu stellen. Weitere Fragen zu Geschlecht, Alter, Rasse, Religion, Familienstand, sexueller Ausrichtung sind ebenfalls Fragen, deren Beantwortung nicht als Auswahlkriterium für oder gegen einen Kandidaten dienen dürfen.

Viele offene Fragen bereiten den meisten Bewerbern wenig Kopfzerbrechen. „Wie lange haben Sie für das Abitur gebraucht?“, „Warum sind Ihre Noten in Diplom nur befriedigend?“, „Wieso mussten Sie die XY AG in der Probezeit verlassen?“. Alles Fragen, die sich konkret mit Ihnen und Ihrem Lebenslauf beschäftigen und auf die Sie, ohne sich in die Opferrolle zu begeben, siehe Bewerber A!B!C „Das Vorstellungsgespräch“ antworten sollten. Es kann sein, dass Ihr Gesprächspartner nur eine kurze Information hören möchte. Es kann aber auch sein, dass er Ihnen den Ball zuschieben möchte, um von Ihnen etwas mehr zu erfahren. Zwei Punkte sind daher fein zu differenzieren. Der eine will nur eine kurze Antwort und stöhnt innerlich über den zu langatmigen Kandidaten, der anstatt kurz, knapp bündig zu formulieren, ellenweit ausholt. Der andere will Sie dazu bewegen mit einem gewissen Redefluss mehr von sich preiszugeben, als nur die bislang gehörten einsilbigen und kurzen Antworten.

Und, wie erkenne ich das? Ist das die sogenannte hohe Kunst der Kommunikation? – Nein, noch nicht ganz. Zumeist erkennen Sie es an der Mimik Ihrer Gesprächspartner und vor allem an sich selbst. Achten Sie auf sich, die anderen Beteiligten und die Redeanteile auf beiden Seiten. Werden Sie fordernd angeschaut und haben bislang nur kurz geantwortet, will man wahrscheinlich mehr von Ihnen hören. Reden Sie die ganze Zeit und antworten auf jede auch noch so kurze Frage mehr als 5 Minuten, Ihr Gegenüber schaut gelangweilt drein, gähnt und schaut Hilfe suchend die anderen Gesprächsteilnehmer an, so sollten Sie sich kürzer fassen.

Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie einfach nach. „Entschuldigen Sie die kurze Zwischenfrage, möchten Sie hier mehr von mir hören als nur eine kurze Antwort?“, „Darf ich zur Beantwortung der Frage etwas ausholen?“, „Stört es Sie, wenn ich so ausführlich weiter berichte?“. Generell sollten Sie lernen, abwechslungsreich, spannend und interessiert die Fragen zu beantworten und auch später selber Fragen stellen.

Viele von Ihnen haben mich gefragt, was Sie konkret auf bestimmte Fragen antworten sollen. Sie können sich nicht auf alle Fragen, die es gibt, vorbereiten. Bereiten Sie sich auf sich vor und antworten Sie ansonsten so, wie Sie denken, dass es richtig ist. Wenn Sie antworten, wie es jemand anderes Ihnen vorgibt, sind Sie in der Rolle des Bewerbers nicht Sie selber und erhalten im schlimmsten Fall eine Stelle, die nicht zu Ihnen passt. Später führt das zu Unglücklichsein über Schlechtleistung bis hin zur Kündigung.

*In Berufen, in denen eine Gefahr für das ungeborene Kind besteht (u.a. Radiologie, pharmazeutische oder chemische Wirkstoffe und andere) ist diese Frage nicht nur zulässig, der Gesprächspartner im Bewerbungsgespräch wird auch auf die Wichtigkeit dieser Frage und der wahrheitsgemäßen Beantwortung hinweisen. Oft erfolgt dann auch eine Werks- oder Amtsärztliche Untersuchung (natürlich nur mit Einverständnis der Kandidaten).

Noch Fragen zum Vorstellungsgespräch oder der damit verbundenen Aufgabe? Bitte melden Sie sich bei mir. Weitere Fragen beantworte ich gerne auf Zuschrift und nehme diese gegebenenfalls auch anonymisiert hier auf. Ihre Fragen können Sie mir per Email an christof.wirtz@abc.jetzt zu senden. Alle Daten werden vertraulich behandelt. Bis nächste Woche, wenn es um spezielle Fragen im Gespräch geht. Übernächste Woche geht es dann um unzulässige Fragen.

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