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Vorstellungsgespräch

Ausreden und ausreden lassen (im Bewerbungsgespräch).

Mir fällt im Bewerbungsgespräch immer öfter auf, dass gerade junge Bewerber ihre Gesprächspartner nicht ausreden lassen.

Der zukünftige Vorgesetzte stellt z.B. eine Frage zum Lebenslauf und bevor er noch den zweiten Teil des Satzes ausformulieren kann, fängt der Bewerber an zu antworten.

Ein anderes Beispiel war jüngst ein Kandidat, der bei der Vorstellung des Unternehmens an zu lächeln fing und mitten im Satz anhob, das er diese Information heute Morgen schon auf der Website gelesen habe.

Es zeugt, auch wenn sich das nach ‚alter Schule‘ anhört, von wenig Respekt gegenüber seinem Gesprächspartner, wenn man diesen unterbricht. Aus meiner Erfahrung reagieren zukünftige Vorgesetzte da sehr allergisch. Es kommt zum Abbruch des Gesprächs, die Bewerbung hört an dieser Stelle auf. Auch wenn aus formellen Gründen das Ganze noch 10.15 min weiter läuft. An dieser Stelle ist die Entscheidung gefallen, dass dieser Kandidat nicht weiter kommt.

Bei den Bewerbungsgesprächen, an denen ich teilnehmen konnte, haben wir oft nachher noch zusammen gesessen und eine erste Feedbackrunde zum Kandidaten gemacht. Die ‚nicht-ausreden-Lasser‘ wurden durch die Bank abgelehnt. Interessanterweise, konnten einige der Gesprächsteilnehmer nicht genau sagen, was sie denn am Bewerber gestört hat. Auf meinen Hinweis, ob das an den Unterbrechungen gelegen haben könnte, war das nahezu immer der Fall.

Das ‚nicht-ausreden-lassen‘ erzeugt also schon unbewusst ein Störgefühl beim Gesprächspartner. Meine Frage, die ich auch im Nachhinein an die Kandidaten gerichtet habe, war ob das beim Bewerber auch der Fall ist und warum er den anderen unterbrochen hat.

In der Hälfte der Fälle haben die Bewerber es nicht gemerkt. Vielleicht gehört es ja im privaten oder in Schule/Beruf/Hochschule schon zum normalen Umgangston, dass sich die Gesprächspartner nicht ausreden lassen.

Die andere Hälfte bestätigte, dass sie ungeduldig waren oder die Antwort so schnell wie möglich geben wollten.

Meine Empfehlung, entspannen Sie sich. Zählen Sie intern bis drei, nachdem der Gesprächspartner seine Frage oder seinen Satz beendet hat. Dieses wird oft durch ein körpersprachliches Signal und eine Betonung der letzten Silbe eingeleitet. „Der Ball liegt dann in Ihrem Feld.“

Ausreden

Auf der anderen Seite fallen mir die Ausreden ein, die so manch Bewerber auf Fragen von sich gibt. Schnell geht man dann in die Opferrolle. Die anderen (Kollegen, Vorgesetzten) oder die Konkurrenz oder die Umstande sind schuld an der eigenen Misere.

Hüten Sie sich davor! – „Die Entschuldigungsabteilung hat (im Vorstellungsgespräch) geschlossen!

In dem Moment, in dem Sie einen anderen für Ihre Situation verantwortbar machen, passieren im Gespräch auf der gegenüberliegenden Seite zwei Dinge. Man sucht nach den Fehlern, die Sie verschwiegen haben, welche zur Situation beigetragen haben könnten. Man sucht nach dem Verhaltensmuster bei Ihnen, dass Sie keine Fehler zugeben können.

Beides führt in die falsche Richtung, denn wer suchet der findet.

Gestehen Sie Fehler von sich aus ein. Geben Sie zu, dass Sie die Situation unterschätzt oder falsch verstanden haben.

Dann wird Ihr gegenüber zum einen die Fehler auch bei den anderen suchen, die an der Situation beteiligt waren und Sie ‚in Schutz‘ nehmen. Zum anderen gesteht er Ihnen die Fehler-Erkenntnis zu.

 Fazit, lassen Sie Ihr Gegenüber ausreden und vermeiden Sie Ausreden.

Weitere Infos zum Bewerbungsgespräch gibt es hier.

Das A!B!C Team freut sich auf Ihre Fragen und Anregungen zu den Themen Beruf, Karriere und Bewerbung. Auf www.bewerber-abc.de veröffentlichen wir jede Woche kostenfrei Tipps und Tricks zu diesen Themenbereichen.

 

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Satzbau

Der Anfang und die Verbindung – Bewerbungsschreiben, ein Ausflug in den Satzbau.

Aller Anfang ist schwer und ein guter Satzbau für das Bewerbungsschreiben bekanntlich auch. Manche Leserinnen und Leser, so das Feedback, fragen sich, wie mir immer wieder neue Themen einfallen. Ich muss dann lächeln und gestehen, dass ich bei den Themen gar nicht so kreativ bin. Ich berichte lediglich, was mir aktuell in Bewerbungsgesprächen auffällt. Es sind alles Themen, die ich im Bewerbungs- und Vermittlungsumfeld erleben durfte.

Wie auch das heutige Thema „Der Anfang und die Verbindung – ein Ausflug in den Satzbau“.

Der Anfang

Am Anfang war das „Ich“…..und dann kam das „und dann“.

„Ich“, „meine“, „mich“ – sind am Satzanfang im Bewerbungsschreiben nicht nur nicht gut, sie sind zu vermeiden. Die „und dann“-Verkettung ist im Gespräch und erst Recht im Brief und in der E-Mail zu vermeiden.

Oft sehe ich gerade bei jungen Bewerberinnen und Bewerbern, dass die Worte „Ich“, „Meine“ oder „Mich“ zu Anfang eines Satzes im Bewerbungsanschreiben oder in begleitenden Emails verwendet werden.

In einigen Fällen gehäuft und in einem Fall, der auch Anlass dieses Artikels ist, steht in nahezu jedem Satz am Anfang das „Ich“.

Auch wenn ich nach erster oberflächlicher Suche dazu keine wissenschaftliche Abhandlung finden konnte, zeigt die Erfahrung aus zahlreichen Gesprächen, dass das „Ich“ sowie „Mich“ und „Meine“ am Satzanfang verpönt sind.

Warum gilt es das zu vermeiden? Es sieht nicht nur unschön aus, es deutet auch auf mangelnde Stilsicherheit im Schriftverkehr hin.

Wesentlich bedeutender sind allerdings die Ableitungen und Schlüsse, die aus der Verwendung des „Ich“ am Satzanfang gezogen werden. Es kann darauf hindeuten, dass der Schreiber sich selbst immer gerne voran stellt bzw. sehr „ich“ bezogen ist.

Es wird, wenn es zu einem Bewerbungsgespräch kommen sollte, wahrscheinlich auf indirektem Weg versucht zu ergründen, ob der Bewerber sehr ich-bezogen ist oder nicht. Da sich gerade die Absolventen über ihren Fauxpas und die daraus gezogenen Schlüsse nicht im Klaren sind, kommt es im Gespräch dann zu der Situation, dass die „Rumbohrerei“ nach der Ich-Bezogenheit störend wirkt, weil sie für den Bewerber nicht verständlich und oft zu weiteren Fehlern bzw. Verunsicherung des Bewerbers führen kann.

Ein Satz aber darf dann doch mit „Ich“ anfangen. Im letzten Satz Ihres Anschreibens dürfen Sie schreiben: „Ich freue mich über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch in Ihrem Haus.“

Im Gespräch

Und dann kam das Gespräch.

Und dann wurde ich nach einem Getränk gefragt. Und dann habe ich mich vorgestellt.

(Wer hat jetzt noch nicht gegähnt?)

Spaß beiseite. Die einseitige Wiederholung und Verwendung des Begriffs „und dann“ ermüdet nicht nur den Zuhörer, sie deutet auf mangelnden Sprachgebrauch hin. Sehr oft reicht es, das „und dann“ einfach weg zu lassen. Bitte hängen Sie auch nicht alle Aufzählungen Ihres Schaffens nur mit „und“ oder „dann“ zusammen. Suchen Sie sich andere Worte.

Es kann helfen, sich seinen Werdegang aufzuschreiben. Listen Sie die Tätigkeiten nicht nur auf sondern verbinden Sie diese zu einer (möglichst spannenden) Geschichte, die auch Ihre Weiterentwicklung aufzeigt. Dann werden Sie sicherer und können Fehler aufdecken. Lesen Sie sich die Geschichte selber laut vor oder sprechen Sie sie in ein Diktiergerät (ein Smartphone reicht in der Regel). Sie können die Geschichte auch einem Freund oder Verwandten vortragen. Machen Sie sich Anmerkungen, wo Sie sich unsicher fühlen und wo Änderungen notwendig sind. Sie müssen nicht zum reißerischen Geschichtenerzähler werden. Es reicht, wenn Sie sich ordentlich und unfallfrei mit ein bisschen Stil vorstellen können.

Lassen Sie dabei Entspannung und Selbstsicherheit durchblicken, zeugt das von innerer Reife und bringt Sie weiter. Weitere Infos zu Anschreiben und zum Vorstellungsgespräch finden Sie unter den jeweiligen Links.

Das A!B!C Team freut sich auf Ihre Fragen und Anregungen zu den Themen Beruf, Karriere und Bewerbung. Auf www.bewerber-abc.de veröffentlichen wir jede Woche kostenfrei Tipps und Tricks zu diesen Themenbereichen.

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Leitfaden für das Bewerbungsgespräch

Gesprächsleitfaden für die Bewerbung

Haben Sie schon einmal im Internet nach dem Stichwort „ Gesprächsleitfaden “ gegoogelt? Als Bewerbungsempfänger bestimmt.

Doch auch (und gerade) als Bewerber ist es sehr sinnvoll, nach diesem Begriff im Internet zu suchen. Sie erhalten so einen Einblick in die Fragen, die man Ihnen im Bewerbungsgespräch stellen könnte und können sich so gut darauf vorbereiten.

Zum anderen erfahren Sie auch ein bisschen über die Struktur und den Ablauf der Gespräche.

Es gibt natürlich viele Unternehmen, die nicht nach einembestimmten Leitfaden vorgehen. Überwiegend finden die standardisierten Gespräche bei Auszubildenden oder Facharbeitern statt. Je höher die Position ist und je kleiner das Unternehmen, desto eher treffen Sie auf Gesprächsteilnehmer, die das offene Gespräch statt dem strukturierten Interview bevorzugen.

Dennoch sind die Fragen auch hier interessant, da der erfahrene Bewerbungsgesprächführer meist die Fragen in seinen Ablauf einstreut.

Sind Fragen dabei, die Sie nicht so einfach beantworten können? Dann können Sie nach den Fragen weiter recherchieren oder sich dazu Gedanken machen. Besser mit Ruhe im Vorfeld, statt im Stress im Bewerbungsgespräch.

Und zuletzt dürfen Sie auch auf den Gedanken kommen sich einen Gesprächsleitfaden zu entwickeln und einzuüben. Punkte die Sie ansprechen wollen, Fragen Die Sie vom Unternehmen geklärt haben wollen.

Noch Fragen zum Gesprächsleitfaden? Bitte melden Sie sich bei mir. Weitere Fragen beantworte ich gerne auf Zuschrift und nehme diese gegebenenfalls auch anonymisiert hier auf. Ihre Fragen können Sie mir per Email an christof.wirtz@abc.jetzt zu senden. Alle Daten werden vertraulich behandelt.

Weitere Informationen zum Vorstellungsgespräch finden Sie unter dem Link.

Alle bisher veröffentlichen Beiträge finden Sie hier: http://www.bewerber-abc.de/

 

ABC

Weitere Gespräche, Auswahlverfahren

Das erste Gespräch verlief erfolgreich Nun werden Sie zu einem zweiten Gespräch eingeladen. Hervorragend! Sie sind Ihrem Ziel näher gekommen.

Sie fragen sich, wozu ein zweites Gespräch. Ich frage mich, warum so viele Zweitgespräche deutlich schlechter als sind als das Erstgespräch.

Stimmt der erste Eindruck?

Ein Zweitgespräch dient oft dazu, den Kandidaten an einem anderen Tag erneut zu erleben. Gibt er sich genauso? Reagiert er trotz Informationen aus dem ersten Gespräch weiterhin so verschlossen? Ist er immer noch so aufgeregt?

Oft werden Sie im zweiten Gespräch auch einen anderen Teilnehmerkreis erleben. War es im ersten Gespräch die Personalabteilung, kommen Sie im zweiten Teil mit dem Vorgesetzten aus dem Fachbereich, evtl. dem Bereichsleiter oder dem Geschäftsführer zusammen. Einige Unternehmen kombinieren dieses Gespräch auch mit einem Kennenlernen der zukünftigen Kollegen. Assessmentcenter werde ich in einem Bericht in den nachfolgenden Wochen näher beleuchten.

Genau wie im ersten Gespräch gilt auch hier: Vorbereitung auf Fragen, die Ihnen gestellt werden und die Sie stellen wollen, ist Pflicht. In der Regel wird man Ihnen mitteilen, wer an dem Gespräch teilnimmt und wie lange es etwa dauern wird, ob es ein Gespräch mit vielen Teilnehmern ist oder ob es mehrere kurze Gespräche mit einzelnen Teilnehmern sein werden. Wenn nicht, fragen hilft!

Nachdem Sie wissen, wer am Gespräch teilnimmt und was auf Sie zukommt, überlegen Sie sich, was den Teilnehmern wichtig sein könnte. Was will man noch über Sie in Erfahrung bringen?

Gesprächsleitfaden

Größere Unternehmen haben auf deren Webseiten auch schon mal Leitfäden für den Bewerbungsprozess veröffentlicht. Bitte unbedingt lesen!

Es gibt, insbesondere bei Führungskräften, im Vertrieb und gelegentlich auch bei größeren Unternehmen sowie internationalen Konzernen oft auch ein drittes Gespräch. In einigen Fällen habe ich auch schon bis zu fünf Gesprächsrunden (für eine Führungskraft im Vertrieb eines internationalen Unternehmens) mit Flügen in die USA und das benachbarte Ausland erlebt.

Neben weiteren Kennenlerngesprächen kann es auch der Probearbeitstag im Unternehmen sein, der zeigen soll, wie Sie sich außerhalb des Bewerbungsgesprächs geben. In den Fällen, in denen ich als Personalvermittler auftrete, versuche ich meine Kandidaten so genau wie möglich vorzubereiten, um eine optimale Vorbereitung zu ermöglichen.

Noch Fragen zum Vorstellungsgespräch oder der damit verbundenen Aufgabe? Bitte melden Sie sich bei mir. Weitere Fragen beantworte ich gerne auf Zuschrift und nehme diese gegebenenfalls auch anonymisiert hier auf. Ihre Fragen können Sie mir per Email an christof.wirtz@abc.jetzt zu senden. Alle Daten werden vertraulich behandelt. Bis nächste Woche, wenn es um die Video-Interviews und ihre Besonderheiten geht.

Alle bisher veröffentlichen Beiträge finden Sie hier: www.bewerber-abc.de

Unser neues Stellenportal ist zur Zeit in Arbeit. Einen ersten Eindruck, mit echten Stellen, finden Sie unter dem Link.