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Traumjobs

Berufswahl leicht gemacht – und schwer gefallen.

Berufswahl:

Wo passe ich hin, was mache ich nach der Schule?

Soll ich eine Ausbildung machen oder soll ich studieren?

Welchen Beruf soll ich erlernen? Welche Fachrichtung soll ich studieren?

Welche Branche passt zu mir und welche Unternehmensgröße? Eher das kleine mittelständische Unternehmen familien-inhabergeführt oder doch ein Konzern?

Soll ich vor dem Studium nicht besser noch eine Ausbildung machen, zur Sicherheit?

 

Das sind einige und gewiss nicht alle Fragen, die sich von Klasse 9 an heutigen Schülerinnen und Schülern stellt.

So viel vorweg, eine pauschale Antwort finden Sie hier nicht. Ich möchte Sie auf diese Fragen vorbereiten und Sie in die Lage versetzen, Ihre Antwort selber zu finden. Wenn Sie Eltern oder Lehrerin/Lehrer sind, können Sie mit dieser Vorbereitung auch Ihren Kindern und Schülerinnen und Schülern weiterhelfen.

Es ist immer gut, vorab sich selber kennen zu lernen. Stellen Sie sich Frage, wo Sie sich wohlfühlen. In welchen Situationen, Momenten und bei welchen Tätigkeiten. Entweder beobachten Sie sich in konkreten Situationen oder Sie stellen sich diese im Geiste vor.

Schreiben Sie das auf, was Sie fühlen. Als Überschrift nutzen Sie bitte das Wort „Stärken“.

Der Prozess kann durchaus ein paar Tage oder 2-3 Wochen dauern. Lassen Sie sich Zeit. Aber bitte nicht der „Auffschieberitis“ verfallen und alles am letzten Tag machen. Sie sollten sich auch vorab ein Datum setzen, an dem Sie fertig sein wollen. (Nervt das schon, fühlen Sie sich dabei unter Druck gesetzt? Bitte auf einem zweiten Blatt notieren.)

Als nächstes nehmen Sie sich ein weiteres Blatt. Stellen Sie sich jetzt bitte Situationen vor, die Ihnen eher unangenehm sind oder bei denen Sie sich nicht wohl oder unsicher gefühlt haben.

Schreiben Sie das auf, was Sie fühlen. Als Überschrift für die zweite Seite nutzen Sie bitte das Wort „Schwächen“.

Sie haben jetzt ein Grundgerüst Ihrer Stärken und Schwächen. Bauen Sie Ihre Stärken aus und arbeiten Sie an den Schwächen, die für Sie bzw. in Ihrem zukünftigen Beruf später wichtig werden können.

Anhand dieser Basis können Sie zusammen mit Berufsberatern ein erstes Bild skizzieren, was zu Ihnen passen könnte.

Wo finden Sie die Berufsberater?

Auf zahlreichen Ausbildungsmessen sowie bei der Agentur für Arbeit und auch an Schulen gibt es Veranstaltungen zum Thema. Sie haben schon konkrete Berufsbilder im Sinn oder Ihre Eltern und Verwandten empfehlen Ihnen den einen oder anderen Beruf?
Informieren Sie sich dazu im Internet, suchen Sie nach entsprechenden Anforderungsprofilen und Ausbildungsbildern bzw. Berufsbildern und auch schon mal nach späteren Aufstiegsmöglichkeiten, falls Ihnen danach ist.

Diese Anforderungsprofile können Sie mit Ihren Stärken/Schwächen abgleichen. Was brauche ich, was bringe ich mit.

Um festzustellen, ob Ihnen das Ganze denn auch wirklich Spaß macht, gibt es die Möglichkeit, über Praktika, Ferienjobs oder Betriebsbesichtigungen die Unternehmen und Berufe vor Ort kennen zu lernen.

Wichtig hierbei ist, dass Sie sich auch gut mit Ihren Fragen auf die Tage im Schnupperjob vorbereiten.

Ist es alles so, wie ich mir das vorgestellt habe ist nicht die richtige Frage, die Sie sich stellen sollten. Stellen Sie sich vor, Sie sind 3,5 oder 10 Jahre älter und haben die Ausbildung in dem Beruf gemacht, in den Sie jetzt ein paar Wochen reingeschnuppert haben. Fühlen Sie sich in Ihrer Vorstellung immer noch wohl? Wollen Sie mehr oder doch was ganz anderes? Was fehlt Ihnen zum Wohlfühlen? Wo liegen die Punkte, die Sie nicht mögen, bei denen Sie sich unsicher und unwohl fühlen?

Liegt das alles nur am Beruf, am Unternehmen oder den Kollegen und Vorgesetzten? Oder gibt es auch was in Ihrem Inneren? Was sind Sie bereit, dafür zu geben, dass sich das ändert oder an sich zu ändern, um den passenden Beruf zu finden?

Glücklich werden kommt nicht von „viel erhalten“. Eher von „viel an andere geben“ und „mit sich und seiner Umwelt zufrieden und im Reinen zu sein“. Wenn Sie andere verändern wollen, fangen Sie am besten bei sich selber an, denn glücklich wird durch Ihre Absicht, andere zu ändern, niemand. Der/die andere nicht und Sie selber erst recht nicht. Sie werden immer wieder Neues finden, was geändert werden sollte.

Wenn alles gepasst hat, super. Probieren Sie dennoch was anderes im Praktikum während der Schule mal aus. Es schadet nicht und wird Sie entweder in Ihrer Ansicht bestärken oder Sie finden etwas, dass noch besser passt.

Wenn Sie sich für einen Beruf entschieden haben, kommt die Frage nach Ausbildung, Studium oder duales Studium (mit Ausbildungsabschluss). Hier ist es sinnvoll, darüber nachzudenken, was das langfristige Ziel ist. Wollen Sie Führungskraft werden oder reicht Ihnen eine Sachbearbeiterposition aus?

Wollen Sie gar in Forschung und Lehre sollten Sie eine Promotion anstreben. Ebenso verhält es sich bei den meisten Vostandspositionen in größeren Unternehmen.

Je mehr und je früher Sie sich mit sich und Ihren Wünschen und Fähigkeiten beschäftigen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit das Passende zu finden. Bitte bedenken Sie immer dabei, dass das Scheitern nur ein weiterer Schritt zu Ihrem Erfolg ist. Sowohl Thomas Alva Edison (Erfinder der Glühbirne) als auch Michael Air Jordan (Basketballspieler) und viele andere, haben auf Ihrem Weg zum Erfolg viele Misserfolge einstecken müssen. Ja sie waren sogar die Grundlage dafür, dass sie erfolgreich geworden sind. Ohne die Misserfolge und die Überwindung des Scheiterns wären sie nicht das geworden, was sie erreicht haben.

Noch ein wichtiger Tipp zur Zielerreichung. Schreiben Sie sich Ihre Ziele auf. Ein kleines Notizbuch, das Sie einmal im Jahr rausholen und schauen wie weit Sie auf dem Weg zu Ihrem Ziel gekommen sind. Sozusagen, Ihr Karrierelotse bzw. Ihr Karrierelogbuch. Was will ich in 1, 3 und 5 Jahren erreicht haben. Im nächsten Jahr schauen Sie sich an, was Sie im Jahr 1 erreicht haben und passen evtl. Jahr 3 und 5 an und legen ein neues Ziel für das nächste Jahr fest. Weitere Tipps zur Wahl von Branche, Unternehmen und Beruf.

Sie haben bis hierhin alles gelesen und wissen nun noch weniger als zuvor? Nein, bestimmt nicht. Fangen Sie langsam mit den ersten Schritten an und holen Sie sich Feedback zu Ihren Stärken und Schwächen von Eltern, Freunden und Familie. Auch Lehrer können weiterhelfen.

Nutzen Sie die Chancen der Berufsberatung bei der Agentur für Arbeit und weiteren Veranstaltungen. Fragen Sie Nachbarn und Bekannte oder der Eltern bzw. ältere Geschwister, was wichtig ist im jeweiligen Beruf und auch was anders war beim Übergang Schule/Ausbildung, Schule/Studium und dem späteren Beruf. Der viel beschrieben Praxisschock ist keiner, wenn Sie sich auf die bevorstehenden Änderungen vorbereiten.

Sie haben noch Fragen zum Thema Berufswahl, Studienwahl, Branchenwahl oder stehen vor Veränderungen?

Bitte melden Sie sich bei christof.wirtz@abc.jetzt .

Weitere Informationen zu Beruf, Karriere und Bewerbung finden Sie auf www.bewerber-abc.de

 

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Christof Wirtz Bewerber-ABC

Hard Skills, Soft Skills – notwendige Voraussetzungen für die Stelle

Immer öfter wird von harten bzw. weichen Fakten oder den sogenannten Soft Skills gesprochen und geschrieben. Was ist das überhaupt, wie und wo kann ich diese erlernen, welche brauche ich und habe ich vielleicht schon welche?

Ich kann Sie beruhigen, wir alle haben Soft und Hard Skills. Nicht immer diejenigen, die für die eine bestimmte Stelle benötigt werden, aber wir sind ja alle lernbereit (Lernbereitschaft ist übrigens auch ein Soft Skill).

Schauen wir uns zunächst die Unterscheidung nach harten und weichen Faktoren an.

Hard Skills

In der Regel wird eine erlernbare Fähigkeit, wie z.B. CNC-Drehen, eine Sprache oder die Nutzung eines CAD Programms als Hard Skill gewertet. Oft ist entscheidend, wie gut, wie lange und wie tief Sie diesen Punkt beherrschen, z.B. „Ich spreche Englisch auf C1-Niveau (nahezu verhandlungssicher) seit 20 Jahren in regelmäßigem internationalen Gebrauch in Wort und Schrift.“ oder alternativ „Ich beherrsche XY-CAD aus einem zweimonatigen Intensivkurs an der ABC-Akademie.“

In den Stellenanzeigen wird hier noch unter Vorrausetzungen oder unter Ihrem Profil angegeben, ob die Fähigkeit zwingend notwendig ist, ob sie „wünschenswert“ ist, Sie „idealerweise“ diese Fähigkeit besitzen sollten und/oder ob „Praxiserfahrung“ vorausgesetzt wird.

Hier können Sie nur punkten, wenn Sie dem aufgezeigten Idealbild so nahe wie möglich entsprechen. Fehlen zwingend notwendige Voraussetzungen, wird es schwierig, den Bewerbungsempfänger davon zu überzeugen, sie einzuladen. Tipp an alle Studenten und Auszubildenden: schauen Sie sich mal die Stellenausschreibungen an, auf die Sie sich in 3-10 Jahren bewerben wollen. Sie sehen schnell, was Sie unbedingt benötigen und können so früh anfangen, sich auf eine bevorstehende Bewerbung vorzubereiten.

Language Skills

Und noch ein Tipp an alle Bewerber: „Lernen Sie Englisch!“ In meinen 10 Jahren als Personalberater habe ich zu oft die fachlich gut geeigneten Kandidaten an der Fremdsprache Englisch scheitern sehen. Ob aus Nervosität im Gespräch oder Fehleinschätzung der eigenen Kenntnisse – das muss nicht sein. Sie können mit einem minimalen Aufwand von 2-4 h/Woche einen Grundstein für wirklich fließendes Englisch legen. VHS, Webkurse, Kurse auf CD und DVD zu speziellen Themen, Filme im Originalton, Radiosender, Zeitschriften auf Englisch – alles gute Quellen für eine bezahlbare Möglichkeit, sich in Englisch fit zu machen. Kurzfristig gibt es auch Intensivtrainings an Sprachschulen oder bei entsprechenden Personal Trainern, die mit höheren Kosten verbunden sind. Je spezieller der Berufswunsch ist, desto wichtiger können weitere Sprachkenntnisse sein. Englisch ist mittlerweile zu einem „Must Have“ geworden, wenn es um eine gute Entwicklung im Beruf mit Perspektiven geht.

Soft Skills

Kommen wir zu den weichen Faktoren. Teamfähigkeit, Selbständigkeit, Eigeninitiative, Motivation und viele weitere gibt es, die ich täglich in Stellenausschreibungen und in Lebensläufen und Bewerbungsschreiben zu sehen bekomme. Ich frage mich immer, wer diese Kriterien misst und vergibt und was sich der, der die Stelle bzw. die Bewerbung schreibt, darunter vorstellt.

Meist kann man Soft Skills nicht direkt lernen. Es sind eher charakterliche oder Werdegangs- und Umfeld geprägte Eigenschaften, die jemand mitbringt. Was jedem davon in die Wiege gelegt wurde und was sich in seiner Kindheit sowie in Schule, Studium und Beruf entwickelt hat, ist sehr individuell.

Natürlich kann man Soft Skills auch lernen. Meist durch Erfahrung im Umgang mit genau den Herausforderungen, die in der jeweiligen Situation benötigt werden.

Teamgeist kann man im Mannschaftssport entwickeln, Durchsetzungsfähigkeit auch. Geduld und Ausdauer kann man in Hobbys unter Beweis stellen, die mit kniffligen und langwierigen Prozessen einhergehen (Modellbau, Ausdauertraining) oder in ehrenamtlichen Tätigkeiten, die mit Menschen zu tun haben. Eigeninitiative und Motivation erkennt der geübte Gesprächspartner oft an der Art und Weise, wie sein Gegenüber im Gespräch von seinen Tätigkeiten berichtet. Leuchten die Augen, ist die Stimme schnell, klar und kraftvoll oder schleppt sich die Antwort eher zäh und müde so dahin.

Dann wird es schon schwieriger Motivation und Eigeninitiative zu lernen. Die bringen Sie mit oder eben nicht. Natürlich können Sie zeigen, dass Sie Spaß an Ihrer Arbeit haben und das auch im Vorfeld üben. Bitte schauspielern Sie nicht zu viel und verstellen Sie sich nicht. Am Ende haben Sie einen neuen Job, der nicht zu Ihnen passt.

Wie kann ich denn nun feststellen, wer ich überhaupt bin und was ich mitbringe.

Welche Skills habe ich?

Ganz einfach, fragen Sie sich selbst, fragen Sie Ihr soziales Umfeld. Sie sollten um ehrliche und aufrichtige Antworten vorab bitten und diese notieren. Bedanken Sie sich im Anschluss für die Ihnen gegenüber erbrachte Offenheit und kommentieren Sie die Antworten nicht. Keine Rechtfertigungen, keine Entschuldigungen und auf keinen Fall „Das siehst Du vollkommen falsch!“ (oder so ähnlich). Nehmen Sie die Antworten hin und denken Sie darüber nach. Wie wirke ich auf andere, was erzeugt mein Verhalten bei meinem Gegenüber.

In dem Sie sich in Ihrer freien Zeit mit entsprechenden Hobbys oder Tätigkeiten sowie Sport und Musik beschäftigen, werden Sie die gewünschten Fähigkeiten entwickeln.

Es ist allerdings manchmal ein langwieriger Prozess und bestimmte Skills lernen Sie erst, wenn Sie mit (häufigen) Rückschlägen umgehen können. Nicht alles klappt beim ersten Mal. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Durchhaltevermögen (siehe auch Wortsplitter: Resilienz) und Initiative sowie Geduld sind, wenn Sie dies erst einmal gelernt haben, so gut wie nicht mehr verlernbar. In der Kombination können Sie damit alles andere ableiten (Lernbereitschaft, Teamgeist, Durchsetzungsstärke usw.)

Das Team vom Bewerber-A!B!C wünscht Ihnen viel Erfolg in Beruf, Bewerbung und Karriere. Jede Woche erscheint eine neuer Beitrag auf www.bewerber-abc.de . Wir freuen uns auf Ihre Fragen, Anregungen und Zuschriften.

 

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